BeitrÀge

Pop-Aktivisten Bono und Herbert Grönemeyer. 2007 standen sie in Rostock bei "Deine Stimme gegen Armut" auf der BĂŒhne / Foto: u2005.com via Flickr

Erinnert sich noch jemand an die triumphierenden Auftritte fĂŒr eine bessere Welt bei den Live8-Konzerten vor fĂŒnf Jahren? Als Musiker wie U2, Herbert Grönemeyer, Wir sind Helden, BAP, A-Ha und viele andere die etwas anmaßende Botschaft an die G8-Regierungschefs sandten, mehr Geld nach Afrika zu schicken? “Und sie hatten uns zugehört”, schreiben die Organisatoren auf ihrer Webseite, die aussieht, als sei sie vor langer Zeit zum letzten Mal aktualisiert worden.

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Ein Gericht im Kongo hat alle 44 Konten der staatlichen deutschen Entwicklungshilfeorganisation GTZ gepfĂ€ndet. Außerdem wurde das GTZ-GebĂ€ude in der Hauptstadt Kinshasa, vor zwei Jahren fĂŒr 800.000 Euro erworben, enteignet. Das berichtet FAZ-Korrespondent Thomas Scheen. Damit ist die gesamte Arbeit der GTZ in Frage gestellt, denn ĂŒber die Zentrale im Kongo wickelt sie fast alle Projekte ab, die mit deutscher Entwicklungshilfe gefördert werden. Die GTZ reagierte mit einer Nachrichtensperre. RĂ€tselhaft ist zudem das Verhalten der deutschen Nachrichtenportale: Niemand sonst berichtet ĂŒber diesen Skandal.

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Ein besonders spektakulĂ€res Recherche-Resultat, das sich in der Film-Doku Let’s Make Money findet, betrifft die Herkunft der riesigen Geldsummen, die in Steuerparadiesen wie Jersey umgeschlagen werden. Es passt freilich nicht richtig in die politische Ausrichtung des Autors und seiner Lieblingsprotagonisten, etwa des hessischen SPD-Linken Hermann Scheer. Ein Insider der Finanzbranche verrĂ€t, dass der wesentliche Teil dieses in Stiftungen versteckten Geldes aus Afrika und Asien stammt und in alle möglichen Projekte investiert werde, etwa in die völlig aufgeblasene Immobilienwirtschaft in Spanien. Zu Hause, wo die Menschen in Armut vegetieren, fehle das Geld. Bedauerlicherweise hat Filmemacher Erwin Wagenhofer genau diese Passage nicht in den Trailer geschnitten, den er auf seiner Webseite zeigt, sie findet sich nur in der Langfassung.

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Seit dem Erdbeben am 12. Januar ist Haiti ein globales Topthema. Die Katastrophe mobilisiert und bewegt Millionen Menschen. Sie setzt viel Energie frei und legt menschliche Eigenschaften offen – ehrliche Hilfsbereitschaft, wirkliches Interesse, aber auch Eitelkeit und manchmal schwer ertrĂ€glichen Geltungsdrang.

Eine Sternstunde war die von George Clooney und Wyclef Jean initiierte Fernsehshow “Hope for Haiti”. Ihre mitreißende Wirkung rĂŒhrte daher, dass die vermutlich 100 weltgrĂ¶ĂŸten Stars aus Film und Musik auf kleiner BĂŒhne, ohne Studiopublikum und ohne große Effekte auftraten. Etwa Madonna, deren fast-a-capella vorgetragenes Like A Prayer so intensiv und aufwĂŒhlend klang, wie ich es noch nie gehört habe. Diese Veranstaltung hatte einfach Klasse. Vermutlich war sie auch erfolgreich. Wie viel Spendengeld dabei zusammenkam, ist noch nicht bekannt. Es dĂŒrften etliche Millionen sein.

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GeschĂ€ftskredite, egal wie winzig, statt millionenschwerer Entwicklungshilfe-Almosen: Die P2P-Lending-Site Kiva vermittelt seit vier Jahren Kleinkredite von Privatleuten an Unternehmer und GrĂŒnder vor allem in EntwicklungslĂ€ndern. Heute gab Kiva bekannt, dass die Schwelle von 100 Millionen Dollar vermittelter Kredite ĂŒberschritten sei.

Das ist eine gute Nachricht – weit besser als die, dass die Bundesregierung auch in Zukunft ein Entwicklungshilfeministerium betreiben und korrupten Herrschern das Geld fĂŒr ihren galaktischen Konsum in den Hintern blasen will. Skurril ist, dass der neue Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel von der FDP kommt, die bis zum Wahltag eher Zweifel an der Alimentierung schlechter Regierungen hegte.

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