BeitrÀge

Das Framing-Manual der ARD ist ja nicht neu. Es stammt bereits aus dem Jahr 2017, wie die „GeneralsekretĂ€rin“ des PolitbĂŒros der ARD, Dr. Susanne Pfab, mitteilte. Allerdings macht das die Sache nur noch heikler fĂŒr die Anstalten. Die „Arbeitsunterlage“, wie die GeneralsekretĂ€rin das Manual verharmlosend framed, stellt sich damit als Blaupause fĂŒr die Außendarstellung der ARD dar. Es mag sich nicht um die Kommunikationsstrategie der ARD an sich handeln, aber um die gedankliche Basis einer solchen. Die GeneralsekretĂ€rin möge die Kommunikationsstrategie, die sie in ihrer Stellungnahme erwĂ€hnt, freundlicherweise nachreichen. Urheberrechtliche Hindernisse dĂŒrften da nicht bestehen, da es sich ja nicht um eine bei einem Framing-Institut gekaufte Arbeit handeln sollte. Sie wissen doch,  Frau GeneralsekretĂ€rin: Wir sind Deins! Also: Ihr seid meins.

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Das Framing-Manual der ARD ist eine politische Systemschrift und keineswegs nur eine unverbindliche Handreichung zur internen Abstimmung unter ARD-FĂŒhrungskrĂ€ften. Es enthĂ€lt seitenweise auf prĂ€gnante Formeln reduzierte politische Ortsbestimmungen. Es ist eine Art politisches Manifest der ARD. Es enthĂ€lt Definitionen von Demokratie, Wirtschaftsordnung und Rechtsordnung, die weniger mit einem unabhĂ€ngigen Medium zu tun haben, sondern mit einem Staat im Staate. Sie widersprechen fast durchgĂ€ngig Geist und Buchstaben der Verfassung und der liberalen, freiheitlichen Demokratie. Vielmehr propagieren sie „kontrollierte Demokratie“ – und zwar nicht im Sinne unabhĂ€ngiger Medien, die aus journalistischer Distanz heraus den Staat und seine Institutionen kontrollieren, sondern als institutionalisiertes eigenstaatliches System. Das Manual liefert propagandistische Bausteine, die es dem ARD-System ermöglichen sollen, sich unkontrolliert als Zentralmacht zu festigen.

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Der Fall Relotius hat viel mit Donald Trump zu tun, oder treffender: Mit dem Bild, das deutsche Medien von Donald Trump zeichnen. Als die republikanische Partei ihren Vorwahlkampf austrug, da galt Trump fast allen deutschen Medien, den Leitmedien zumal, als verrĂŒckter Kobold, der gewiss keine Chance auf die Nominierung habe. Und doch wurde Trump republikanischer PrĂ€sidentschaftskandidat und zog gegen Hillary Clinton von den Demokraten ins Rennen. Gegen Hillary! Links, weiblich, intellektuell, irgendwie europĂ€isch – Hillary war die erklĂ€rte und fast einhellige Favoritin der deutschen Großmedien. Sie war derart favorisiert, dass die Publizistik jede objektive Analyse fahren ließ und mit maximal verzerrter Wahrnehmung behauptete: Hillary wird gewinnen. Hillary wird die erste Frau im Weißen Haus. Links, sozial, irgendwie europĂ€isch, eine Art messianische Erscheinung. Es kam aber wieder anders. Die WĂ€hler in den USA wĂ€hlten Trump. Die deutschen Medien standen sehr nackig da. Es folgte Kritik am US-Wahlsystem. Plötzlich war Putin schuld. Oder es war diese angeblich dumme Landbevölkerung, diese angeblich durchweg tumben weißen Trash-Gestalten mit ihren fetten Pickups-Trucks, die Winchester geschultert, das Whisky-Glas in der Hand, die grölend ihren Donald auf dem Stimmzettel ankreuzten und damit das gute Amerika, das „diverse“ Amerika, an die Wand nagelten.

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Alexa: Gutenachtgeschichte! Wer zu Hause eine Alexa hat und ihr eine Gutenachtgeschichte abverlangt, der bekommt eine tĂ€glich frische Produktion fĂŒr Kinder. Die hat nicht der Amazon-Konzern in Auftrag gegeben – schreiben, sprechen und produzieren lassen –, sondern der Bayerische Rundfunk. Den Nutzer kostet sie nichts. Bzw: Jeder Amazon-Nutzer in Deutschland ist zwangslĂ€ufig natĂŒrlich auch GebĂŒhrenzahler. Insofern darf man die Kindergeschichte von Alexa prinzipiell als mitgezahlt ansehen, jedenfalls in Bayern. Dass bayerische GebĂŒhrenzahler die Kindergeschichten fĂŒr norddeutsche Kinder mitfinanzieren sei jetzt außen vorgelassen. Interessanter ist schon die Frage, warum Nichtbesitzer einer Alexa die tĂ€gliche Gutenachtgeschichtenproduktion fĂŒr solche Alexa-Besitzer mitfinanzieren mĂŒssen, die am Abend zu mĂŒde sind, um ihrem Nachwuchs selber ein MĂ€rchen vorzulesen. 

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Der Schwiegersohn von US-PrĂ€sident Donald Trump, Jared Kushner, arbeitet offenbar schon seit 18 Monaten an einem Plan, der die politische Lage im Nahen Osten grundlegend Ă€ndern wĂŒrde – und die mutmaßlich gefĂ€hrlichste Krisenregion der Welt befrieden soll. Dahinter steckt die Idee, das seit 1949 bestehende Problem der PalĂ€stinaflĂŒchtlinge doch einmal zu lösen und zu diesem Zweck die UN-Unterorganisation abzuschaffen, die die PalĂ€stinenser unter dem Aspekt des FlĂŒchtlingsstatus betreut: Die UNRWA.

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Gibt es bisher nur destruktiven Jounalismus? Es drĂ€ngt sich auf, darauf mit ja zu antworten, glaubt man denen, die neuerdings das Konzept des „konstruktiven Journalismus“ propagieren. Es handelt sich vorzugsweise um Kollegen mit eher grĂŒnen oder linken Ansichten und bei öffentlich-rechtlichen Anstalten und bei der Zeit, die mit „konstruktiven“ AnsĂ€tzen experimentieren. Die seien eine Chance, die GlaubwĂŒrdigkeit der Medien zu erhöhen, heißt es dabei gern. 

Das Konzept des „konstruktiven Journalismus“ predigt „Lösungen statt Probleme“. Kurz gesagt: Journalismus solle nicht nur MissstĂ€nde anprangern, sondern auch Wege zur Lösung anbieten. Sogar der Focus outet sich neuerdings als Verfechter eines solchen Ansatzes, was glĂŒcklicherweise nicht nur ich ziemlich spaßig finde. Offenbar glaubt man jetzt auch in Clickbaithausen, sein Ansehen mit einer schönklingenden Parole und ohne viel MĂŒhe aufpolieren zu können. Durchdacht ist das alles nicht. „Konstruktiv“ klingt schön, aber es ist ist nichts als PR-artiges GeschwĂ€tz und schafft nichts als WidersprĂŒche und neue Probleme. Weiterlesen

FĂŒr ein Thema, an dem ich schon eine Weile recherchiere, benötige ich eigentlich auch eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft Köln. Wie es aussieht, werde ich nicht anders können, als in dem betreffenden Beitrag einfach festzustellen, dass man dort nicht bereit und/oder in der Lage war, meine Fragen zu beantworten. So was kommt schon mal vor. In diesem Fall ist es aber extra bemerkenswert, weil ich die Kölner Sag-nichts-Masche so noch nicht erlebt habe.

Dabei gibt sich die Pressestelle zunĂ€chst sehr offen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Webseite mit den Namen und Durchwahlnummern aller Ansprechpartner ins Netz gestellt. Das ist keine SelbstverstĂ€ndlichkeit. Andere Staatsanwaltschaften geben sich da nicht so offen. Aber wie sich zeigt, handelt es sich nur um einen Schein von Offenheit. WĂ€hlt man die Nummern der Reihe nach ab, dann erreicht man so gut wie nie den gewĂŒnschten GesprĂ€chspartner. Auf der Webseite ist auch eine E-Mail-Adresse fĂŒr Anfragen vermerkt. Die empfiehlt sich ohnehin, weil in den wenigen FĂ€llen, in denen doch mal jemand ans Telefon geht, der Betreffende scheinbar grundsĂ€tzlich immer um eine schriftliche Anfrage per E-Mail bittet (leider eine generell gĂ€ngige Unart). In einer anderen Recherche benötigte ich ĂŒber eine Woche, bis ich einen RĂŒckruf und dann auch tatsĂ€chlich eine Antwort auf meine Frage bekam. Ich akzeptierte ĂŒbrigens die mĂŒndliche Auskunft und bestand meinerseits nicht auf die Schriftform. Weiterlesen

Auch unter deutschen Medienschaffenden wird gerade ein Film des Magazins Vice ĂŒber die Gewalt in Charlottesville schwer gelobt – was man nur als schwere Heuchelei bezeichnen kann. Dieselben, die diesen Film loben, krakeelen sonst gequirlte Scheiße, wenn gezeigt wird, was dieser Film zeigt. Ereignisse, Gewalt, Verletzte auf Tragen, TĂ€ter, sogar redende TĂ€ter, sogar redende TĂ€ter-AnfĂŒhrer. Der Film zeigt alles und jeden.

Der Film zeigt dagegen nicht: Behördensprecher, Politiker, sogenannte Experten, Klugscheißer, Besserwisser, Medienverhinderer mit Datenschutzkomplex, Gremiensaberfanten. Der einzige Politiker, der zu Wort kommt, wird als einziger nicht im Bild gezeigt. Der ist nur hinter Schwarzbild zu hören.

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Sie habe es es schon wieder getan. Arte kann es nicht lassen, dieses vermeintlich grenzĂŒberschreitende Kulturfernsehen zum Nutzen der Menschheit (oder so). Mit „Gaza: Ist das ein Leben“ haben sie wieder einen antiisraelischen und antijĂŒdischen Hassfilm veröffentlicht. Warum es sich um einen Hassfilm handelt hat mena-watch detailliert beschrieben. 

Wie schon in frĂŒheren FĂ€llen weigerte sich Arte, Fragen von Kritikern respektvoll zu beantworten. Mit respektvoll meine ich: So, dass Kritiker ernst genommen werden und sich ernst genommen fĂŒhlen können. Arte reagierte wie ĂŒblich arrogant und hochherrschaftlich. Man tippte ein belangloses, verharmlosendes, jeden Fragesteller verĂ€chtlich machendes sogenanntes Pressestatement zusammen. Auf das verwies Arte dann Fragesteller und Kritiker. Diese Methode heißt: Was hier zu fragen gestattet ist, bestimmen wir.

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Neuerdings kurisert im Internet ein Video, in dem eine Frau in einem gemusterten Kleid behauptet, Deutschland und Ungarn hĂ€tten eine gemeinsame LĂ€ndergrenze. Dieses Video verbreitete sich sogleich in den sozialen Medien und sorgte dort fĂŒr aufgeheizte Debatten. Dabei ging es durchaus um heikle Themen. So wurde in manchen DiskussionsbeitrĂ€gen die FlĂŒchtlingspolitik der Bundesregierung mit der deutsch-ungarischen Grenze in Verbindung gebracht. Den professionellen Faktenkontrolleuren im Netz, etwa dem Faktenfinder der ARD-Tagesschau, ist das Video mit der behaupteten deutsch-ungarischen Grenze wohl entgangen. Darum fragen wir jetzt: Wie ist das wirklich mit der deutsch-ungarischen Grenze?

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