Holger E: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen Mordverdachts an Peggy

Aus den zahlreichen Polizeivernehmungen im Fall Peggy in den letzten Monaten sickern weitere Details durch. Sie verdichten den Verdacht gegen Holger E. aus Sachsen-Anhalt. Zwar bestreitet er weiterhin, das Mädchen missbraucht zu haben, räumt aber eine sexuell aufgeladene Begegnung mit der damals acht Jahre alten Peggy ein. Nach seiner Schilderung soll sie sich in der Nachbarwohnung in Lichtenberg ereignet haben, wo sein Stiefbruder Jens B. mit seiner Familie lebte.

Er sei dort zu Besuch gewesen und habe sich in ein Zimmer zurückgezogen, um sich auszuruhen, sagte er den Kripofahndern ausweislich der Vernehmungsprotokolle. Plötzlich sei die Tür aufgesprungen. Peggy sei hereingekommen, auf ihn gehüpft und habe sich auf seinen Bauch gesetzt. Mit der Hand habe sie nach hinten über seine Hose an sein Geschlechtsteil gegriffen. Von ihm sei das nicht ausgegangen, im Gegenteil. Er sei erschrocken und habe das Mädchen zur Rede gestellt. Peggy habe geantwortet, er solle sich nicht so haben, das mache seine Mama mit ihrem Freund auch.

Später konfrontierte die Kripo die Mutter von Peggy, Susanne Knobloch, mit dieser Aussage. Sie äußerte massive Zweifel an Holger E.s Darstellung. Peggy habe Intimitäten mit ihrem Freund nicht mitbekommen können, weil er wegen seines muslimischen Glaubens „unheimlich verklemmt“ gewesen sei. Sie war damals mit einem türkischstämmigen Mann zusammen. Er habe sich schon schwergetan, in der Wohnung nur Jogginghose und Unterhemd zu tragen. Aus den Unterlagen geht hervor, dass die Kripo „zumindest“ davon ausgeht, dass Holger E. gegenüber Peggy einen „sexuellen Übergriff“ beging.

Holger E. soll seiner Familie erstmals als pubertierender Jugendlicher mit seiner pädophilen Neigung aufgefallen sein. Im Februar 2013 wurde er zu sechs Jahren Gefängnis wegen Missbrauchs seiner zur Tatzeit knapp dreijährigen Tochter verurteilt. Er hat mittlerweile mindestens zwei weitere Missbräuche minderjähriger Mädchen gestanden. Im Fall einer Stiefnichte, die er während der Osterferien 2001 in Lichtenberg missbrauchte, hat die Staatsanwaltschaft Bayreuth bereits Anklage beim Landgericht Hof erhoben. Die Stiefnichte war eine Spielkameradin von Peggy. Nur wenige Tage nach den Osterferien 2001, am 7. Mai, war Peggy spurlos verschwunden.

Beim Wiederaufnahmeverfahren in Bayreuth ist Holger E. als Zeuge vorgesehen. Allerdings dürfte ihm ein Zeugnisverweigerungsrecht zustehen, weil die Staatsanwaltschaft wegen Mordverdachts gegen ihn ermittelt.

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