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Ein Zeichen setzen gegen rechts – das war die Hauptintention des #wirsindmehr-Konzerts in Chemnitz. Mein persönlicher Eindruck in Chemnitz war, dass die Stadtbewohner dabei ein bisschen abseits standen. Die meisten Chemnitzer Stimmen, die ich einfing, begrüßten „gegen rechts“, beklagten aber, dass der Tod eines 35-jährigen Familienvaters vor gut einer Woche allseits instrumentalisiert werde.

Die Mehrheit der Menschen in der Innenstadt bestand ab dem Nachmittag eh nicht aus Eingeborenen, sondern aus Leuten, die aus dem ganzen Land angereist waren. Ich hatte z.B. Gruppen aus Heilbronn, Mainz und anderswo vor meinem Mikro.

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Die neueste Idee der CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer ist eigentlich eine alte Idee. Vor einigen Wochen schlug sie ein „soziales“ Arbeitsjahr für junge Menschen vor. Jetzt legt sie nach: Auch „Flüchtlinge“ sollen ein Jahr Arbeitsdienst ableisten. Das, so Kramp-Karrenbauer, „dient ihrer Integration in Staat und Gesellschaft“.

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In meiner morgendlichen Nachrichtenlektüre las ich heute früh den Satz, die große Mehrheit der Flüchtlinge sei ehrlich und keinesfalls kriminell. Denselben Satz habe ich auch vorher schon immer mal wieder gelesen und nie groß drüber nachgedacht, denn er ist zu banal, um über ihn nachzudenken. Zwar wird vereinzelt tatsächlich behauptet, “die Flüchtlinge” seien allesamt kriminell, seien “Rapefugees” oder “Krimilanten”, aber das behaupten nur die aufgeregten Schreihälse, denen Flüchtlinge gar nicht kriminell genug sein können, weil es ihnen ja nur um Stimmungsmache geht.

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Zweierlei gilt es zunächst festzuhalten – erstens: Die Kölner Polizeiführung hat Medien und Öffentlichkeit (Steuerzahler) über die Silvesterausschreitungen am Hauptbahnhof vorsätzlich belogen, glaubt man den empörten Beamten, die das jetzt öffentlich machten (und hier). Und zweitens: Das ZDF hat seine Zuschauer und auch alle nicht zuschauenden Gebührenzahler durch Verschweigen ebenfalls belogen, wie dessen stellvertretender Chefredakteur zerknirscht einräumte. Wie konnte es dazu kommen?

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Das Wörtchen ABER hatte vergangenes Jahr folgende Bedeutung: Da wollten alle möglichen Leute mitteilen, sie seien zwar nicht rechtsradikal, ABER dies und jenes werde man doch wohl noch sagen dürfen. Heute lese ich ständig, die Übergriffe auf Frauen in der Silversternacht in drei Städten – Köln, Hamburg und Stuttgart – müssten zwar hart verfolgt werden, ABER mit der Zuwanderung hätten sie nichts zu tun. Dieses ständige ABER, egal, wer es benutzt, zeigt in beiden Kontexten etwas ähnliches an, nämlich Gedankenlosigkeit und Besessenheit derjenigen, die es verwenden.

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Vielleicht ist der Vorwurf des britischen Politologen Anthony Glees, Deutschland benehme sich gerade wie ein “gefühlsgeleiteter Hippie-Staat”, gar nicht so absurd, wie manche meinen. Absurd ist wohl eher, dass Deutschland gerade noch die Grenzen öffnete und außergewöhnliche Willkommensbilder produzierte, gleich darauf aber nicht nur die Grenzen dicht macht, sondern sogar Grenzkontrollen im Stile längst vergangener Zeiten wieder aufleben lässt. Und niemand möge glauben, derartiges sei “vorübergehend”, auch, wenn der Innenminister das verspricht (was sollte er auch sonst sagen?).

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Wieder sind sich alle, wirlich alle, so verdammt einig. Gestern ging es im Nachrichtensender B5 in der Heyvy-Rotation um den ungarischen Regierungschef Viktor Orban. Jedes Mal, wenn sein Name fiel, fiel als sortierendes Attribut zu ihm “rechtsnational”. Im Reigen aller Politiker, die vorkamen, war Orban der einzige, der jedes Mal einsortiert wurde. Er war auch der einzige, der einen wirklich neuen Gedanken äußerte und meinte, die Flüchtlinge in seinem Land wollten gar nicht nach Ungarn, sondern nach Deutschland. Das deckte sich mit der Beobachtung des BR-Reporters Tim Heller (phonetisch), der seit Tagen seine offenbar einzige eigene Beobachtung in jedem seiner Beiträge wiederholt, dass nämlich die in Budapest gestrandeten Flüchtlinge “Germany, Germany” skandierten.

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Die lokale Politik im Landkreis Rosenheim hat durchaus etwas mit dem Horn von Afrika zu tun. Deshalb nämlich, weil wir die Kriegsherren und politischen Gangster am Horn von Afrika (ebenso wie bislang die IS-Verbrecher oder die Boko-Haram-Menschenschlächter) einfach machen lassen (und mehr als das), und da dürfen wir uns dann auch nicht wundern, wenn immer mehr Flüchtlinge aus dieser afrikanischen Region zu uns kommen und wir das jetzt auch in der alpenländischen Provinz mitbekommen. Da, wo die Gesetzlosen ohne Widerstand aufmarschieren, da vertreiben sie die  Gesetzestreuen und die, die sich eine Perspektive für ihr Leben wünschen. In diesem Sinne sind wir selber schuld an der Flüchtlingsproblematik. Wir ignorieren, dass die Welt kleiner geworden ist. Aber die Welt ignoriert uns nicht.

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Ich kann die Malteser schon verstehen, dieses kleine Volk von 400.000 Einwohnern auf ihrer kleinen felsigen Insel vor der Küste Libyens, die seit Jahren immer wieder lebende oder tote Flüchtliche aus Afrika aus dem Meer fischen und manchmal kaum noch wissen, wo sie sie unterbringen sollen. Mit der arabischen Revolution hat die Flüchtlingswelle aber wenig zu tun. Tatsächlich dürfte der Sturz der Tyrannen dafür sorgen, dass weniger Menschen aus diesen Ländern weggehen als in der Vergangenheit.

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