Beiträge

Das Framing-Manual der ARD ist ja nicht neu. Es stammt bereits aus dem Jahr 2017, wie die „Generalsekretärin“ des PolitbĂźros der ARD, Dr. Susanne Pfab, mitteilte. Allerdings macht das die Sache nur noch heikler fĂźr die Anstalten. Die „Arbeitsunterlage“, wie die Generalsekretärin das Manual verharmlosend framed, stellt sich damit als Blaupause fĂźr die Außendarstellung der ARD dar. Es mag sich nicht um die Kommunikationsstrategie der ARD an sich handeln, aber um die gedankliche Basis einer solchen. Die Generalsekretärin mĂśge die Kommunikationsstrategie, die sie in ihrer Stellungnahme erwähnt, freundlicherweise nachreichen. Urheberrechtliche Hindernisse dĂźrften da nicht bestehen, da es sich ja nicht um eine bei einem Framing-Institut gekaufte Arbeit handeln sollte. Sie wissen doch,  Frau Generalsekretärin: Wir sind Deins! Also: Ihr seid meins.

Weiterlesen

Das Framing-Manual der ARD ist eine politische Systemschrift und keineswegs nur eine unverbindliche Handreichung zur internen Abstimmung unter ARD-Führungskräften. Es enthält seitenweise auf prägnante Formeln reduzierte politische Ortsbestimmungen. Es ist eine Art politisches Manifest der ARD. Es enthält Definitionen von Demokratie, Wirtschaftsordnung und Rechtsordnung, die weniger mit einem unabhängigen Medium zu tun haben, sondern mit einem Staat im Staate. Sie widersprechen fast durchgängig Geist und Buchstaben der Verfassung und der liberalen, freiheitlichen Demokratie. Vielmehr propagieren sie „kontrollierte Demokratie“ – und zwar nicht im Sinne unabhängiger Medien, die aus journalistischer Distanz heraus den Staat und seine Institutionen kontrollieren, sondern als institutionalisiertes eigenstaatliches System. Das Manual liefert propagandistische Bausteine, die es dem ARD-System ermöglichen sollen, sich unkontrolliert als Zentralmacht zu festigen.

Weiterlesen

Der Chef der zentralen Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks, Marco Bertolaso, wartete vor einiger Zeit mit einer trendigen Idee auf – nämlich den „Faktencheck“ schon in der Überschrift oder im Leadsatz einzubauen, „wenn nötig“.

Bertolaso brachte auch ein fiktives Beispiel, natĂźrlich eines mit US-Präsident Trump: „US-Präsident Trump hat wahrheitswidrig behauptet, dass…“. Bertolasos „Faktencheck“ besteht hier konkret in der EinfĂźgung des Attributs „wahrheitswidrig“ und vermutlich auch in der Wahl des Verbs „behaupten“ (statt sagen, meinen, vermuten, etc.). Weiterlesen

Der Informationssender des Bayerischen Rundfunks, B5 Aktuell, sendete zum Großkrawall der Palästinenser gestern Nachmittag folgende Moderation:

Es folgte danach ein ausfßhrlicher Korrespondentenbericht von Benjamin Hammer (@HammerARD), der die Ereignisse differenziert und von mehreren Seiten beleuchtete. Das macht die Anmoderation umso rätselhafter. Wer auch immer die verfasst hat kann den Korrespondentenbericht nicht vorher abgehÜrt haben. Oder er wollte den Inhalt partout nicht zur Kenntnis nehmen. Das eine wäre mindestens Schlamperei, das andere schlimmeres. Der Korrespondentenbericht widerlegte die Anmoderation mit einer ausgewogenen Darstellung.

Weiterlesen

Neuerdings kurisert im Internet ein Video, in dem eine Frau in einem gemusterten Kleid behauptet, Deutschland und Ungarn hätten eine gemeinsame Ländergrenze. Dieses Video verbreitete sich sogleich in den sozialen Medien und sorgte dort fĂźr aufgeheizte Debatten. Dabei ging es durchaus um heikle Themen. So wurde in manchen Diskussionsbeiträgen die FlĂźchtlingspolitik der Bundesregierung mit der deutsch-ungarischen Grenze in Verbindung gebracht. Den professionellen Faktenkontrolleuren im Netz, etwa dem Faktenfinder der ARD-Tagesschau, ist das Video mit der behaupteten deutsch-ungarischen Grenze wohl entgangen. Darum fragen wir jetzt: Wie ist das wirklich mit der deutsch-ungarischen Grenze?

Weiterlesen

Weil in den sozialen Netzwerken so viele Falschmeldungen kursieren müssten dringend Richtigsteller her – das ist im Wesentlichen das Motiv unserer öffentlich-rechtlichen Anstalten für ihre Faktenchecker-Formate. Beim Lesen der Faktenchecker-Artikel hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass es aber gerade nicht um Fakten geht, sondern um alles mögliche andere. Also habe ich mir einzelne Beiträge herausgepickt und näher betrachtet, drei der Tagesschau und einen des Bayerischen Rundfunks. Überprüft habe ich vor allem die Frage, ob es sich dabei tatsächlich um das Checken von Fakten handelt oder etwas anderes. Hier zunächst die vier Fälle, unten dazu das Resümée. Weiterlesen

Dass bei Anne Will eine Vollverschleierte auftreten konnte ist für sich genommen schon berechtigter Anlass für Kritik. Dass es sich um eine fanatische Extremistin handelte, der die ARD die ganz große Bühne öffnete, nicht minder. Darüber wird sich ja auch gerade munter aufgeregt, bis hin zur Ankündigung von Henryk M. Broder, er werde nunmehr die GEZ-Gebühr verweigern. Sollte er das ernst meinen, dann dürfte es in den nächsten Monaten noch lustige publizistische Momente geben, etwa, wenn Broder das ganze Mahn- und Vollstreckungsprozedere von ARD und ZDF aufs Korn nimmt, bis hin zu der Erkenntnis, dass ARD und ZDF ohne Richter vollstreckbare Forderungstitel ausstellen dürfen. Das dürfen ansonsten nur Gerichte und Finanzämter.

Weiterlesen

“Das ist ja das Fatale, dass die Alten fĂźr die Jungen entschieden haben.”

Natürlich war die ARD mit ihrer Kommentatorin Korrespondentin Hanni Hüsch ganz vorn dabei, als sich gleich nach dem Brexit-Referendum die Einschätzung verbreitete, hier hätten die Alten den Jungen mit ihrer Entscheidung die Zukunft verbaut. Kann man so sehen, ist aber vor allem demagogisch. Natürlich hatten die Alten bei dem Referendumg die Mehrheit, wie auch bei jeder anderen Wahl in jedem der überalterten europäischen Länder. Man könnte auch sagen, die Alten setzen den Jungen eine große Koalition vor, die ihre Zukunft mittels ewiger Staatsschulden und untragbarer Rentenlasten verbaut. Kausal läge dieser Vorwurf sogar viel näher als im Fall des Brexit. Aber da ist er nicht zu hören. Warum nicht?

Weiterlesen

Weiß noch jemand, wie es kam, dass wir eines Tages keine GEZ-GebĂźhr mehr hatten sondern einen “Rundfunkbeitrag”? Das haben alle 16 Landtage im Jahr 2011 beschlossen. Es ist schwer, sich daran zu erinnern, weil es nirgendwo eine Ăśffentliche Debatte zu dem Thema gab. Die Landtagsparteien haben die alte GerätegebĂźhr ziemlich unauffällig durch die Quasirundfunksteuer ersetzt. Nur in Sachsen, dessen Landtag als einer der letzten das Thema durchwinkte, flackerte ein Ansatz an Kontroverse auf, die damit endete, dass Staatskanzleichef Johannes Beerbaum drohte, den Landtagen die Ratifizierung des Rundfunkstaatsvertrags komplett wegzunehmen.

Weiterlesen

Ist das Mut? Sind die einfach wahnsinnig? Oder bin ich der Wahnsinnige? Und wie komme ich auf diese Fragen? Es liegt an diesem einen Satz, den NDR-Intendant Lutz Marmor in seiner Sendung “ARDcheck” (merkwĂźrdige Schreibweise vom Original Ăźbernommen) sagte:

“Das Geld ist bei uns knapp.”

Nein, ist es bei denen nicht, außer, der Irre bin ich. Sollte ich nicht der VerrĂźckte sein, dann kann dieser Satz nur einer Parallelwelt entstammen, die weder mit mir noch mit dem Rest der Menschheit zu tun hat. Unter “knapp” verstehen die etwa, dass Marmors Mitdiskutant vom WDR, Tom Buhrow, ein Intendantengehalt von 367 000 Euro jährlich einstreicht und damit rund 100 000 Euro mehr als die Bundeskanzlerin. Diesen Umstand kommentierte Buhrow in besagter Sendung lässig so, dass die Kanzlerin halt unterbezahlt sei.

Weiterlesen