BeitrÀge

Dieses Motiv bringen heute alle Sonntagszeitungen

Endlich kommt Bewegung in die Sache. Endlich kommt eine Kampagne in Schwung, um M. und seinen Fotografen aus iranischer Haft zu befreien. Und offenbar interessiert das Thema jetzt auch diejenigen, die in den Medien etwas zu sagen haben. Nach der FAZ hat jetzt der Spiegel den iranischen Außenminister interviewt und sich nach den beiden inhaftierten BamS-Reportern erkundigt. Und endlich reagiert die Branche, wie es sich gehört. Mit einer gemeinsamen Aktion der Verleger und Journalisten-VerbĂ€nde. Hoffentlich hilft’s.

Der inhaftierte Reporter M. (links) beim Interview mit dem Sohn der zum Steinigen verurteilten Sakineh Ashtiani

“Irgendwie hĂ€lt sich mein VerstĂ€ndnis in Grenzen”, schreibt ein gewisser FrankDR als Leserkommentar zu einem Spiegel-Online-Artikel ĂŒber die beiden im Iran inhaftierten Reporter der Bild am Sonntag. Die beiden hĂ€tten kein Journalistenvisum gehabt, sondern seien als Touristen eingereist. “NatĂŒrlich bin ich fĂŒr die Pressefreiheit”, schreibt dieser Zyniker und beginnt damit einen Satz, der ohne ein aber gar nicht fortzusetzen geht, was dann natĂŒrlich auch gleich folgt – “aber nun so einen Wind zu machen, obwohl von den Beiden wissentlich auslĂ€ndische Gesetze gebrochen wurden…”.

Weiterlesen

Laut Ayatollah Talebi zeigt dieses Bild ein weibliches Tier

Das Menschenrecht richtet sich nach dem islamischen Recht, das den Menschen zum Tier erklĂ€rt, wenn er von Allah abfĂ€llt. So klipp und klar beschrieb es der  iranische Ayatollah Mohammed Hosein Talebi vor dem vor wenigen Tagen beendeten Weltkongress fĂŒr Philosophie in Teheran. Veranstalter: Die Unesco. Einer der Teilnehmer, Reinhard Brandt, berichtet  im Feuilleton der FAZ von empörten Nachfragen im Saal, die von lautem Beifall vor allem der versammelten Studenten begleitet wurden. Talebi habe daraufhin unmissverstĂ€ndlich auf seiner Ansicht beharrt. Ein unverĂ€ußerliches Menschenrecht, das unabhĂ€ngig sei von Einstellungen und Taten, gebe es nicht.

Weiterlesen

Ausriss aus der Amnesty-Homepage

Amnesty International hat sich in den Fall der beiden in Teheran einsitzenden deutschen Journalisten eingeschaltet – wenngleich sehr zurĂŒckhaltend. Immerhin werden jetzt einige Details bekannt. Die beiden – unterwegs fĂŒr die BamS – haben im BĂŒro des Rechtsanwalts Javid Houtan Kiyan den Sohn der zum Tode durch Steinigen verurteilten Sakineh Ashtiani interviewt. WĂ€hrend des GesprĂ€chs traten SicherheitskrĂ€fte hinzu und nahmen alle vier fest – die beiden Kollegen, Anwalt Javid Houtan Kiyan und den Ashtianis Sohn Sajjad Qaderazadeh.

Weiterlesen

[Update, Montag, 18.10.10 ] Ein Unterausschuss des Bundestages ist am Wochenende nach Teheran geflogen. Die Festnahme der beiden deutschen Journalisten, die letzte Woche in TĂ€bris festgenommen wurden, soll “selbstverstĂ€ndlich auch Gegenstand der GesprĂ€che” sein”, zitiert die BamS GrĂŒnen-Chefin Claudia Roth. “Wir haben die beidenDeutschen nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen”, sagte Ausschuss-Vorsitzender Peter Gauweiler (CSU). Die Abgeordneten wollen bis Freitag im Iran bleiben. Ihr Besuch war schon seit lĂ€ngerem geplant. Sie reisen auf Einladung des iranischen Scheinparlaments. Die BemĂŒhungen des AuswĂ€rtigen um einen Kontakt mit den beiden haben bisher nicht gefruchtet.

Weiterlesen

FrĂŒher, als die DDR noch existierte, war es Journalisten streng verboten, auf eigene Faust dort loszuziehen und zu recherchieren. Jeder Reporter musste sein Vorhaben genehmigen lassen. FĂŒr diesen Zweck gab es in der Berliner Mohrenstraße eine spezielle Dienststelle mit angeschlossenem Presseclub. Die Leute, die dort herumsaßen, waren im wesentlichen Schleimer und Verlautbarer. Leute, die die Wunschagenda der SED fĂŒr ihre Themenzettel ĂŒbernahmen und StĂŒcke ĂŒber PlanĂŒberfĂŒllung in Kombinat X verfassten oder aus irgendwelchen ZK-BeschlĂŒssen Kaffeesatzleserei ĂŒber die MachtverhĂ€ltnisse zusammenspekulierten. Auch fest in Ost-Berlin akkreditierte West-Journalisten fanden sich da.

Weiterlesen

Weil sie sich auf Land und Leute eingelassen haben mĂŒssen sich Wachleute der deutschen Botschaft in Teheran jetzt auf ein Verfahren wegen Dienstvergehens einstellen. Das meldet Spiegel Online. Kurioserweise scheint die Spiegel-Redaktion das völlig in Ordnung zu finden und hĂ€lt den MĂ€nnern vor, sie hĂ€tten sich zumindest naiv verhalten. Mehr noch: Einer der Bundespolizisten habe sogar “ein grĂŒnes BĂ€ndchen” am Handgelenk getragen, und das auch noch “am Rande einer Demonstration”. Nicht einmal bei der “ersten Befragung in der Botschaft” habe er das “Erkennungszeichen der iranischen Opposition” abgenommen. Na aber auch! Und bei dem, was jetzt kommt, mĂŒssen wir wahrscheinlich Skandal schreien: Bundespolizisten hĂ€tten Beziehungen zu einer Iranerin gehabt. Beziehung! Womöglich sogar Sex! Au weia!

Weiterlesen