Drolligerweise hat bisher niemand den naheliegenden Zusammenhang zwischen der neuen Merkelschen Skepsis gegen Griechenlands Mitgliedschaft in der Euro-Zone und dem neuen Euro-Land Litauen gezogen. Wegen Litauen kann es nämlich neuerdings passieren, dass Deutschland kein Stimmrecht mehr im EZB-Rat hat. Die Nationalbankpräsidenten spielen seit dem Jahreswechsel eine Art “Reise nach Jerusalem”. Wer der 19 Herren schafft es, einen der 18 Sitze am Tisch zu ergattern? Sollte Griechenland gehen, wäre wieder alles im Lot – jedes Euro-Land hätte wieder ein festes Stimmrecht. Womöglich erklärt das, warum ein Tabu für die Regierung plötzlich doch nicht mehr ganz so tabu ist.

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Bodo Ramelow, der neue Ministerpräsident von Thüringen, mag vorübergehend ein paar Tausend Protestbürger auf die Straße getrieben haben. Aber das gibt sich schnell (oder hat es schon?). Der Mann taugt einfach nicht zur Hasskappe, jedenfalls nicht mehr oder weniger als Angela Merkel und die Politikergeneration, die mit ihr groß geworden ist, also auch Ramelow. Genaugenommen ist Ramelow das Merkel der Linken. Mindestens.

Schon arg, was sich die Mutter der verschwundenen Peggy so anzuhören hatte. In diversen Internetforen war sie als Rabenmutter geschmäht worden, die an Peggys verschwinden die Schuld trage, womöglich gar Geld damit gescheffelt habe. Im Wiederaufnahmeprozess gegen Ulvi Kulac stellte sie sich jetzt den Fragen der Prozessbeteiligten. Die Vergteidigung stimmte in die Attacke gegen sie ein – und blamierte sich. Denn die Mutter versuchte erst gar nicht, auszuweichen oder irgendetwas zu beschönigen, sondern zerlegte alle Gerüchte mit Offenheit und Fakten.

Nachtrag zu Prozesstag 4: Rechtsanwalt Euler hielt dem Leiter der aktuellen Ermittlungen im Fall Peggy eine Passage aus einem Verhör mit der Ehefrau eines der derzeitigen Beschuldigen vor, Anke B. Süffisant merkte Euler an, dass hier eher die Zeugin die Beamtin vernehme. Es ging ums die Frage, warum Ulvi Kulac für Peggys Verschwinden überhaupt verurteilt werden konnte. Das Verhör führte eine Kriminalkommissarin (KOKin). Es erstaunliche Einblicke in die ansonsten verschlossene innere Gedankenwelt mancher Kripo-Ermittler. Ab hier: wörtlich, was der Verteidiger im Gerichtssaal verlesen hat. Weiterlesen

Man hätte es sich denken können: Zuständigkeitshalber bekam das rechtsmedizinische Institut in Jena die Aufgabe, die toten NSU-Terroristen Mundlos und Böhnhardt zu obduzieren. Dabei gab es eine schwere Panne, wie jetzt das Magazin Focus recherchierte. Instituts-Chefin Gita Mall, Stammlesern meines Blogs aus zahlreichen Artikeln bekannt, musste die beiden Leichen vom Begräbnis zurückrufen, weil ihre Spitzenkräfte (oder sie selbst?) unfassbarerweise vergesse…

Wer Menschen manipulieren will, muss nur schnell und überzeugend sein. Bewusst gesetzte Falschinformationen hinterlassen auch dann dauerhafte Spuren in den Gehirnen, wenn anschließend über die wirklichen Tatsachen aufgeklärt wird. Das schreiben Psychologen der Universität von West-Australien nach einer Studie mit Studenten. Für das Experiment wurde ihnen die Nachricht eines Busunfalls präsentiert. Der wurde eine falsche Information angefügt. Die lautete für einige Studenten, an Bord sei eine Gruppe alter Leute gereist. Anderen wurde gesagt, die Insassen seien Hockey-Spieler gewesen. Ein Teil der Studenten wurde vor Desinformation gewarnt, der andere nicht. Die Warnung war unmissverständlich und lautete, dass Menschen sich schwertäten, die zuerst gehörten Aussagen zu einem Thema zu ignorieren, auch dann, wenn sie wüssten, dass sie nicht stimmen.

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Das vier Monate alte Baby aus Toronto heißt Storm Stocker. Ein geschlechtsneutraler Name, der offenlässt, ob Storm ein Junge oder ein Mädchen ist. Genauer gesagt ist es ein Geheimnis der engsten Familie, welches Geschlecht Storm besitzt. Es sind nur wenige Menschen, die es kennen: Die beiden Hebammen, die es zur Welt brachten, natürlich die Eltern David Stocker und Kathy Witherick und Storms große Brüder Jazz (5) und Kio (2). Der Rest der Welt, einschließlich der Großeltern, bekam eine E-Mail, in der es heißt: “Wir haben uns entschlossen, Storms Geschlecht nicht mitzuteilen, als Beitrag zu Freiheit und Vielfalt in einer Welt voller Beschränkungen”.

Drei Zimmer in München-Schwabing, fast 100 Quadratmeter, renovierter Altbau, schöne, helle Zimmer, schickes Bad, moderne Küche – für 500 Euro Monatsmiete, und dann auch noch ohne die übliche Gauner-Gebühr für den Makler. Solche Angebote gab’s in den letzten Tagen mehrfach bei Immobilienscout24.de. Inzwischen reagieren die Immobilienportale auf die Betrüger (siehe Nachtrag). Ich kenne jemanden, der darauf geantwortet hat und dann ziemlich bald zweifelte, dass das wahr sein konnte, was so super klang.

Sonntagsreden sind das eine. Vor einiger Zeit veranstaltete der Bund Deutscher Kriminalbeamter gemeinsam mit der Techniker-Krankenkasse in Erfurt einen Kongress zum Thema Kindesmisshandlung. Ein Ermittler zeigte grausame Bilder von Kindern, die verprügelt, zerkratzt, mit Säure übergossen, verbrüht oder verbrannt worden waren. Auch die Chefin der Jenaer Rechtsmedizin, Gita-Else Mall, war da. Sie wird in der Ost-Thüringischen Zeitung mit diesem Satz zitiert: “Wir haben uns zur Regel gemacht, auch die kleinen Verletzungen wie Hämatome der Kinder anzuzeigen.”

Die Praxis ist anders und hat mit den Sonntagsreden nicht viel zu tun – gerade im Fall von Rechtsmedizinerin Mall, wie ein konkretes Beispiel zeigt.

Mit diesem Bus, innen als Dunkelkammer mit Gruseleffekt eingerichtet, geht Fitzek auf Roadshow für sein neues Buch

 

„Phänomen Fitzek“ nennen sie im Münchner Verlag Droemer Knaur ihren Thriller-Autor Sebastian Fitzek. Als schreibe er nicht nur über unerklärliche Phänomene, sondern sei selber eines. Das verdankt er seinem Erstling „Die Therapie“, eine düstere Geschichte um einen Psychiater, ein totes Kind, eine mysteriöse Frau und eine Geschichte, die sich immer wieder bis zur Grenze der Übersinnlichkeit bewegt. „Der Titel stand zwei Wochen nach dem Erscheinen ganz unvermutet auf Platz 1 der Amazon-Charts“, erinnert sich Klaus Kluge, der Marketing-Chef des Knaur-Verlages. Der Verlag hatte „Die Therapie“ in kleiner Auflage herausgebracht, keine Werbung dafür gemacht und keine besonders hohen Erwartungen gehegt. Er habe an einen Zufall geglaubt, als er die Platzierung sah, sagt Kluge. Nach einer Stunde habe er noch einmal nachgesehen. „Aber da stand ‚Die Therapie‘ immer noch auf Platz 1“. Wie auch am nächsten Tag, in der nächsten Woche, der übernächsten. Fünf Wochen lang gab es bei dem Online-Händler kein Buch, das sich besser verkaufte. Sogar das Amazon-Management soll irritiert gewesen sein. Die Deutsche Niederlassung habe ein E-Mail von der Europa-Geschäftsleitung in London erhalten, in dem gefragt worden sein soll, „who the fuck is Fitzek“.