BeitrÀge

Wirtschaftsminister Peter Altmaier ist es peinlich, dass in „seinem“ Deutschland, in dem er Wirtschaftminister ist, stĂ€ndig die Funkverbindungen abreißen. Naheliegenderweise ist ihm das gegenĂŒber seinesgleichen peinlich. Denen aus seiner Peergroup. Das sind also Minister und Staatsleute aus anderen LĂ€ndern. Diejenigen Dam- und Herrschaften, denen man sich auf EmpfĂ€ngen, Banketten, Konferenzen und dem Bundespresseball begegnet. Altmaiers Szene. Der Kreis von Leuten, wo sie unter sich sind. Lifestyle. Altmaier gehört zur Peergroup der Staatsleute auf Ministerlevel. Staatsleute-Peergroup ist wie Hiphopper, Biker, Hipster, GrĂŒnökos oder Nazis. Man hat seine eigene Sprache, an der man sich erkennt. Man trĂ€gt gewisse Klamottenmarken. Man hört staatstragende Musik und liest hilfreiche Zeitungen. Statt auf dem Bakfiets rollt man in einer Limousine umher und hat – besonders cool und vom Plebs der Parlamentarier nicht zu kopieren – jederzeit einen Jet mit Hoheitspatch am Leitwerk zur VerfĂŒgung. Staatsgrenzen existieren fĂŒr die StaatsmĂ€nner nicht, sie haben nĂ€mlich einen Diplomatenpass (aber den haben auch die plebsigen Parlamentarier). Das Gute an der Minister-Peergroup ist, dass sie nur wenige Mitglieder hat. Okay, auf einer Uno-Vollversammlung drĂ€ngeln sie sich alle. Und vor allem diese unangenehmen Scheichs mit ihrem angeberischen Tross, die schon auf dem Flughafen auffallen, wenn da fĂŒr jeden von denen gleich ein ganzer Flugzeug-Konvoi landet. Oder diese afrikanischen Diktatoren mit ihren Frauen, die wie ChristbĂ€ume behĂ€ngt herumlaufen. Oder dieser Trump, der wirklich glaubt, er sei die Nummer 1 in unserer Peergroup. Und dieser Chines, der immer auf Understatement macht aber nur mit dem Finger schnipst, und Tausende Leute hopsen auf sein Kommando.

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Die staatliche T-Zeitung fĂŒrs iPhone: Geht anders als bei der Tagesschau auch ohne Dreistufentest

Die Deutsche Telekom gehört zu 30 Prozent dem Staat. Ihr Job ist es eigentlich, Deutschland mit modernen Datenleitungen zu versorgen, und zwar im Wettbewerb mit privaten Konkurrenten. Das allein ist den Managern aber zu langweilig und unglamourös. Darum streben sie mit Macht in das, was sie ContentgeschĂ€ft nennen und was nichts anderes ist als ein Auftritt als Medienunternehmen. Aktuell bietet die Telekom auf die Bundesliga-Übertragungsrechte im Bezahlfernsehen. Das wĂ€re eine Konkurrenz zur öffentlich-rechtlichen Sportschau – auch, wenn es auf den ersten Blick anders aussieht. Formal bietet die Telekom gegen den Pay-TV-Privatsender Sky. Wenn aber T-Online Bundesligaspiele auch im Netz ĂŒbertragen darf, dann wĂ€re das sehr wohl eine Konkurrenz zur ARD – und nicht die erste.

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Letzten Donnerstag fiel mein Internet aus. Es geht bis heute nicht. DafĂŒr habe ich seitdem viel Zeit an der Telekom-Kundenhotline verbracht und gelernt, dass der T-Service sich auf den ersten Blick zwar netter prĂ€sentiert, in der Substanz aber genauso miserabel ist wie eh und je.

Donnerstag Abend rief ich das erste Mal an. Ein ziemlicher fitter Mitarbeiter erklĂ€rte mir, er messe meinen Anschluss aus der Ferne durch und konstatierte dann einen Erde-Kontakt, nicht in meiner Wohnung, sondern irgendwo unterwegs an der Zuleitung. Sodann rief er den Terminkalender der Außendienst-Techniker auf und sagte mir zu, den Samstag darauf, also zwei Tage spĂ€ter, sei der Schaden zwischen 12 und 16 Uhr repariert. Er notierte meine Handy-Nummer fĂŒr allfĂ€llige RĂŒckfragen, denn mein Festnetzanschluss geht zurzeit auch nicht.

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