EU hilft Athener Verschwörungstheoretikern im Wahlkampf

Die Geste ist zu offensichtlich: Die gern zitierten „informierten Kreise“ um die EU-Troika stellen Griechenland in Aussicht, nach der Wahl am Sonntag über das angebliche „Spardiktat“ nachzuverhandeln. Das ist nichts anderes als der hilflose Versuch, den Verantwortlichen für die griechische Krise, Pasok und Nea Dimokratia, beim Wahlkampf unter die Arme zu greifen. Beide behaupten neuerdings in jeder Fernsehdiskussion, die Krise sei nur ein Resultat der „Politik des Memorandums“. Gemeint sind die Auflagen der Geldgeber-Länder. Erfunden hat dieses Argument allerdings die linksextreme Syriza. Eine alte Marketingregel besagt: Wenn der stärkste Akteur im Markt ein auffälliges Image besitzt, dann profitiert er von den Nachahmern, nicht aber die Nachahmer vom Nachahmen. Die Syriza hat das Argument der „Politik des Memorandums“ nicht nur erfunden, sie führt auch in den Umfragen vor den Traditionsparteien. Der nett gemeinte Versuch der Brüssler Bürokraten dürfte also verpuffen oder nach hinten losgehen.

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