Die Grünen waren schon immer eine dubiose Partei, mit komischen Berührungspunkten nach links wie nach rechts. Jetzt erweist sich, dass dort auch eine manipulative Propagandamethode vorkommt, die Grüne sonst gern der AfD vorwerfen: Provozieren, denunzieren, überspitzen und es hinterher nicht so gemeint haben. Allerdings haben sich die Grünen zugleich einen derart ausschweifenden Phrasenkatalog verpasst (gemeinhin als politically correct / gendergerecht / diskriminierungsfrei / etc. betitelt), dass sogar erfahrene Politiker/*_(I)innenen wie Helga Trüpel ausrutschen und ihre wirklichen Gedanken hinter ihrer Wortfassade blicken lassen.

Weiterlesen

Die Geschichte vom Sankt Martin ist wunderschön und taugt jedes Jahr für eine neue Erzählung. Bei uns im Kindergarten in Bad Aibling spielen die Erzieherinnen den Bettler, der frierend vor dem Stadttor hockt, die Soldaten, die ihm nicht helfen möchten, und eine ist Reiterin, die auf ihrem Pferd mit einem roten Überwurf heranreitet und den guten Martin gibt. Mit einem Holzschwert zerteilt sie den Mantel und hüllt den armen Martin in seine Hälfte ein. Die Vorführung folgt immer auf den Laternenumzug. Hier, im kleinstädtischen Oberbayern, flackern natürlich echte Kerzen in sämtlichen Lampen und keine stimmungsdämpfenden LEDs.

Weiterlesen

Politik ist nicht nur ein schmutziges und unehrliches Geschäft, es ist auch ein Geschäft der verdrehten Werte. Versager gelten als erfolgreich. Schlechte Nachrichten gelten als gute. Worte gelten als Taten. Opportunismus gilt als Zivilcourage.

 

I.

Der Staat schwimmt im Geld. Der ausgeschiedene Finanzminister feiert sich für seine „schwarze Null“. Im realen Leben außerhalb der Politik wäre er eine solche. Die Konjunktur brummt seit Jahren – nicht dank der Politik, sondern dank der Wirtschaft und ihrer Mitarbeiter. Die Minderheit der Nettozahler unter der Bevölkerung zahlt zwangsweise immer größere Anteile ihres verdienten Einkommens an den parasitären Staat, der es dennoch nicht schafft, endlich die drückenden Staatsschulden zu begleichen. Wann, wenn nicht jetzt? Wenn die nächste Krise kommt, was dann? Und dass die nächste Krise kommt, das müssten die Regierenden wissen. Sie sind blinde Anhänger von Keynes, weshalb Sie vorgeben, sie betrieben keynsianische Konjunkturpolitik. Keynes predigte, der Staat möge in schlechten Zeiten mit staatlichen Eingriffen die Wirtschaft anschieben. Ja, das haben sie verstanden, die Versager. Keynes predigte auch, der Staat möge in guten Zeiten etwas zurücklegen, damit er in schlechten Zeiten ein Polster habe. An dieser Stelle versagen den Versagern immer die Ohren. Weiterlesen

Wow! Der „Rechercheverbund“ von Süddeutscher Zeitung und Westdeutschem Rundfunk hat folgendes herausgefunden: „Gutachter schätzen Münchner Amoklauf als politisch motiviert ein”. Heute Abend tickern sie das in die Redaktionen. Es werden sich genügend Redakteure finden, die es in ihre Medien einarbeiten werden. Allerdings ist es kalter Kaffee.

Ich habe es selber schon vor Monaten geschrieben. Mein Kollege von Antenne Bayern hat es auch schon berichtet. Es stand auch mal im Spiegel. Es wurde auch schon mehrfach im Prozess gegen den Waffenhändler thematisiert, der seit einiger Zeit in München läuft. Aufschlussreich dazu war auch dieser Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 8. Juni 2017 (klick hier). 

Weiterlesen

#87Prozent – was soll das sein? Bei Twitter ist #87Prozent gerade eine gut gemeinte Sammlung romantischer Selbstbekenntnisse gegen rechts und für Bildung, Offenheit, etc. Es soll so aussehen, als seien sich jetzt alle #87Prozent einig gegen die 13 Prozent AfD-Wähler. Die #87Prozent bestehen nur leider aus planwirtschaftlichen Sozialisten wie Marktwirtschaftlern, unbeschränkten Refugees-Welcome-Verfechtern wie Obergrenze-Freunden, Klimapanischen und Klimaskeptischen, etc. Lauter Antagonismen. Die Kanzlerin dürfte es schwer haben, aus diesem weltanschaulich bunten Haufen eine Koalition zu schmieden. Den Erfindern von #87Prozent ist all das jedoch völlig egal. Ihnen geht es um die Kreation einer heilen, harmonischen Welt aller Deutschen, die angesichts der AfD nur noch das Vaterland kennen. Zwei Parteien reichen da völlig – die Guten und die Bösen. Alles andere könnte ja kompliziert werden und verwirren.

Weiterlesen

Ich glaube, dass recht einfach vorhersehbar ist, wer in Zukunft Minister in der Bundesregierung sein wird. Seit Wochen sagen die Umfragen, dass nur zwei Arten von Koalition rechnerisch und politisch möglich sind: Groko oder Jamaica. Für beide Fälle lässt sich das passende Ministerpersonal halbwegs absehen.

Die Spielregeln sind jeweils dieselben: Je nach Größenverhältnis einigen sich die zwei oder drei Partner zunächst darauf, wer wie viele Regierungsämter bekommt. Anschließend darf reihum jeder einen Posten für sich reklamieren, bis der/die kleinere/n seine/ihre Kontingente ausgeschöpft hat. Nummer 1 dürfte die CDU werden. Sie dürfte also den Chefposten für sich beanspruchen, sprich: Kanzlerin, und zwar für Angela Merkel. Das gilt für jede der jetzt folgenden Konstellationen. Weiterlesen

Dringender Servicehinweis: Kaufen Sie bei der Bahn nie ein Hin- und Rückticket. Kaufen Sie für jede Strecke Einzeltickets. Die Kosten sind dieselben. Das Hin- und Rückticket hat nur einen Effekt: Es hebelt Ihre Rechte aus.

Es ist jedes Mal eine ironische Pointe, wenn der Zugschaffner kurz vor dem Aussteigen seine Ansprache über den Zielort und die zu erreichenden Verbindungen hält, zweisprachig, in der englischen Fassung eigentlich stets mit einer Danksagung, die in der deutschen Fassung nur noch manchmal zu hören ist: „Thank You for choosing Deutsche Bahn“. „Danke, dass Sie die Deutsche Bahn gewählt haben“.

Weiterlesen

Die Bundestagswahl kann manipuliert werden“, überschreibt Zeit-Online ein Enthüllungsstück mit einiger Brisanz. Es geht um eine Software, die offenbar von zahlreichen öffentlichen Körperschaften eingesetzt wird, um Wahlergebnisse in Stimmbezirken und Wahlkreisen zu erfassen. Diese Software sei schlampig abgesichert. Hacker könnten Auszählresultate manipulieren und gefälschte Zahlen an die Wahlleiter durchmelden lassen. Auch ein Update sei unzureichend abgesichert. Passwörter seien teils öffentlich auffindbar und sie bestünden aus so simplen Zeichenketten wie «pcwkunde» oder «ftp,wahl».

Weiterlesen

Auch unter deutschen Medienschaffenden wird gerade ein Film des Magazins Vice über die Gewalt in Charlottesville schwer gelobt – was man nur als schwere Heuchelei bezeichnen kann. Dieselben, die diesen Film loben, krakeelen sonst gequirlte Scheiße, wenn gezeigt wird, was dieser Film zeigt. Ereignisse, Gewalt, Verletzte auf Tragen, Täter, sogar redende Täter, sogar redende Täter-Anführer. Der Film zeigt alles und jeden.

Der Film zeigt dagegen nicht: Behördensprecher, Politiker, sogenannte Experten, Klugscheißer, Besserwisser, Medienverhinderer mit Datenschutzkomplex, Gremiensaberfanten. Der einzige Politiker, der zu Wort kommt, wird als einziger nicht im Bild gezeigt. Der ist nur hinter Schwarzbild zu hören.

Weiterlesen

Sie habe es es schon wieder getan. Arte kann es nicht lassen, dieses vermeintlich grenzüberschreitende Kulturfernsehen zum Nutzen der Menschheit (oder so). Mit „Gaza: Ist das ein Leben“ haben sie wieder einen antiisraelischen und antijüdischen Hassfilm veröffentlicht. Warum es sich um einen Hassfilm handelt hat mena-watch detailliert beschrieben. 

Wie schon in früheren Fällen weigerte sich Arte, Fragen von Kritikern respektvoll zu beantworten. Mit respektvoll meine ich: So, dass Kritiker ernst genommen werden und sich ernst genommen fühlen können. Arte reagierte wie üblich arrogant und hochherrschaftlich. Man tippte ein belangloses, verharmlosendes, jeden Fragesteller verächtlich machendes sogenanntes Pressestatement zusammen. Auf das verwies Arte dann Fragesteller und Kritiker. Diese Methode heißt: Was hier zu fragen gestattet ist, bestimmen wir.

Weiterlesen