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Die Ermittlungen nach dem Zugünglück vom Bai Aibling konzentrieren sich immer mehr auf den unglücklichen Fahrdienstleiter, und es geht dabei offenbar um folgenden Ablauf:

  1. Mit ca. vier Minuten Verspätung fährt der Zug von Holzkirchen ein, unterwegs nach Rosenheim.
  2. Der Fahrdienstleiter gibt die “Fahrstraße” von Aibling via Aibling Kurpark nach Kolbermoor frei. Aber das System verweigert die gewünschte Signalstellung und hält den Zug fest.
  3. Der Fahrdienstleiter gibt die “Fahrstraße” ein zweites Mal frei. Das System sagt wieder nein.
  4. Der Fahrdienstleiter löst eine manuelle Freigabe aus – und überstimmt damit das System.

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Kaum habe ich mit viel Mühe eine Information beisammen, da ergibt sich schon gleich die nächste Frage. Zuerst die Info: Die Mangfalltaleisenbahn, also die Strecke von München über Holzkirchen und Bad Aibling nach Rosenheim, wird auf ganzer Länge elektronisch vom zentralen Stellwerk in München geregelt. Mit einer Ausnahme: In Bad Aibling gibt es ein dezentrales Stellwerk, das für den kurzen Abschnitt zwischen Bad Aibling und Kolbermoor zuständig ist. Also genau den Abschnitt, wo die zwei Züge zusammenstießen und elf Menschen – vier Mitarbeiter der Meridian-Züge und sieben Passagiere – starben.

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Warum stießen vor einer Woche zwei Züge bei Bad Aibling zusammen? Das wüssten viele gerne. Behörden und Bahn AG (und vor allem ihre Tochter DB Netz AG) schweigen aber hartnäckig. Dabei sind die Ermittlungen offensichtlich längst so fortgeschritten, dass den Angehörigen der Opfer und den naheliegenderweise interessierten Bahnpassagieren erste Ergebnisse mitgeteilt werden könnten.

Die Ermittler und etliche Journalisten wissen teils bereits seit dem vergangenen Dienstag, dass es wohl mit einem Fehler bei der Fahrdienstleitung zusammenhängt. Ich habe das selber schon wenige Stunden nach dem Unglück bei Antenne Bayern berichtet. Am Abend haben dann unabhängig voneinander mehrere Kollegen offenbar unterschiedliche Quellen in Berlin und München aufgetan, die dasselbe sagen. Am weitesten kamen die Kollegen des Spiegel, die sogar herausfanden, dass der Aiblinger Fahrdienstleiter noch vergeblich versucht habe, die Lokführer per Funk vor dem Zusammenprall zu warnen – vergeblich, wie wir wissen. Inzwischen liegen auch die Daten zumindest zweier Blackboxes vor – mit dazu passenden Resultaten.

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