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Wem gehört Dein Leben? Wer darf bestimmen, was Du sagtst, denkst, kaufst, wen Du liebst, wen Du hasst, was Du anziehst, wo Du surfst, was Du postest?

M√ľnchens Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins sagt: Du darfst das, aber¬†das, sagt Marcus da Gloria Martins auch, sei bedauerlich, weil Du wahrscheinlich noch nicht ‚Äěbereit‚Äú daf√ľr bist. Spiegel Online featured¬†ein Zitat¬†des bei Journalisten beliebten Uniformtr√§gers so: Weiterlesen

Schaufenster des Diesel-Ladens am Kudamm in Berlin ‚Äď mit einem ziemlich rebellischen Plakat f√ľrs wilde Image

Stell’ Dir vor, es g√§be ein leeres Land, das auf Leute wie Dich wartet. Niemand, der da lebt. Platz, so viel Du willst. Nichts von dem, was hier nervt. Ein jungfr√§ulicher Flecken. Eine originelle Idee, die sich die Jeansfirma Diesel da ausgedacht hat. Nat√ľrlich denken die Diesel-Werber bei ihrem romantischen Flecken an tropische Idylle. Aber was, wenn man den Pioniergeist auf das demn√§chst real sehr idyllische Mecklenburg-Vorpommern projizieren w√ľrde?

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Installation im Foyer des Bad Aiblinger Rathauses
Installation im Foyer des Bad Aiblinger Rathauses

Installation im Foyer des Bad Aiblinger Rathauses

Bad Aibling ist eine kleine Stadt im Landkreis Rosenheim und offenbar f√ľr ziemlich unkonventionelle Ideen gut. So will B√ľrgermeister Felix Schwaller im Ortskern s√§mtliche Verkehrsschilder, Ampeln, Zebrastreifen und √§hnlich √ľberfl√ľssigen Kram abrei√üen. So etwas nennt man neudeutsch Shared Space, kostet nichts, zwingt Autofahrer zum Selbergucken und hat √ľberall da, wo es schon existiert, Verkehrstote abgeschafft (Ernsthaft! Keine Ironie!). Vorher rei√üt Aibling sein Rathaus ab, ebenfalls eine gute Entscheidung. Es handelt sich um einen dieser absurd h√§sslichen 70er-Jahre-K√§sten, die landauf, landab die Innenst√§dte verschandeln. Den Abriss zelebriert die Stadt mit einer spektakul√§ren Kunstaktion. Die nunmehr ehemaligen Amtszimmer sind Galerie, die Flure auch.

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“‘Europ√§ische Zust√§nde’ – Alarmierendes Ausma√ü an Vorurteilen” lautet die erschreckende √úberschrift einer europaweiten Studie. Man sollte sie nicht zu ernst nehmen. Denn die Autoren verwenden eine groteske Definition des Begriffs Vorurteil. Ebenso grotesk sind die Schlussfolgerungen des Gr√ľnen-Politikers Cem √Ėzdemir, die auf eine Art Umerziehung der Bev√∂lkerung hinauslaufen.

Als Vorverurteiler muss sich etwa bezeichnen lassen, wer auf die Frage, ob es zu viele Einwanderer gebe, mit ja antwortet. Dass diese Definition Quatsch ist, wird deutlich, wenn man die Aussage umdreht: Nur, wer in keinem europ√§ischen Land die Einwanderung f√ľr zu hoch h√§lt, darf sich nach dem Design der Studien-Autoren f√ľr vorurteilsfrei erkl√§ren. Die Frage geht nicht der Einstellung gegen√ľber Zuwanderern nach, fragt nicht nach Respekt oder Toleranz, sondern beschr√§nkt sich auf ein quantitatives “zu viel”. Ob dieses “zu viel” mit einem Ressentiment verbunden ist oder nicht, interessiert die Autoren nicht. Plausibel ist nat√ľrlich, dass, wer Vorurteile gegen Fremde hegt, auch jegliche Zuwanderung ablehnt. Umgekehrt ist es aber sehr wohl m√∂glich, ohne jegliches Vorurteil die Zuwanderung f√ľr zu hoch zu halten. Die nackte Zahl taugt folglich nicht f√ľr den Schluss, die gemessenen 50,4 Prozent Jasager seien fremdenfeindlich.

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