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#87Prozent – was soll das sein? Bei Twitter ist #87Prozent gerade eine gut gemeinte Sammlung romantischer Selbstbekenntnisse gegen rechts und für Bildung, Offenheit, etc. Es soll so aussehen, als seien sich jetzt alle #87Prozent einig gegen die 13 Prozent AfD-Wähler. Die #87Prozent bestehen nur leider aus planwirtschaftlichen Sozialisten wie Marktwirtschaftlern, unbeschränkten Refugees-Welcome-Verfechtern wie Obergrenze-Freunden, Klimapanischen und Klimaskeptischen, etc. Lauter Antagonismen. Die Kanzlerin dürfte es schwer haben, aus diesem weltanschaulich bunten Haufen eine Koalition zu schmieden. Den Erfindern von #87Prozent ist all das jedoch völlig egal. Ihnen geht es um die Kreation einer heilen, harmonischen Welt aller Deutschen, die angesichts der AfD nur noch das Vaterland kennen. Zwei Parteien reichen da völlig – die Guten und die Bösen. Alles andere könnte ja kompliziert werden und verwirren.

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Weiß noch jemand, wie es kam, dass wir eines Tages keine GEZ-Gebühr mehr hatten sondern einen „Rundfunkbeitrag“? Das haben alle 16 Landtage im Jahr 2011 beschlossen. Es ist schwer, sich daran zu erinnern, weil es nirgendwo eine öffentliche Debatte zu dem Thema gab. Die Landtagsparteien haben die alte Gerätegebühr ziemlich unauffällig durch die Quasirundfunksteuer ersetzt. Nur in Sachsen, dessen Landtag als einer der letzten das Thema durchwinkte, flackerte ein Ansatz an Kontroverse auf, die damit endete, dass Staatskanzleichef Johannes Beerbaum drohte, den Landtagen die Ratifizierung des Rundfunkstaatsvertrags komplett wegzunehmen.

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Der Fall des geschassten Welt-Redakteurs Günther Lachmann ist in seiner Krassheit natürlich ein Einzelfall. Aber er ereignet sich in einem Umfeld, in dem eine zu große Nähe zwischen Journalisten und Politikern und generell Journalisten und ihren Protagonisten schlechte Normalität ist. Journalisten, die nebenbei als Berater tätig sind, sind beileibe nicht selten. Die betreffenden Kollegen machen daraus noch nicht einmal ein Geheimnis. Ich kenne einige, die nebenbei für Agenturen arbeiten und da genau diejenigen beraten, über die sie auch berichten. Manch einer betreibt seine eigene Agentur, sei es als richtige Firma, sei es als Einmann-Unternehmen. Manch einer wirbt sogar offensiv auf der eigenen Webseite für seine Doppeltätigkeit als Journalist einerseits und Protagonisten-Berater andererseits.

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