BeitrÀge

Es gibt Rockkonzerte, „von denen ein kultureller Wandel fĂŒr die Welt ausgegangen ist“. Wie Woodstock. Und vielleicht geht von Chemnitz ein Ruck fĂŒr Deutschland aus. Das sagt der Historiker Christoph Stölzl als Reaktion auf das #wirsindmehr-Open-Air in Chemnitz und kommt dabei auch konkret auf den Kern der Debatte: „Dass wir seit zehn, 20, 30 Jahren kein Einwanderungsgesetz haben, das ist doch absurd!“

Gesagt hat Stölzl das in einem Interview im Nachrichtensender MDR Aktuell, einem ĂŒberhaupt recht hörenswerten Programm, verglichen mit dem zombiehaften B5 Aktuell, das der Bayerische Rundfunk mir daheim vorsetzt.

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Ein Zeichen setzen gegen rechts – das war die Hauptintention des #wirsindmehr-Konzerts in Chemnitz. Mein persönlicher Eindruck in Chemnitz war, dass die Stadtbewohner dabei ein bisschen abseits standen. Die meisten Chemnitzer Stimmen, die ich einfing, begrĂŒĂŸten „gegen rechts“, beklagten aber, dass der Tod eines 35-jĂ€hrigen Familienvaters vor gut einer Woche allseits instrumentalisiert werde.

Die Mehrheit der Menschen in der Innenstadt bestand ab dem Nachmittag eh nicht aus Eingeborenen, sondern aus Leuten, die aus dem ganzen Land angereist waren. Ich hatte z.B. Gruppen aus Heilbronn, Mainz und anderswo vor meinem Mikro.

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Die EinfĂŒhrung der liberalen, reprĂ€sentativen Demokratie galt bis jetzt als fortschrittliche Errungenschaft. Der „Kampf gegen rechts“ scheint die Grundlagen zu verĂ€ndern. Außenminister Heiko Maas ruft jetzt die „schweigende Mehrheit“ auf, ihr Schweigen zu beenden. Sonst werde es „gefĂ€hrlich“. Maas: „Da mĂŒssen wir dann auch mal vom Sofa hochkommen und den Mund aufmachen“. Anlass ist natĂŒrlich die Debatte um Chemnitz. Die BĂŒrger sollen auf die Straße gehen und sich in die von der Regierung geförderten ProtestzĂŒge einreihen.

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Ich persönlich halte es so, dass ich immer möglichst wenig AusrĂŒstung mit mir herumschleppe. Meine letzte Bergwanderung ist drei Wochen her, da ging es auf den Hochfelln. Meine einzige AusrĂŒstung war mein schon leicht verschlissenes Paar Laufschuhe. Keine Bergstiefel, die sind auf mehr oder weniger klaren Wegen gar nicht nötig. Auch keine Stöcke, keinen Rucksack, keine GetrĂ€nkevorrĂ€te, kein Proviant, kein Helm, keine Kampfweste – nichts dergleichen. Ich war nach einer guten Stunde am Gipfel. Als ĂŒbliche Gehdauer sind unten vier Stunden ausgeschildert. Ich habe zahlreiche andere Wanderer ĂŒberholt. Das lag sicher nicht nur daran, dass ich den Aufstieg sportlich angegangen bin, sondern auch daran, dass die anderen einfach viel zu viel Zeug zu schleppen hatten. Die AusrĂŒstung mag aufregend aussehen, ist aber komplett hinderlich.

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