Die schwedische Justiz hat Wikileaks-Grunder Julian Assange verhaftet. Zwei Frauen hätten die Tat gemeldet, sagte eine Sprecherin. Es handele sich nicht um formale Anzeige, aber wegen der Schwere des Delikts und drohender Fluchtgefahr ermittle die Staatsanwaltschaft trotzdem. Assange wies die Beschuldigung als haltlos zurück und kündigte an, von sich aus Kontakt zur Polizei aufzunehmen.

Die Sache ist dubios, wie vieles, was sich um Wikileaks rankt. Erst vor wenigen Tagen hatte die Plattform tausende geheime Afhganistan-Dokumente veröffentlicht. Die US-Regierung sagte Wikileaks daraufhin den Kampf an und begann damit, nach undichten Stellen bei Militär und Behörden zu forschen. Am 1. August vehörten Ermittler den für Sicherheit zuständigen Wikileaks-Entwickler Jacob Appelbaum bei der Einreise in die USA. Appelbaum ist in der Tat eine schillernde Figur. Er ist auch einer der Entwickler des Tor-Netzwerks, eines der meistbesuchten Web-Verstecke für Perverse, Kinderschänder und Verbrecher.

Was soll man davon halten? Wikileaks ist im Grunde eine begrüßenswerte Initiative. Es wäre schade, wenn die Betreiber womöglich weniger Gutes im Schilde führen als sie in ihren Stellungnahmen glauben machen. Die Tor-Entwickler behaupten, ihr verschlüsseltes Netzwerk sei dazu da, vertrauliche Kommunikation zu ermöglichen. Wie man hört, verwendet Wikileaks u.a. das Tor-Netz, um Dateien unbemerkt zu verschicken. So weit, so gut. Aber der Zwecke heiligt nicht alle Mittel und Nebenwirkungen.

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