BeitrÀge

Die Kurzfassung: Jahrelang steckt die Bundesregierung MillionenbetrĂ€ge in die Stromversorgung Afghanistans, aber alle Projekte scheitern. Ein Wasserkraftwerk fördert keinen Strom, weil der Fluss, an den es gebaut wurde, kein Wasser fĂŒhrt. Ein Umspannwerk, das Strom aus den nördlichen NachbarlĂ€ndern nach Kabul leiten soll, ist wertlos, weil es falsche Spannungen in das Kabuler Netz liefert. Schließlich entmachten die deutschen WohltĂ€ter die afghanische Energiebehörde und ersetzen sie durch ein Mannheimer Unternehmen, was dazu fĂŒhrt, dass afghanische Mitarbeiter nicht mehr regelmĂ€ĂŸig bezahlt werden und die Bestechungssummen fĂŒr den Anschluss an das ohnehin nur selten funktionierende Stromnetz steigen. Möglicherweise sind es VorgĂ€nge wie dieser, die viel stĂ€rker wirken als ein heruntergefallenes Koran-Buch. Wer so arbeitet, darf sich nicht wundern, wenn er scheitert.

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Ich kann die Malteser schon verstehen, dieses kleine Volk von 400.000 Einwohnern auf ihrer kleinen felsigen Insel vor der KĂŒste Libyens, die seit Jahren immer wieder lebende oder tote FlĂŒchtliche aus Afrika aus dem Meer fischen und manchmal kaum noch wissen, wo sie sie unterbringen sollen. Mit der arabischen Revolution hat die FlĂŒchtlingswelle aber wenig zu tun. TatsĂ€chlich dĂŒrfte der Sturz der Tyrannen dafĂŒr sorgen, dass weniger Menschen aus diesen LĂ€ndern weggehen als in der Vergangenheit.

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Ein Gericht im Kongo hat alle 44 Konten der staatlichen deutschen Entwicklungshilfeorganisation GTZ gepfĂ€ndet. Außerdem wurde das GTZ-GebĂ€ude in der Hauptstadt Kinshasa, vor zwei Jahren fĂŒr 800.000 Euro erworben, enteignet. Das berichtet FAZ-Korrespondent Thomas Scheen. Damit ist die gesamte Arbeit der GTZ in Frage gestellt, denn ĂŒber die Zentrale im Kongo wickelt sie fast alle Projekte ab, die mit deutscher Entwicklungshilfe gefördert werden. Die GTZ reagierte mit einer Nachrichtensperre. RĂ€tselhaft ist zudem das Verhalten der deutschen Nachrichtenportale: Niemand sonst berichtet ĂŒber diesen Skandal.

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Ein besonders spektakulĂ€res Recherche-Resultat, das sich in der Film-Doku Let’s Make Money findet, betrifft die Herkunft der riesigen Geldsummen, die in Steuerparadiesen wie Jersey umgeschlagen werden. Es passt freilich nicht richtig in die politische Ausrichtung des Autors und seiner Lieblingsprotagonisten, etwa des hessischen SPD-Linken Hermann Scheer. Ein Insider der Finanzbranche verrĂ€t, dass der wesentliche Teil dieses in Stiftungen versteckten Geldes aus Afrika und Asien stammt und in alle möglichen Projekte investiert werde, etwa in die völlig aufgeblasene Immobilienwirtschaft in Spanien. Zu Hause, wo die Menschen in Armut vegetieren, fehle das Geld. Bedauerlicherweise hat Filmemacher Erwin Wagenhofer genau diese Passage nicht in den Trailer geschnitten, den er auf seiner Webseite zeigt, sie findet sich nur in der Langfassung.

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GeschĂ€ftskredite, egal wie winzig, statt millionenschwerer Entwicklungshilfe-Almosen: Die P2P-Lending-Site Kiva vermittelt seit vier Jahren Kleinkredite von Privatleuten an Unternehmer und GrĂŒnder vor allem in EntwicklungslĂ€ndern. Heute gab Kiva bekannt, dass die Schwelle von 100 Millionen Dollar vermittelter Kredite ĂŒberschritten sei.

Das ist eine gute Nachricht – weit besser als die, dass die Bundesregierung auch in Zukunft ein Entwicklungshilfeministerium betreiben und korrupten Herrschern das Geld fĂŒr ihren galaktischen Konsum in den Hintern blasen will. Skurril ist, dass der neue Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel von der FDP kommt, die bis zum Wahltag eher Zweifel an der Alimentierung schlechter Regierungen hegte.

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