Teil 7 von 16 Folgen der Serie Mord in Klinik vertuscht?
Der Fall des alten Mannes, der in der Intensivstation des Klinikums Meiningen auf rätselhafte Weise starb, beschäftigt heute die Thüringer Allgemeine. Die Autorin bezieht sich auf mein Blog und enthüllt, dass es im Jenaer Institut für Rechtsmedizin, das den Tod von Rudolf F. begutachtete, offenbar schwere interne Auseinandersetzungen gibt.

Laut Zeitungsbericht waren sich die Chefin des Instituts, Gita Mall, und eine andere Rechtsmedizinerin des Instituts uneinig, wie der Fall des Rudolf F. zu bewerten sei. Die Thüringer Allgemeine schreibt: “Die erfahrene Kollegin habe gemeint, es handele sich um eine ‘Tötung – erdrosselt auf der Intensivstation'”. Frau Mall sagte der Reporterin, sie habe dieser Mitarbeiterin “zeitnah fristlos gekündigt”. Sie habe den Fall dann selber übernommen. Die Mitarbeiterin sei noch bei einem “Vor-Ort-Termin” in der Klinik dabei gewesen, ebenso wie Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft, Klinikärzte und sie selbst, sagte Frau Mall der Zeitung. Dieser Termin habe ergeben, dass “eine Tötung unmöglich ist”.
Die Reporterin der Thüringer Allgemeinen hat sich offenbar einige Mühe gemacht und die Fakten selbst nachrecherchiert. So hat sie mit dem Hamburger Pathologen Jozef Zustin gesprochen, der den Fall ebenfalls untersucht hat und die Position der von Gita Mall gefeuerten Mitarbeiterin unterstützt. Etwa in der Frage, ob der Kehlkopf des Opfers schon gebrochen war, als Rudolf F. in die Klinik eingeliefert wurde, wie von Mall behauptet. Mall sagte der Zeitung, Spuren einer Wundheilung seien nur deshalb nicht erkennbar gewesen, weil der Patient Kortison erhalten habe. Zustin äußerte sich dagegen eindeutig: Die Wunde sei frisch gewesen, also erst unmittelbar vor dem Tode zugefügt. Kortison entfalte die von Frau Mall behauptete Wirkung erst dann, wenn es “viele Jahre verabreicht werde”, heißt es in dem Artikel.
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