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Ich möchte gern helfen, die Debatte über Holzofen-Feinstaub und -Stickoxide aus der Twitterblase heraus in die Real-Welt zu transportieren. Für alle Nicht-Twitterer: Angestoßen hat die Debatte @kachelmann. Ihm fiel auf, dass Messstationen unerklärliche Schadstoffspitzen messen, die mit Autoverkehr und der Dieseldebatte nicht erklärbar sind. Ausgerechnet Freitagabends, wenn alle gemütlich zu Hause sitzen, es draußen wenigstens ein bisschen kühl ist, schießen die Werte in die Höhe und übertreffen teils bei weitem die Rushhour-Spitzen. Insofern ist die Diesel-Debatte wirklich gespenstisch. Denn es sind gar nicht die Diesel, die die Luft zuvörderst verpesten. Die größere Belastung kommt aus Holzöfen. Das ist wiederum insofern verrückt, als es ein reines Luxusproblem ist. Ich missgönne niemandem einen gemütlichen Abend. Aber ich habe mehr Verständnis für unvermeidliche Abgase als für vermeidliche, vor allem dann, wenn die vermeidlichen die schlimmeren sind. Ein bisschen verrückt ist auch, dass alle möglichen Politiker, vor allem von SPD und Grünen, ständig über den Diesel twittern und dass Fahrverbote nötig seien, aber konsequent jeden Hinweis auf die schlimmere Problematik mit den Holzöfen ignorieren. Das geht inzwischen so weit, dass Fahrverbote für Diesel nach 24-Stunden-Durchschnittswerten verhängt werden sollen, wobei die Grenzwerte gerade nicht wegen der Dieselautos überschritten wurden, sondern wegen der Holzöfen. Es wäre nicht blöd, wenn sich die Politik irgendwann doch der Realität anpasst statt verzweifelt versucht, die Realität ihrer Ideologie unterzuordnen.

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