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Ein Zeichen setzen gegen rechts – das war die Hauptintention des #wirsindmehr-Konzerts in Chemnitz. Mein persönlicher Eindruck in Chemnitz war, dass die Stadtbewohner dabei ein bisschen abseits standen. Die meisten Chemnitzer Stimmen, die ich einfing, begrüßten „gegen rechts“, beklagten aber, dass der Tod eines 35-jährigen Familienvaters vor gut einer Woche allseits instrumentalisiert werde.

Die Mehrheit der Menschen in der Innenstadt bestand ab dem Nachmittag eh nicht aus Eingeborenen, sondern aus Leuten, die aus dem ganzen Land angereist waren. Ich hatte z.B. Gruppen aus Heilbronn, Mainz und anderswo vor meinem Mikro.

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Links, das war der Protest gegen das G20-Treffen. Das G20-Treffen selbst muss demnach rechts gewesen sein, wenn links und rechts als politische Zuschreibungen noch irgendeinen Sinn ergeben sollten. Linke waren es auch, die vorher an gewaltsame Eskalation nicht glauben wollten, voran SPD und Grüne, die in Hamburg gemeinsam regieren. Dass Sicherheitsbehörden oder auch die Polizeigewerkschaften schon im Vorfeld Befürchtungen äußerten ist auch nicht überraschend. Die gehören halt nicht dazu zum linken Lager, sind nach linker Logik also auch rechs. Die Linken redeten die Gefährlichkeit ihrergleichen herunter, die Rechten redeten linke Gefährlichkeit hoch, der übliche politische Tanz. Dann  aber eskalierte die Gewalt. Die Rechte behielt recht, und sie hat die Bilder und Augenzeugenberichte zur Seite, die aus den sozialen Medien in die redaktionellen Medien sickerten und wie nie zuvor eine neue Deutung durchsetzten: Auch Linke können gewalttätig und böse sein.

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