Guttenberg: Als Doktor ist er bereits zurückgetreten

Was soll das sein, was der Deutsche Bundestag (CDU, CSU, SPD, FDP, Grüne, Linke) da heute aufgeführt hat? Eine Sternstunde des Parlamentarismus? Oder eine urpeinliche Farce, für die man sich schämen sollte? Da fielen Worte wie Wahrhaftigkeit, Selbstherrlichkeit, infam, unter der Gürtellinie, Lügen, Bedeutung, Respekt, Würde, Kindesmissbrauch, Maßlosigkeit, Betrug, unglaublicher Betrug, Selbstentlarvung, etc. Alles höchstes Kaliber. Als ginge es um Krieg und Frieden, um die Grundlagen unserer Existenz, um die Freiheit, irgendsoetwas. Aber es ging nur um die Doktorarbeit des Verteidigungsministers. Alle, wie sie dazu das Rednerpult erklommen, pumpten sich auf wie die Maikäfer, es war albern, maßlos und würdelos, was sich da abspielte. Die spinnen. Alle. Die einen wie die anderen. Zum schämen. Das sollen unsere Volksvertreter sein? Es ist nicht zum Ertragen. Herr von Guttenberg sollte abtreten, was sonst, oder will er ernsthaft den politischen Betrieb wegen seiner ja wohl unzweifelhaft erschlichenen Doktorei lahmlegen? Und alle, die sich in dieser Debatte in Pose geworfen haben, sollten dasselbe tun, weil sie sich die Gelegenheit nicht entgehen ließen, eine Nichtigkeit zum Popanz aufzublasen. Das war keine würdige Debatte eines hohen Hauses, sondern eine Vorstellung aus einem Kindergarten für Erwachsene. „Hier geht es um die Glaubwürdigkeit der Politik“, sagte – ausgerechnet! – Karl Lauterbach, der SPD-Gesundheitslobbyist, der im Bundestag für Gesetze sorgt, die seinem Arbeitgeber in seinem hochbezahlten Nebenjob als Aufsichtsrat eines der größten deutschen Klinikkonzerne die Millionen in die Kasse spülen. Zum kotzen!

PS. Philip Mißfelder darf bleiben – für seine Frage, ob der Bundestag bei der Debatte über Libyen mit demselben Engagement loslegen werde wie in der Guttenberg-Debatte.

13 Kommentare
  1. Dieter Schweinlin sagte:

    Ein hervorragender Artikel! Welch ein Glück, dass das Ganze Herrn Fischer-Lescano, seines Zeichens Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung, zufällig so knapp vor den anstehenden Wahlen aufgefallen ist bleibt da nur noch hinzuzufügen.

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