Schon arg, was sich die Mutter der verschwundenen Peggy so anzuhören hatte. In diversen Internetforen war sie als Rabenmutter geschmäht worden, die an Peggys verschwinden die Schuld trage, womöglich gar Geld damit gescheffelt habe. Im Wiederaufnahmeprozess gegen Ulvi Kulac stellte sie sich jetzt den Fragen der Prozessbeteiligten. Die Vergteidigung stimmte in die Attacke gegen sie ein – und blamierte sich. Denn die Mutter versuchte erst gar nicht, auszuweichen oder irgendetwas zu beschönigen, sondern zerlegte alle Gerüchte mit Offenheit und Fakten.

Wer hätte vor einigen Monaten erwartet, dass die Justiz ihren Irrtum im Fall Peggy tatsächlich mit einem Wiederaufnahmeverfahren korrigieren würde? Wer hätte erwartet, dass das Landgericht Bayreuth dieses Wiederaufnahmeverfahren zielstrebig auf die simplen Fakten lenken würde, die schon das Gericht in Hof 2004 hätte zur Kenntnis nehmen können? Und wer hätte damit gerechnet, dass die Wiederaufnahmekammer unter dem Vorsitzenden Richter Michael Eckstein mittendrin „die Karten auf den Tisch legt“, wie Justizsprecher Thomas Goger es am Rande formulierte und das Verfahren für urteilsreif erklärt – mit der kaum verbrämten Zielrichtung, Ulvi Kulac freizusprechen? Tag sechs im Peggy-Prozess war so etwas wie ein vorgezogenes Happy End, verbunden mit einem – wenn auch unfreiwillig – wehmütigem Abschluss der Beweisaufnahme.
Die letzte Zeugin in diesem Verfahren war Susanne Knobloch, Peggys Mutter. Dass sie überhaupt aussagen musste, lag daran, das Ulvis Verteidigung darauf bestand. Gericht und Staatsanwaltschaft wollten auf ihre Einvernahme verzichten, denn, so Richter Eckstein:

„Die Kammer hält die weitere Beweisaufnahme nicht mehr für notwendig“.

Er nannte drei Gründe, aus denen er sich keine weiteren Erkenntnisse von weiteren Zeugen versprach:
1. Das Geständnis von Ulvi Kulac, im ersten Verfahren 2004 das einzige Beweismittel für das Mordurteil, sei „mit Zweifeln behaftet“. Spätestens das Gutachten von Professor Kröber vom Vorta…
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#Peggy-Prozess: „Der Tag war scheiße“
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