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Wirtschaftsminister Peter Altmaier ist es peinlich, dass in „seinem“ Deutschland, in dem er Wirtschaftminister ist, stĂ€ndig die Funkverbindungen abreißen. Naheliegenderweise ist ihm das gegenĂŒber seinesgleichen peinlich. Denen aus seiner Peergroup. Das sind also Minister und Staatsleute aus anderen LĂ€ndern. Diejenigen Dam- und Herrschaften, denen man sich auf EmpfĂ€ngen, Banketten, Konferenzen und dem Bundespresseball begegnet. Altmaiers Szene. Der Kreis von Leuten, wo sie unter sich sind. Lifestyle. Altmaier gehört zur Peergroup der Staatsleute auf Ministerlevel. Staatsleute-Peergroup ist wie Hiphopper, Biker, Hipster, GrĂŒnökos oder Nazis. Man hat seine eigene Sprache, an der man sich erkennt. Man trĂ€gt gewisse Klamottenmarken. Man hört staatstragende Musik und liest hilfreiche Zeitungen. Statt auf dem Bakfiets rollt man in einer Limousine umher und hat – besonders cool und vom Plebs der Parlamentarier nicht zu kopieren – jederzeit einen Jet mit Hoheitspatch am Leitwerk zur VerfĂŒgung. Staatsgrenzen existieren fĂŒr die StaatsmĂ€nner nicht, sie haben nĂ€mlich einen Diplomatenpass (aber den haben auch die plebsigen Parlamentarier). Das Gute an der Minister-Peergroup ist, dass sie nur wenige Mitglieder hat. Okay, auf einer Uno-Vollversammlung drĂ€ngeln sie sich alle. Und vor allem diese unangenehmen Scheichs mit ihrem angeberischen Tross, die schon auf dem Flughafen auffallen, wenn da fĂŒr jeden von denen gleich ein ganzer Flugzeug-Konvoi landet. Oder diese afrikanischen Diktatoren mit ihren Frauen, die wie ChristbĂ€ume behĂ€ngt herumlaufen. Oder dieser Trump, der wirklich glaubt, er sei die Nummer 1 in unserer Peergroup. Und dieser Chines, der immer auf Understatement macht aber nur mit dem Finger schnipst, und Tausende Leute hopsen auf sein Kommando.

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Als das iPhone noch nicht erfunden war, waren SMS der Hit

Mobilfunkfirmen neigen zu fast autistischem Kommunikationsverhalten. In der Regel verstehen sie nicht, was normale Menschen von ihnen wollen. Meistens ist so etwas schĂ€dlich. Einmal aber kam dabei rein zufĂ€llig und ungeplant ein MilliardengeschĂ€ft heraus – nĂ€mlich bei der EinfĂŒhrung der SMS. Die kurzen Textnachrichten fĂŒrs Handy wurden nicht beworben, es gab keine Kampagne zur ProdukteinfĂŒhrung. Trotzdem brachten sie gewaltige UmsĂ€tze. Jetzt geht das SMS-Zeitalter vorbei, die Mobilfunker haben ihre Kunden immer noch nicht verstanden und arbeiten an einem Nachfolgedienst, an dessen Chancen wohl nur die VorstĂ€nde der Konzerne glauben.

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Die Mobilfunkfirmen beklagen wieder einmal, auf Kosten von Internetfirmen UmsĂ€tze zu verlieren. Aktuell geht es um UmsatzeinbrĂŒche mit SMS. Das ist insofern kurios, als die Netzbetreiber offenbar vergessen haben, dass sie die kurzen 160-Zeichen-Nachrichten ursprĂŒnglich gar nicht haben wollten. Als Anfang der 90er Jahre der GSM-Standard verhandelt wurde, war es GerĂ€tehersteller Nokia, der die SMS gegen das Votum der Netzbetreiber durchsetzte. In den USA gelang nicht einmal das, weshalb SMS dort jahrelang völlig unbekannt waren, wĂ€hrend in Europa schon Millionen von Handy zu Handy geschickt wurden.

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