Dringender Servicehinweis: Kaufen Sie bei der Bahn nie ein Hin- und Rückticket. Kaufen Sie für jede Strecke Einzeltickets. Die Kosten sind dieselben. Das Hin- und Rückticket hat nur einen Effekt: Es hebelt Ihre Rechte aus.

Es ist jedes Mal eine ironische Pointe, wenn der Zugschaffner kurz vor dem Aussteigen seine Ansprache über den Zielort und die zu erreichenden Verbindungen hält, zweisprachig, in der englischen Fassung eigentlich stets mit einer Danksagung, die in der deutschen Fassung nur noch manchmal zu hören ist: „Thank You for choosing Deutsche Bahn“. „Danke, dass Sie die Deutsche Bahn gewählt haben“.

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Die Bundestagswahl kann manipuliert werden“, überschreibt Zeit-Online ein Enthüllungsstück mit einiger Brisanz. Es geht um eine Software, die offenbar von zahlreichen öffentlichen Körperschaften eingesetzt wird, um Wahlergebnisse in Stimmbezirken und Wahlkreisen zu erfassen. Diese Software sei schlampig abgesichert. Hacker könnten Auszählresultate manipulieren und gefälschte Zahlen an die Wahlleiter durchmelden lassen. Auch ein Update sei unzureichend abgesichert. Passwörter seien teils öffentlich auffindbar und sie bestünden aus so simplen Zeichenketten wie «pcwkunde» oder «ftp,wahl».

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Auch unter deutschen Medienschaffenden wird gerade ein Film des Magazins Vice über die Gewalt in Charlottesville schwer gelobt – was man nur als schwere Heuchelei bezeichnen kann. Dieselben, die diesen Film loben, krakeelen sonst gequirlte Scheiße, wenn gezeigt wird, was dieser Film zeigt. Ereignisse, Gewalt, Verletzte auf Tragen, Täter, sogar redende Täter, sogar redende Täter-Anführer. Der Film zeigt alles und jeden.

Der Film zeigt dagegen nicht: Behördensprecher, Politiker, sogenannte Experten, Klugscheißer, Besserwisser, Medienverhinderer mit Datenschutzkomplex, Gremiensaberfanten. Der einzige Politiker, der zu Wort kommt, wird als einziger nicht im Bild gezeigt. Der ist nur hinter Schwarzbild zu hören.

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Sie habe es es schon wieder getan. Arte kann es nicht lassen, dieses vermeintlich grenzüberschreitende Kulturfernsehen zum Nutzen der Menschheit (oder so). Mit „Gaza: Ist das ein Leben“ haben sie wieder einen antiisraelischen und antijüdischen Hassfilm veröffentlicht. Warum es sich um einen Hassfilm handelt hat mena-watch detailliert beschrieben. 

Wie schon in früheren Fällen weigerte sich Arte, Fragen von Kritikern respektvoll zu beantworten. Mit respektvoll meine ich: So, dass Kritiker ernst genommen werden und sich ernst genommen fühlen können. Arte reagierte wie üblich arrogant und hochherrschaftlich. Man tippte ein belangloses, verharmlosendes, jeden Fragesteller verächtlich machendes sogenanntes Pressestatement zusammen. Auf das verwies Arte dann Fragesteller und Kritiker. Diese Methode heißt: Was hier zu fragen gestattet ist, bestimmen wir.

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Neuerdings kurisert im Internet ein Video, in dem eine Frau in einem gemusterten Kleid behauptet, Deutschland und Ungarn hätten eine gemeinsame Ländergrenze. Dieses Video verbreitete sich sogleich in den sozialen Medien und sorgte dort für aufgeheizte Debatten. Dabei ging es durchaus um heikle Themen. So wurde in manchen Diskussionsbeiträgen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung mit der deutsch-ungarischen Grenze in Verbindung gebracht. Den professionellen Faktenkontrolleuren im Netz, etwa dem Faktenfinder der ARD-Tagesschau, ist das Video mit der behaupteten deutsch-ungarischen Grenze wohl entgangen. Darum fragen wir jetzt: Wie ist das wirklich mit der deutsch-ungarischen Grenze?

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Bin ich eigentlich in diesem Land der einzige, der sich leicht verzeifelt fragt, welche Musik er seinem Kind vorspielen kann? Und zwar ohne dem Kind schon zu Beginn seines Lebens jeden guten Geschmack abzugewöhnen?

Ich bezahle inzwischen für mehrere Musik-Abos im Netz. Die Suche nach „Kinderlied“ oder „Kindermusik“ erbringt eigentlich durchgehend billigste Schrottmusik. Schmierige Synthieklänge, entweder durchgeknallte oder uninspirierte Sänger, die als Sänger zu bezeichnen jeden wirklichen Sänger beleidigen würde, überinfantilisierte Stimmung – es ist einfach grauenhaft. Zu den besseren Angeboten gehört ein gewisser Kalle Klang. Da kommt wenigstens hier und da mal eine echte Gitarre vor. Ganz nett musiziert, aber hoffnungslos aus der Zeit ist ein Albm namens „Die kleine Geige“.

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Weil in den sozialen Netzwerken so viele Falschmeldungen kursieren müssten dringend Richtigsteller her – das ist im Wesentlichen das Motiv unserer öffentlich-rechtlichen Anstalten für ihre Faktenchecker-Formate. Beim Lesen der Faktenchecker-Artikel hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass es aber gerade nicht um Fakten geht, sondern um alles mögliche andere. Also habe ich mir einzelne Beiträge herausgepickt und näher betrachtet, drei der Tagesschau und einen des Bayerischen Rundfunks. Überprüft habe ich vor allem die Frage, ob es sich dabei tatsächlich um das Checken von Fakten handelt oder etwas anderes. Hier zunächst die vier Fälle, unten dazu das Resümée. Weiterlesen

Links, das war der Protest gegen das G20-Treffen. Das G20-Treffen selbst muss demnach rechts gewesen sein, wenn links und rechts als politische Zuschreibungen noch irgendeinen Sinn ergeben sollten. Linke waren es auch, die vorher an gewaltsame Eskalation nicht glauben wollten, voran SPD und Grüne, die in Hamburg gemeinsam regieren. Dass Sicherheitsbehörden oder auch die Polizeigewerkschaften schon im Vorfeld Befürchtungen äußerten ist auch nicht überraschend. Die gehören halt nicht dazu zum linken Lager, sind nach linker Logik also auch rechs. Die Linken redeten die Gefährlichkeit ihrergleichen herunter, die Rechten redeten linke Gefährlichkeit hoch, der übliche politische Tanz. Dann  aber eskalierte die Gewalt. Die Rechte behielt recht, und sie hat die Bilder und Augenzeugenberichte zur Seite, die aus den sozialen Medien in die redaktionellen Medien sickerten und wie nie zuvor eine neue Deutung durchsetzten: Auch Linke können gewalttätig und böse sein.

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Über Jahrzehnte war das Kleine Politische Wörterbuch das Standardwerk für parteiamtlich vorgeschriebene Sprachreglungen in der DDR. Ab sofort in loser Folge: Einträge aus dem Kleinen Politischen Wörterbuch zu Themen, die uns gerade bewegen.

Heute: „Neoglobalismus“

Strategie der reaktionärsten Kreise des Imperialismus, insbesondere der USA, seine aggressiven Ziele unter den neuen Bedingungen der 80er Jahre weltweit durchzusetzen, globale soziale Revanche zu üben und den realen Sozialismus sowie antiimperialistische Staaten und Bewegungen »zurückzurollen«; wird in zunehmendem Maße auch als »Reagan-Doktrin« bezeichnet.

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Hätten die Kollegen von NDR und Tagesschau mal in den Livestream von Welt-N24 geschaut, dann hätten sie sehen können, wie maskierte Gangster (jedenfalls sahen sie aus wie maskierte Gangster) immer Stinkefinger in die Kamera hielten oder versuchten, das Bild komplett mit der Hand abzudecken. Das war eine coole Aktion der N24-Kollegen. Sie war übrigens auch mutig, im Gegensatz zu allem, was andere so für mutig halten mögen.

Offenbar hatten die Kollegen von NDR und Tagesschau so ihre eigene Wahrnehmung. Wer diesen Zusammenschnitt anschaut, der bekommt einen anderen Schuldigen präsentiert, nämlich die Polizei. Die habe den friedlichen Demonstrationszug grundlos gestoppt, behauptet die Offsprecherin. Das sei der Anfang gewesen. Ihre Behauptung trägt allerdings nicht sehr weit. Ein Polizeiführer kommt ins Bild und erklärt jemandem, die Maskierten müssten ihre Masken abnehmen. Wer der Jemand ist erklärt der ARD-Film nicht. Vielleicht ist es einer der Initiatoren der Demo, vielleicht ein Alien, vielleicht ist es auch egal, jedenfalls den journalistischen Stars der großen Anstalt.

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