Das mögen sie, die Linken, zynisch wie sie sind. Griechenland müsse mit Nahrung und Medikamenten versorgt werden, meint Linken-Parteichef Bernd Riexinger. Wie schön, dass endlich eine Not der guten alten Schule ausbrechen könnte, die sich schon vorab propagandistisch ausschlachten lässt. Mit aller Not- und Krisenromantik, heldenhalften Helfern, und das auch noch völlig gefahrlos, denn in Griechenland wird ja nicht herumgeschlossen. So, wie in Syrien, wo weit über 100.000 Menschen in ihrer Not und in Angst ums nackte Überleben auf der Flucht sind, weshalb sich die Hilfsorganisation Care ihrer annimmt und genau das dorthin schickt, was dort gebraucht wird, nämlich Nahrung und Medikamente.

Griechenland ist aber nicht Syrien und wird es auch im Fall des Staatsbankrotts nicht sein. Griechenland ist Europa, und in Wahrheit ist es längst bankrott, nur, dass die Politiker sich als Konkursverschlepper betätigen. Wenn Griechenland endlich wirklich pleite gehen darf, dann heißt das, dass alle Kreditgeber ihre Forderungen vergessen müssen und Griechenland sein Finanzwesen neu startet. Mit einer neuen Währung, die den wichtigsten Vorteil bringen würde, der bei einem Neustart gefragt wäre, nämlich günstigen Exportpreisen.

Und wenn man die Griechen dann einfach selber machen ließe, ohne sie mit Entwicklungshilfephantasien zu plagen, würden sie nach ein paar Jahren aus dem Schlamassel herauskommen, wie Argentinien, die haben das auch geschafft. Ohne, dass irgendeine Linkspartei wonnig “Not” gerufen und das Land in die Abhängigkeit von Helfersyndromisten gezwungen hätte.

Denn das gehört auch zur Wahrheit: Die Länder auf der Welt, die ständig “Nahrung und Medikamente” eingeflogen bekommen, sind die, in denen nichts funktioniert – keine Landwirtschaft, keine sonstige Wirtschaft, kein Staatsbudget, kein Steuersystem – nichts. Warum auch, wenn doch alles mit dem Flieger gebracht wird und die korrupte Elite dazu immer ordentliche Schecks bekommt?

Ökonomen wie John Shikwati oder Dambisa Moyo predigen das seit Jahren, und sie verweisen darauf, dass ausgerechnet die Länder, die der Westen in Ruhe wachsen lässt (die Tigerstaaten in Asien oder in Afrika Botswana, Sambia oder Ruanda) sich weit besser entwickeln als diejenigen, die an den Tropf gelegt werden (voran Afghanistan). Ausnahme: Kriegs- und akute Katastrophenhilfe , die sei sinnvoll.

Aber Linkspolitiker haben noch nie etwas davon gehalten, ökonomische Fragen ökonomisch zu beantworten.

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