BeitrÀge

Lieber Herr Professor Tsokos, in Ihrem neuen Buch und in zahlreichen Interviews, die Sie dazu in letzter Zeit gegeben haben, plĂ€dieren Sie fĂŒr eine grundlegende Reform der Jugendhilfe und, wenn ich Sie da richtig verstehe, fĂŒr eine deutliche StĂ€rkung der Rechtsmedizin in diesem Feld. In diesem Zusammenhang möchte ich Sie fragen, ob Sie den Fall Lea aus ThĂŒringen kennen. Lea war 5 Jahre alt, als sie mit allen Anzeichen schwerer Misshandlung auffiel. Monatelang stritten sich alle möglichen staatlichen Instanzen, was mit ihr passieren sollte. Sie beschreiben ja selber derartiges und sprechen dann von Systemversagen. Im Fall Lea hat leider auch die Rechtsmedizin versagt. Ich frage Sie nach diesem Fall, weil Sie ja fordern, den Rechtsmedizinern mehr Einfluss in der Jugendhilfe zuzusprechen. Damit wĂŒrden Sie aber auch die Macht eines offensichtlich schlecht gefĂŒhrten Instituts wie dem in Jena mehr Macht geben, und das können Sie eigentlich nicht ernst meinen.

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Man hĂ€tte es sich denken können: ZustĂ€ndigkeitshalber bekam das rechtsmedizinische Institut in Jena die Aufgabe, die toten NSU-Terroristen Mundlos und Böhnhardt zu obduzieren. Dabei gab es eine schwere Panne, wie jetzt das Magazin Focus recherchierte. Instituts-Chefin Gita Mall, Stammlesern meines Blogs aus zahlreichen Artikeln bekannt, musste die beiden Leichen vom BegrĂ€bnis zurĂŒckrufen, weil ihre SpitzenkrĂ€fte (oder sie selbst?) unfassbarerweise vergessen hatten, auch die hinteren Seiten zu öffnen und zu schauen, ob da vielleicht Projektile stecken.

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Die Staatsanwaltschaft Gera hat das Ermittlungsverfahren gegen die Rechtsmedizinerin Dr. Heike K. ohne Resultat beendet. K. war von der Chefin der Jenaer Rechtsmedizin, Gita-Else Mall, angezeigt worden. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Jens Wörmann, sagte auf meine Anfrage, das Verfahren sei nach Paragraph 170 Strafprozessordnung eingestellt worden. Es habe sich “kein hinreichender Tatverdacht” ergeben. Der bei Dr. K. beschlagnahmte Aktenordner sei der Polizei ĂŒbergeben worden, wohl deshalb, damit die ihn seiner Besitzerin zurĂŒckgebe.

FĂŒr Frau Mall ist das eine krĂ€ftige Schlappe. Sie hatte Dr. K. beschuldigt, mir interne Informationen zugesteckt zu haben und wollte sie dafĂŒr vor ein Strafgericht bringen. Das ist jetzt erledigt.

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Sonntagsreden sind das eine. Vor einiger Zeit veranstaltete der Bund Deutscher Kriminalbeamter gemeinsam mit der Techniker-Krankenkasse in Erfurt einen Kongress zum Thema Kindesmisshandlung. Ein Ermittler zeigte grausame Bilder von Kindern, die verprĂŒgelt, zerkratzt, mit SĂ€ure ĂŒbergossen, verbrĂŒht oder verbrannt worden waren. Auch die Chefin der Jenaer Rechtsmedizin, Gita-Else Mall, war da. Sie wird in der Ost-ThĂŒringischen Zeitung mit diesem Satz zitiert: “Wir haben uns zur Regel gemacht, auch die kleinen Verletzungen wie HĂ€matome der Kinder anzuzeigen.”

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Eine Fallstudie von Professor Gerhard Bundschuh fĂŒr die Zeitschrift Kriminalistik bestĂ€tigt meine Berichterstattung ĂŒber den ungeklĂ€rten Tod des 96-jĂ€hrigen Rudolf F. aus Meiningen. Bundschuh hat fĂŒr seine Arbeit den Fall mit einem Modell detailliert nachgestellt. In den rechtsmedizinischen Befunden ist er auf zahlreiche WidersprĂŒche und Ungereimtheiten gestoßen. Außerdem Ă€ußert er einen scharfen Verdacht gegen die Staatsanwaltschaft Meiningen: “Die Ermittlungen werden eingestellt, noch bevor gerichtsmedizinische Abschlussgutachten vorliegen”.

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So viel teuren Ärger hat mir in fast 30 Berufsjahren noch keine Geschichte eingebracht: Meine BeitrĂ€ge ĂŒber den mysteriösen Tod eines alten Mannes in einer ThĂŒringer Klinik beschĂ€ftigen eine Staatsanwaltschaft, die nach meinen Informanten fahndet. Und einer der Texte, ausgerechnet ein Kommentar, fĂŒr das VerstĂ€ndnis der Geschichte eher unwichtig, fĂŒhrte mich heute zur Verhandlung vor das Hamburger Landgericht. Dort hatte mich die Jenaer Rechtsmedizin-Chefin Gita-Else Mall auf Unterlassung verklagt. Heraus kam ein Vergleich. Ich akzeptiere 11 von 13 Punkten des Unterlassungsbegehrens (zwei hatte das Gericht schon gestrichen), dafĂŒr verzichtet die Gegenseite auf eine Richtigstellung (und vermeidet damit natĂŒrlich auch, dass das, was in meinem Kommentar stand, wieder lesbar wird, denn dieser Kommentar ist ja lĂ€ngst offline). Jede Seite hat eine Woche Zeit, den Vergleich zu widerrufen. Sauteuer war die Sache zudem. Alles, was hier folgt, darf ich weiter schreiben (jedenfalls hat es mir bisher niemand verboten). Darunter sind auch Details, die bisher unveröffentlicht sind.

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Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Gera, die meine Informanten in der Rechtsmedizin Jena aufdecken sollen, laufen jetzt seit fast drei Monaten ohne Resultat.  Das ist insofern bemerkenswert, als ich inzwischen weiß, welche FĂŒlle an Material die Ermittler in dem Fall zu sichten haben: Es handelt sich laut Staatsanwaltschafts-Sprecher Jens Wörmann um einen einzigen Leitz-Hefter. Den ließ die Staatsanwaltschaft bei einer Wohnungsdurchsuchung bei einer Rechtsmedizinerin des Jenaer Instituts beschlagnahmen.

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Die Staatsanwaltschaft Gera versucht offenbar, mit strafrechtlichen Ermittlungen meine Informanten offenzulegen. Ihr Sprecher, Jens Wörmann, sagte auf meine Anfrage, einer Ärztin werde vorgeworfen, sie habe mir Informationen ĂŒbergeben. Wörmann kĂŒndigte an, ich wĂŒrde demnĂ€chst als Zeuge befragt. Da ich “Verfahrensbeteiligter” sei, dĂŒrfe er mir keine weitergehenden AuskĂŒnfte in der Sache erteilen.

Das Ermittlungsverfahren lĂ€uft jetzt seit ĂŒber einem Monat. Es beruht auf einer Strafanzeige des Jenaer Instituts fĂŒr Rechtsmedizin und richtet sich gegen eine Ärztin, die offenbar mehrfach andere Ansichten vertrat als ihre Chefin Gita-Else Mall. Dabei geht es um die Frage, wer mir Informationen zum bis heute ungeklĂ€rten und rĂ€tselhaften  Todesfall F. gegeben haben könnte. Offenbar verdĂ€chtigt die Staatsanwaltschaft die Ärztin, ließ ihre Privatwohnung durchsuchen und beschlagnahmte Unterlagen.

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Teil 16 von 16 Folgen der Serie Mord in Klinik vertuscht?

Wo sind die Röntgenbilder, die womöglich beweisen, dass der tote Rudolf F. noch einen intakten Kehlkopf hatte, als er in die Klinik kam? “Die Staatsanwaltschaft hat unsere Röntgenbilder verschlumpert”, sagte der Verwaltungsdirektor des Rhön-Klinikums Meiningen, Joachim Schaar. Diese Aussage ist brisant, denn es ist strittig, was auf den Röntgenbildern zu sehen war. Staatsanwaltschaft Meiningen und Rechtsmedizin Jena behaupten, der Kehlkopf von F. sei schon gebrochen gewesen, als er in die Klinik kam. Zwei Hamburger Pathologen bestreiten das. Die Frage, um die es dabei geht, lautet: Wurde F. in der Klinik umgebracht, oder starb er an den Folgen eines Unfalls zu Hause?

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Teil 15 von 16 Folgen der Serie Mord in Klinik vertuscht?

Grabstelle von Rudolf F. in Wasungen. Seine Todesursache ist weiter ungeklÀrt

Einer der Söhne von Rudolf F. hat die AufklĂ€rung des mysteriösen Todes seines Vaters  gefordert. Thomas F. (54) sagte, in dem Fall “mĂŒsste die Staatsanwaltschaft aktiv werden. Das ist doch logisch”. Ich habe F. gemeinsam mit der Gerichtsreporterin der ThĂŒringer Allgemeinen,Meinhild Römer, in Wasungen getroffen, dem Heimatort seines Vaters.

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