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Der Fall Relotius hat viel mit Donald Trump zu tun, oder treffender: Mit dem Bild, das deutsche Medien von Donald Trump zeichnen. Als die republikanische Partei ihren Vorwahlkampf austrug, da galt Trump fast allen deutschen Medien, den Leitmedien zumal, als verrückter Kobold, der gewiss keine Chance auf die Nominierung habe. Und doch wurde Trump republikanischer Präsidentschaftskandidat und zog gegen Hillary Clinton von den Demokraten ins Rennen. Gegen Hillary! Links, weiblich, intellektuell, irgendwie europäisch – Hillary war die erklärte und fast einhellige Favoritin der deutschen Großmedien. Sie war derart favorisiert, dass die Publizistik jede objektive Analyse fahren ließ und mit maximal verzerrter Wahrnehmung behauptete: Hillary wird gewinnen. Hillary wird die erste Frau im Weißen Haus. Links, sozial, irgendwie europäisch, eine Art messianische Erscheinung. Es kam aber wieder anders. Die Wähler in den USA wählten Trump. Die deutschen Medien standen sehr nackig da. Es folgte Kritik am US-Wahlsystem. Plötzlich war Putin schuld. Oder es war diese angeblich dumme Landbevölkerung, diese angeblich durchweg tumben weißen Trash-Gestalten mit ihren fetten Pickups-Trucks, die Winchester geschultert, das Whisky-Glas in der Hand, die grölend ihren Donald auf dem Stimmzettel ankreuzten und damit das gute Amerika, das „diverse“ Amerika, an die Wand nagelten.

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„Berühmte Trump-Fragestellerin“ – so nennt der Medien-Branchendienst kress.de die dpa-Reporterin Kristina Dunz. Berühmt? Wie Einstein, Brad Pitt oder Donald Trump? Das erscheint mir übertrieben, und ich bin mir auch nicht sicher, ob die Betreffende das selbst so sieht. Sie hat ja nur bei einer PK (wenn auch auf höchster Ebene) eine Frage gestellt. Die richtete sie an Donald Trump. Sie lautete:

“Warum macht Ihnen Pressevielfalt eigentlich so große Angst, dass Sie so oft von Fake News sprechen und selbst Dinge behaupten, die dann nicht belegt werden können, wie die Äußerung, Obama habe Sie abhören lassen?”

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Ich glaube, das gab’s noch nie, dass der sozialdemokratische Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier und der konservative, bisweilen krawallige Anwalt und Blogger Joachim Steinhöfel sich einig sind. Beide dramatisieren die Wahl Trumps zum 45. Präsidenten der USA als Erdbeben. So sprach Steinmeier, so schreibt Steinhöfel. Und die beiden stehen nicht allein. So ähnlich klingt es ja gerade überall. Revolution, Ende des Westens, wie wir ihn kannten, dergleichen. Spiegel-Schönschreiber Georg Diez sinniert über den „Bürgerkrieg des weißen Mannes“.

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