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Man sieht es an der völlig verunglückten Berichterstattung nach dem „Tod eines Feuerwehrmanns“ in Augsburg. Man sieht es täglich bei Berichterstattung über Gewalt. Der deutsche Journalismus hat sich über die Jahre in eine masochistische Berufsethik hineingesteigert. Die bringt gut gemeinten, aber in Wahrheit abstoßend zynischen Relativismus hervor. Parolenhaftes Denken: Dieses oder jenes können wir nicht berichten, das würde ja den Rechten Vorschub leisten. Das fällt wörtlich so in Diskussionen in Redaktionen: Vorschub leisten. Welcher normal denkende Mensch redet so?

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Je suis Charlie”. Auch, wenn die NPD sich heute ebenfalls Charlie Hebdo nennt und Pegida sich bestätigt sieht. Beifall von der falschen Seite lässt sich nicht vermeiden. Die giftige Melange aus Abendland, Morgenland, Ressentiment und Opportunismus ist nach den Schüssen in Paris noch giftiger geworden. In den Radionachrichten hörte ich heute mehrmals Pegida als Thema Nummer 2. Ohne Charlie Hebdo wäre es jedenfalls beim Bayerischen Rundfunk auch heute Thema Nummer 1 gewesen. Die heutige Folge handelte davon, dass auch Horst Seehofer in Kreuth etwas zu Pegida zu sagen hatte. In Kurzform: Er sagte dasselbe wie alle anderen aus allen anderen Parteien, nur etwas freundlicher. Und ein weiteres Mal beschlich mich das Gefühl, dass sich zu viele Leute die gute Sache derart zu eigen machen, dass am Ende eine schlechte daraus wird.

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So langsam kehrt die Normalität zurück, aber als Mubarak in Ägypten wankte, trug die Angst vor Islamismus zwischenzeitlich hysterische Züge. Westliche Regierungen, auch Israels, schienen zu glauben, der Araber an sich neige zu Mordlust und Fanatismus, quasi genetisch vorbestimmt. Mag sein, dass die sichtbare Selbstausgrenzung von Muslimen in Paris, London, Duisburg, Berlin und anderswo dieses Bild prägt, auch das skandalöse Schweigen muslimischer Verbände in Deutschland zu islamistischem Terror und aktuell zur arabischen Revolution.

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