Beiträge

,

Mord an Lena: Haben die Deich-Sheriffs diesmal den Richtigen?

Schon dreist, was sich die Polizei in Emden jetzt schon wieder leistet. Dass die Ermittler einen neuen Verdächtigen für den Mord an der elfjährigen Lena haben, mag als gute Nachricht durchgehen - vorausgesetzt, es ist diesmal der richtige.…

"Dass Berlin nicht zum Zuge kommt, hängt schlicht mit den Platzverhältnissen zusammen"

Es mag vielleicht gute Gründe dafür geben, dass Deutschland den Eurovisions-Song-Contest nächstes Jahr in Düsseldorf statt in Berlin ausrichtet. Den ARD-Intendanten, die sich jetzt für Düsseldorf entschieden, sind allerdings keine…

Stefan Raab hat sich das Bundesverdienstkreuz verdient

Hätte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl nicht gegen viele Widerstände privates Radio und Fernsehen durchgesetzt, dann wäre Stefan Raab Metzger geblieben. Raab hätte noch so tolle Ideen haben können, die grauen Gremienherrschaften in den öffentlich-rechtlichen Anstalten hätten ihn nicht mal auf einen Kaffee empfangen, geschweige denn, ihm die Gestaltung des deutschen Beitrags zum Eurovision Song Contest überlassen. Dank des Privatfernsehens, in diesem Fall Viva und Pro7, konnte sich Raab auch ohne ARD-Gremien auf den Weg machen. Dass der ihn auch zum Grand Prix führen sollte, hatte er bekanntlich schon früh auf dem Zettel. Raab hat sich ja immer in diese Richtung gedrängt, mit Guildo Horn, Max Mutze, seinem eigenen Beitrag und seinem Bundesvision Song Contest, der ja wohl nicht zufällig so hieß. Und jetzt hat er mit Lena einen gigantischen Sieg eingefahren, die grauen Herrschaften maßlos düpiert, Bohlen endgültig zum Proll-Prahler deklassiert und deutschen Pop international konkurrenzfähig gemacht.Dass Lena an den Start durfte, verdankt sie Raab und seiner Methode. Wer sonst hätte einer Sängerin eine Chance gegeben, die nicht einstudiert wirkt, sondern echt und natürlich? Das wurde zwar schon oft geschrieben, aber im Detail muss man es trotzdem erklären. Deutsche Sänger (oder Moderatoren und Schauspieler) wirken fast immer bemüht. Wenn Pilawa interessiert in die Kamera guckt, dann sieht man, dass er jetzt denkt: Interessiert gucken. Wenn Lanz seine Stimme auf Betroffenheit moduliert, dann sieht man, dass er denkt: Betroffen klingen. Wenn ein Tatort-Kommissar angesichts der schlimmen Welt entgeistert flucht, dann sieht und hört man, dass er denkt: Entgeistert fluchen. Das Einschalten des Betroffenheits-Modus wird als bewusster Akt sichtbar. Bei Lena ist das anders. Als sie beim Grand-Prix-Finale in die Kamera zwinkerte, sah das aus, als sei ihr das gerade in den Sinn gekommen. Diese Fähigkeit ist eher für Hollywood typisch als für Hannover. Deutsche Fernsehfilme sehen anders aus als amerikanische. Das Licht ist anders, die Kameraführung, die Dramaturgie, die Dialoge. Wie auch amerikanische TV-Moderatoren anders auftreten, amerikanische Politiker anders reden und amerikanische Sänger anders singen als ihre deutschen Pendants. Mit weniger Worten, weniger Gesten und weniger Getue, aber dafür mit genau den notwendigen und richtigen Gesten, Taten und Worten zum richtigen Zeitpunk, fokussiert und präzise. Und genau das hat Lena auch drauf, und Raab hat es erkannt.