Freddy McConnel (†18) fixte sich zu Tode. Die Tochter von Bob Geldof soll ihn zum Heroin gebracht haben, klagen seine Eltern / Foto: via Myspace

Freddy McConnel starb am 28. Mai im Alter von erst 18 Jahren in seiner Londoner Wohnung. Neben dem Toten fanden sich Fixer-Utensilien (Spritze, Gurt, etc.). Auf seiner Myspace-Seite nennt er den bekennenden Junkie Pete Doherty sein Vorbild. Zum Fixen, schreibt er in seinem Tagebuch, habe ihn Peaches Geldof gebracht, die als extrem verzogen bekannte Tochter des Pop-Politikers Bob Geldof. Zur Affäre könnte die Geschichte jetzt werden, weil Peaches den Vater des toten Freddy anrief, um zu bekennen, sie habe ihm Geld gegeben, um Drogen zu kaufen.

Freddy entstammt einer zunächst heilen Normalfamilie. Vater James McConnel ist Komponist, Mutter Annie Tempest Karrikaturistin, eine Schwester. Er habe immer einen Hang zu Extremen gehabt, sagte seine Mutter der Daily Mail. Mit Drogen kam er schon als 13-jähriger in Kontakt. Er wurde der Schule verwiesen und zunehmend schwierig. Die Ehe der Eltern zerbrach daran. Freddy zog zu seinem Vater nach Norfolk. „Es ging immer weiter bergab mit ihm“, sagte James McConnel. Dann habe Freddy ihm gebeichtet, dass er regelmäßig Heroin rauche. Er kam sechs Wochen in einen Drogenentzug nach Südafrika. „Ich hatte den Eindruck, das funktioniert“, sagte der Vater. Ein Jahr später nahm Freddy wieder Drogen. Ein neuer Entzug folgte. Mit 17 zog er von zu Hause aus. Er wollte Musiker werden. Seine Songs stellte er unter dem Künstlernamen Freddy Tempest ins Netz. Einen Plattenvertrag hatte er noch nicht. Er machte auf Singer/Songwriter. Gute Songs, ein bisschen melancholisch, wie nur Teenager melancholisch sein können. „Helpless“ heißt sein stärkstes Stück. Die letzte Textzeile daraus lautet: „I won’t help you anymore“.

Letzten Februar lernte er Peaches Geldof kennen. Freunde stellten die beiden einander vor. Sie trafen sich häufiger, erzählt die Mutter. Nach Freddys Tod fanden die Eltern sein Tagebuch. Ein Eintrag schockierte sie besonders. Er lautet: „Peaches is coming over later and I am going to inject for the first time. Perhaps I will die. I hope I don’t.“ Zu deutsch:

„Peaches kommt nachher vorbei und ich werde mir zum ersten Mal etwas spritzen. Vielleicht werde ich sterben. Ich hoffe, nicht.“

Peaches Geldof (22): Laut Tagebuch besuchte sie Freddy und war dabei, als er sich seine erste Spritze setzte / Foto: SempliceMente via flickr

Drei Wochen nach Freddys Tod rief Peaches Geldof seinen trauernden Vater an. Der gibt das Gespräch so wieder:

„Peaches klang, als sei sie vor allem daran interessiert, sich selber zu schützen statt sich für das zu entschuldigen, was mit meinem Sohn passiert ist. Sie gab zu, Freddy Geld für Drogen gegeben zu haben. Sie sagte, das sei nur ein einziges Mal vorgekommen. Aber wer weiß das schon?“

Die Eltern sind, so berichtet die Mail, davon überzeugt, dass Freddy und Peaches sich häufiger sahen und gemeinsam Drogen nahmen. Mutter Annie sagte:

„Unser Sohn sah gut aus, hatte viele Talente und liebte das Leben auf viele Arten. Aber er war auch drogensüchtig. Die Drogen haben ihn verwüstet und ihm das Leben genommen.“

Eine Mitverantwortung sehen die Eltern bei denen, die Drogenstars zu Vorbildern aufbauen. Typen wie Pete Doherty, dem Freddy nacheiferte. Die Mutter:

„Pete Doherty ist nicht glamourös, er ist ein Verlierer. Peaches ist nicht glamourös. Sie ist ein dummes Mädchen, das sich dringend gründlich mit seinem Leben beschäftigen sollte.“

Sir Bob Geldof, der Vater der leicht missratenen Peaches, bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Welt verbessern – hier mit einer Ansprache vor einer britischen Entwicklungshilfegesellschaft / Foto: DFID via flickr

In gewisser Weise tut sie das schon. Peaches ist wohl selber so etwas wie das Opfer eines geltungssüchtigen, vom Erfolg besoffenen Egomanen, der das Leben anderer Menschen sichtlich nicht ernst nimmt. Schon der Name, den er seiner Tochter gab, ist ein schlechter Scherz. Peach heißt Pfirsich. Zwei davon sind in Macho-Englisch zwei runde Frauenbrüste. Dass sich Fräulein Geldof mit ihrem Namen gestraft fühlt, sagt sie unverblümt in ihrem Aufruf an die Riege durchgeknaller Berühmtheiten, ihren Kinder endlich anständige Namen zu geben.

„Ich hasse lächerliche Namen. Mein verrückter Name verfolgt mich mein ganzes Leben.“

Dabei ist Peaches nur ihr erster Vorname. Komplett heißt die junge Dame: Peaches Honeyblossom Michelle Charlotte Angel Vanessa Geldof.

Mit ihren Schwestern trieb es Sir Bob nicht weniger schlimm. Sie heißen Fifi Trixibelle Pixie und Heavenly Hiraani Tiger Lilly.

Dass ein Mann, der seinen eigenen Kindern derart übel mitspielt, in der Öffentlichkeit als Retter der Welt ernst genommen und dafür von der Queen geadelt wird, gehört auch zur Geschichte von Freddy McConnel und den erbärmlichen Vorbildern, denen er bis in den Tod nacheiferte.

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