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Das gab's wirklich: Dass die Bahn zuverlässig fuhr, wenn der Winter alle anderen Verkehrsmittel lahmlegte

Komisch: Hat es in Österreich oder der Schweiz etwa nicht geschneit? Jedenfalls gibt es da keine Meldungen von der Bahn über Chaos, Zugausfälle und Verspätungen wie in Deutschland. Da gilt noch das alte Motto, mit dem auch die Deutsche Bundesbahn (West) vor Jahrzehnten einmal warb.

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Der Bahn sei Dank. Auch ich habe jetzt schon einmal einen Fuß auf Naumburger Boden gesetzt, wenn auch unfreiwillig. Der ICE, mit dem ich nach Berlin fuhr, legte dort eine unerwartete Zwangspause ein. Bei dieser Gelegenheit lernte ich eine Dame kennen, die mir ausführlich über ihre Erfahrungen mit der japanischen Eisenbahn berichtete. Etwa über die lächelnde Verbeugung der Schaffner beim Betreten des Waggons, bevor sie den Gang durchschreiten und die Fahrkarten abstempeln. Oder die Leichtfüßigkeit, mit der sie von Platz zu Platz gehen, nie gestört durch unvorhergesehenes Ruckeln und Schütteln, weil der Shinkansen, wie man so sagt, wie auf Schienen gleitet. Oder die bemerkenswerte Sicherheit, mit der der Fahrgast vorausberechnen kann, wann er sein Ziel erreicht haben wird. Er muss nur in den Fahrplan gucken. Schon eine Minute Abweichung sorgt für Stirnrunzeln. Fünf Minuten lassen den Schaffner Entschuldigungen aussprechen.

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Ich hätte gleich misstrauisch werden müssen. Die Hinfahrt nach Stuttgart verlief planmäßig. Keine Verspätungen, keine Pannen, einfach nichts. Wo war der Haken? Natürlich auf der Rückfahrt. Bei der Bahn gibt es immer einen Haken. Also: ICE 1090, Abfahrt um 16.51 Uhr in Stuttgart Richtung Berlin. Kaum auf der Strecke sagt der Zugchef durch, dass irgendwo vor Mannheim ein Stellwerk defekt sei. Das werde so um die 15 Minuten Verspätung ausmachen. Die Fahrt geht weiter. In Frankfurt hat der Zug etwas aufgeholt, nur noch 14 Minuten Verspätung bei der Ausfahrt. Der Zugchef sagt, bis Berlin gebe es nunmehr keinen weiteren Halt. Darum gelte für diesen Zug eine Zwangsplatzreservierung und eine Sprinter-Gebühr von 11,50 Euro (zweite Klasse), und zwar Cash oder per Kreditkarte, nicht mit EC-Karte. Na toll. Und gleich darauf hält der Zug dann doch, auf freier Strecke.

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Bahnfahren ist doch immer wieder überraschend. Vorhin hörte ich den Schaffner sich über die Lautsprecheranlage des Regionalexpress zwischen Nürnberg und Petershausen bei den verehrten Fahrgästen entschuldigen, die in Rohrmoos leider nicht aussteigen konnten. Beim nächsten Halt in Pfaffenhofen könnten sie das nachholen. Ausnahmsweise dürften sie ihre Tickets verwenden, um dann in der Gegenrichtung doch noch Rohrmoos zu erreichen. Anschließend verkündete er, dass die Türen 1 in Wagen 2, 1 in Wagen 3, 2 in Wagen 5 und noch eine, an die ich mich erinnere, defekt seien. Weil er schon dabei war, wies er die Fahrgäste auch darauf hin, beim nächsten Halt nur die funktionierenden Türen zu benutzen. Darauf wäre sonst womöglich keiner gekommen.

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Der mutmaßlich letzte, der Robert Enke lebend sah, ist ein Lokführer bei der Deutschen Bahn. Es könnte sich so abgespielt haben, dass er den da noch lebenden Torwart durch die Frontscheibe entdeckte, bevor er im härteren Wortsinn auf die Front der Lokomotive traf. Dabei dürfte es eine ziemliche Sauerei gegeben haben. Die haben unbekannte Helfer später beseitigt und dabei die – wieder im härteren Wortsinn – sterblichen Überreste Enkes eingesammelt. Ein angenehmer Job dürfte das eher nicht gewesen sein.

Wie mag der Lokführer sich fühlen, wenn er durch die Fernsehprogramme zappt und sieht, dass der von seiner Lokomotive zerschmetterte Tote heute von einem halben Dutzend Sendern mit live-Übertragungen bedacht wird? Dass Spiegel Online einen Live-Ticker der Trauerfeier ins Netz stellt, gerade so wie bei einem WM-Endspiel, an einem Bundestags-Wahlabend oder der Papst-Wahl? Dass Zehntausende zum Ort des Events gepilgert sind, dass sich Bundes- und Landespolitiker im morbiden Licht dieser Veranstaltung sonnen und die ansässigen Zeitungen eine Sonderbeilage mit Traueranzeigen produzierten? So etwas gab es nicht einmal für Papst Johannes Paul II. “Deutschland trauert um Robert Enke”, lautet der Tenor der Überschriften der meisten Nachrichtenportale im Web. Dabei kannten ihn bis zum vergangenen Dienstag viele Deutsche gar nicht.

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Offenbar sind Überfälle in Nachtzügen nichts außergewöhnliches. Das Zugpersonal spricht gern darüber. Wie oft so etwas passiert scheint allerdings niemanden zu interessieren. Und wenn es passiert, dann bespricht das zwar die Lage bei der Bundespolizei - unternimmt aber nichts. Wie zuletzt vor wenigen Wochen. Es ist zwei Uhr am Morgen. Drei Fahrgäste im Liegewagenabteil des Nachtzugs Berlin-Wien versuchen, auf ihre…