BeitrÀge

Es ist schon ein Kreuz, wenn Politiker grundsĂ€tzlich jedes und alles nur durch ihre ideologischen Tunnel betrachten. Das DIW berechnet, dass die Arbeitnehmer aufs Ganze gesehen und ĂŒber die letzten Jahren 2,5 Prozent weniger netto verdienen, und die SPD fordert die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns. Offenbar gehen die Sozis davon aus, dass “Arbeitnehmer” und “Mindestlohn” dasselbe sind. Und wo stecken eigentlich die Gewerkschaften?

Weiterlesen

Dieses Video zeigt die PrĂ€sentation eines GerĂ€tes, das – wieder einmal – das Zeug fĂŒr eine wirkliche Revolution hat. Es handelt sich um den vermutlich ersten 3D-Drucker, der sich mit einem privaten Haushaltsbudget bezahlen lĂ€sst. Das Ding soll 1000 US-Dollar kosten. 3D-Drucken bedeutet: Auf dem Computer wird ein dreidimensionaler Gegenstand entworfen, dann wird “drucken” gedrĂŒckt, und das GerĂ€t bannt nicht ein Abbild des Gegenstandes zweidimensional auf Papier, sondern gießt Schicht fĂŒr Schicht den Gegenstand selbst. Statt mit Tinte wird der 3D-Drucker mit dem Plastikmaterial gefĂŒllt, aus dem er den Gegenstand produziert. Werden wir so etwas mögen? Wir werden es lieben! Unsere Heime werden schlagartig mit selbst gestalteten Gadgets gefĂŒllt sein, die das Leben schöner und einfacher machen. Werden wir es hassen? Definitiv! Wir werden ĂŒber nutzlosen Plastikkram fluchen, den wir selber geschaffen haben und trotzdem sĂŒchtig danach sein, stĂ€ndig neue Dinge zu modellieren und auszudrucken. Wird es die Wirtschaft verĂ€ndern? Absolut! Auto- , Motorrad- und andere -designer werden ihre EntwĂŒrfe dreidimensional ausdrucken. Der Aufwand fĂŒr umstĂ€ndliches Modellieren entfĂ€llt. ZugangshĂŒrden fallen, weil plötzlich jeder, der sich berufen und talentiert fĂŒhlt, ohne großen Aufwand in einer Liga mitspielen kann, die bisher ausgesprochen exklusiv war.

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner beklagt, was sie mit ihrer Politik selber anrichtet

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner beklagt, was sie mit ihrer Politik selber anrichtet

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner beklagt, was sie mit ihrer Politik selber anrichtet

BundesernĂ€hrungsministerin Ilse Aigner hat zum Auftakt der GrĂŒnen Woche in Berlin vor weltweiten Hungerrevolten gewarnt und wagte manche steile These. Etwa die, der Aufstand in Tunesien gelte nicht dem korrupten Ben-Ali-System, sondern habe seinen Grund “auch in steigenden Lebensmittelpreisen”. Weniger originell lauten ihre sonstigen Schuldzuweisungen. “VerschĂ€rft wird die Lage noch durch Spekulationen auf den AgrarmĂ€rkten”, behauptet die Ministerin und erklĂ€rt:  “Die Welt verbraucht derzeit mehr Weizen und Mais, als sie produziert”. Letztes mag stimmen, ist aber eine unmittelbare Folge auch der Politik der Bundesregierung.

Weiterlesen

Ausgerechnet den Club of Rome ziehen die Ökonomie-Experten des Spiegel wieder aus der Versenkung. Die Leute, laut deren Vorhersage wir seit mindestens zehn Jahren kein Öl mehr haben, den Planeten versenkt, die Menschheit in Not und Hunger gestĂŒrzt, die Zivilisation verfressen haben mĂŒssten. Dabei hungern immer weniger Menschen. Seit sich die Afrikaner von der Entwicklungshilfe-Diktatur des Westens emanzipieren, wird auch der dunkle Kontinent etwas heller (was Spiegel & Co. freilich nur ungern berichten).  Und der Wohlstand etlicher LĂ€nder in SĂŒd-Ost-Asien, die zur Hochzeit des Club of Rome 1972 noch hungerten, sollte eigentlich fĂŒr schamhaftes Schweigen sorgen. Aber nein. Sie können es nicht lassen.

Weiterlesen

Jeder vierte Ostdeutsche stehe der Marktwirtschaft bis heute kritisch gegenĂŒber, resĂŒmierte gestern Abend die ZDF-Reportage “Beutezug Ost”. Schuld sei die Treuhandanstalt, die schnelle EinfĂŒhrung der D-Mark, die Abwicklung der DDR-Industrie. Es ist die immer gleiche Legende, die exakt von denen gesponnen wird, die im Osten wie im Westen schlicht eines nie wollten: Die deutsche Einheit. Der Film stellte Unternehmen vor, die, so die Autoren, beispielhaft fĂŒr die WettbewerbsfĂ€higkeit der DDR-Industrie stĂŒnden. Ein frĂŒherer DDR-Staatsbanker lobte, die DDR habe ihren Bedarf aus sich selbst heraus erwirtschaften können, anders, als die heutigen ostdeutschen BundeslĂ€nder, die auf Geld aus dem Westen angewiesen seien.

Weiterlesen

Die BarcellĂł-Hotelgruppe hĂ€tte gern 140 Millionen Euro in Berlin investiert, 130 Leute angestellt und ihre Deutschland-Zentrale in die Hauptstadt verlegt. Sie vertraute auf Zusagen des Senats und fĂŒgte sich einer jahrelangen Odyssee durch die Berliner Amtsstuben. Am Ende lehnte das Abgeordnetenhaus das Projekt dennoch ab – mit den Stimmen der Senatsparteien SPD und Linke. Jetzt errechnen die Hoteliers die Kosten ihres missglĂŒckten Berlin-Abenteuers – und ĂŒberlegen, ob sie das Land in Regress nehmen. Und der Bezirk Charlottenburg verlangt das GrundstĂŒck vom Land zurĂŒck.

Weiterlesen

Die Mittelschicht in Deutschland schrumpft, stellte das Deutsche Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung im MĂ€rz 2008 fest. Jetzt, zwei Jahre spĂ€ter, hat die Journalistin Ulrike Herrmann daraus ein Buch gemacht, das sie in einem Gastkommentar auf Spiegel Online mit einer sehr steilen These verkauft. Die Mittelschicht sei selbst schuld, schließlich stelle sie die meisten WĂ€hler und bekomme nur die Regierung, die sie selber bestimme. “Die Mittelschicht kann nicht nur Opfer, sie muss auch TĂ€ter sein”, behauptet Herrmann. “Sie selbst ist es, die fĂŒr eine Steuer- und Sozialpolitik stimmt, die ihren Interessen völlig entgegengesetzt ist.”

Weiterlesen

Der Sport ist bis heute leider immer noch eine politisch unkorrekte Zone. Ungerechtigkeiten sind dort an der Tagesordnung. Das sportliche Leistungsdenken widerspricht dem Gerechtigkeitsempfinden. Bayern und Schalke schießen viel mehr Tore als die Hertha. Das ist eine schreiende Ungerechtigkeit. Dabei haben sich auch schlimme Worte im Sprachgebrauch festgesetzt, die schon lange auf den Index gehören. Etwa so etwas wie 1. Liga und 2. Liga. Das klingt wie Zweiklassenmedizin. Die Politik muss endlich reagieren, so, wie sie das sonst auch tut.

Weiterlesen

Was tun, wenn einer schon lange Zeit arbeitslos ist? Einen originellen Beitrag zur aktuellen Hartz-IV-Debatte liefert in gewisser Weise das amerikanische Intellektuellen-Magazin “The Atlantic”. Die Kolumnistin Megan McArdle kommt darin zu dem Schluss, dass Vater Staat hier eigentlich gar nichts tun kann. Ihre Perspektive ist – typisch amerikanisch – höchst pragmatisch und zielorientiert. Sie bezieht sich natĂŒrlich nicht direkt auf die deutsche Hartz-IV-Thematik, aber die Debatte in den USA Ă€hnelt gerade sehr der in Deutschland.

Der Blogger Kevin Drum beschrieb das PhĂ€nomen vor einigen Tagen und urteilte: “Massenhafte Langzeitarbeitslosigkeit gehört zu den zersetzendsten Dingen, die ein Land erleben kann. Die Tatsache, dass wir praktisch nichts dagegen tun, ist nicht nur eine Schande, sondern auch gefĂ€hrlich.” Klingt super, antwortet McArdle darauf. “Aber was genau sollten wir da jetzt tun?”

Weiterlesen

Euro-Kracher Griechenland und kein Ende. Jetzt droht der Luxemburgische MinisterprĂ€sident Jean-Claude Juncker mit “Folterwerkzeugen”, die die Staaten gegen WĂ€hrungsspekulanten einsetzen könnten. Gleichzeitig lehnt Juncker ein Eingreifen des IWF in Griechenland ab, was einige Ökonomen heute fordern. Dass die europĂ€ischen Regierungen den IWF vom heimischen Acker fernhalten wollen, ist schon lĂ€nger bekannt und hat mehr mit Eitelkeit und Prestige zu tun als mit Lösungskompetenz. Auch die IWF-Empfehlung, die Staatsschulden Griechenlands per Inflation zu mildern, lehnte Juncker ab. Damit dĂŒrfte er die Stimmung der meisten EuropĂ€er treffen, denn Inflation wĂŒrde ja nur bedeuten, dass dann jeder Einzelne fĂŒr die StaatsbetrĂŒger in Athen zu zahlen hĂ€tte.

Weiterlesen