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Es war im Juli 1944, als die Angehörigen eines muslimischen Arbeitskommandos im oberschwäbischen Laupheim eine Erlaubnis für das Schächten eines Tieres beantragten. Der zweite Weltkrieg war noch nicht vorbei. Hitler und die Nationalsozialisten herrschten noch über Deutschland und auch über Laupheim. Das Schächten war in Nazideutschland verboten. Es gab im Wesentlichen zwei Gründe für dieses Verbot. Zum einen das von den Nazis reformierte Tierschutzrecht, das die bis heute gängige Vorstellung vom mythisch beseelten Tierleben zum Gesetz erhob, und zum anderen der Hass auf die Juden, bei denen aus religiösen Gründen ja auch geschächtet wird. Was glaubt Ihr, wie die Sache in Laupheim ausging? 

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Man muss einfach mal bei vollem Bewusstsein zur Kenntnis nehmen, was nach dem Totalscheitern der Sicherheitsbehörden im Fall Anis Amri so alles an Unfug gesagt wurde. Da war die Rede von einem „Fahndungserfolg“, was angesichts der Vorgeschichte völlig irrwitzig ist. Ein polizeibekannter Knastbruder plant Terror vor den Augen des Staates. Er soll versucht haben, sich ausgerechnet bei einem V-Mann der Polizei eine Waffe zu besorgen. Er war als Asylbewerber abgelehnt worden, stand monatelang unter Beobachtung, vertickte offenbar im Görlitzer Park in Berlin Drogen und einiges mehr. Und dennoch entließ ihn der Staat eines Tages aus seinem Blickfeld, worauf er dann – vorausgesetzt, die Infos stimmen alle – einen Lkw kaperte, den Fahrer tötete, auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz Menschen totpflügte, anschließend lässig in den nächsten Zug nach Frankreich stieg, anschließend lässig in den nächsten Zug nach Mailand stieg, wo er dann auf Nachfrage eines Polizisten nicht seinen Pass, sondern seine Pistole aus der Tasche zog. Irre.

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Ist eigentlich noch niemandem aufgegfallen, dass die Betreiber der beliebten Berliner Spätis jedenfalls dem Augenschein nach durchweg Türken oder Araber sind? Kurz für alle Bayern: Spätis sind eine Art Tante-Emma-Laden, in denen Bier aus gestapelten Kästen verkauft wird, außerdem Spirituosen, Süßigkeiten und manchmal auch Fertiggerichte, Wein und die nötigsten Drogerieartikel. Sie befinden sich in den Stadtteilen Kreuzberg, Neukölln, Friedrichshain, Wedding und anderen Kiezen, in denen viele Zuwanderer leben. Sie heißen so, weil sie auch nachts und sonntags geöffnet haben. Die Kundschaft besteht meist aus Anwohnern des betreffenden Kiezes, und zwar mehrheitlich – ebenfalls nach Augenschein – Familiendeutschen oder frisch zugezogenen Hipstern aus der nördlichen Hemisphäre.

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Die Peinlichkeit um den Großflughafen Berlin und die Schließung des Innenstadt-Airports Tempelhof – womöglich gibt es zwischen diesen beiden Komplexen einen Zusammenhang, den die Öffentlichkeit noch gar nicht bewusst wahrgenommen hat. Den Denkanstoß zu diesem Gedanken gab der Vorsitzende des Berliner Flughafen-Untersuchungsausschusses, Martin Delius (Piraten). Er vermutet, die federführenden Politiker hätten von Anfang an gewusst, dass der Finanzrahmen viel zu niedrig gesteckt sei. Darum hätten sie versucht, unauffällig Gewinne aus dem Betrieb der laufenden Flughäfen in die Dauerbaustelle in Schönefeld zu stecken. Das würde erklären, warum die Begründungen für die Schließung Tempelhofs immer so wolkig ausfielen. Musste Tempelhof weg, damit diese verdeckte Geldverschiebung funktionieren konnte?

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U-Bahn-SurferU-Bahnhof Hallesches Tor an der Linie 1. “Zurückbleiben bitte”, tönt es aus dem Lautsprecher. Die Türen schließen mit deutlichem Klack. Bis dahin alles ganz normal. Aber plötzlich turnen drei Männer vom Dach der Hochbahnstation und springen auf die Waggons. Legen sich flach auf den Bauch, alle drei groß und sportlich, einer trägt einen Bauarbeiterhelm, an den vorn eine Kamera montiert ist, ein anderer versteckt sein Gesicht hinter einer weißen Maske. Sie gucken nach vorn, hoch konzentriert, warten auf die Ausfahrt aus dem Bahnhof, auf die kurze freie Strecke bis zur Prinzenstraße, knappe zwei Minuten, um auf dem U-Bahn-Dach zu surfen und Bilder zu schießen. Aber ihr Sprung vom Bahnhofsdach war zu spektakulär, der Bahnsteig zu voll, Dutzende Augen drehten sich in ihre Richtung, es ging ein Raunen durch die Menge, das der Zugführer mitbekommen haben muss. Er fährt einfach nicht los. Steht und steht. Die drei Surfer merken, dass der Versuch gescheitert ist. Lockern ihre Haltung, setzen sich auf, beratschlagen kurz, was sie tun sollen, springen dann vom Zugdach auf den Bahnsteig und flüchten die Treppe nach unten, bevor jemand sie schnappen kann.

Morgens auf dem Bahnsteig des Görlitzer Bahnhof

Berlin gilt nicht ohne Grund als Metropole des Nachtlebens. Wenn morgens die Sonne aufgeht, leidet der optische Eindruck der Stadt sehr. Es kommt dann alles mögliche zum Vorschein, was das Dunkel verbirgt. Ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt des nächtlichen Berlin ist der Görlitzer Bahnhof. Letztens torkelte mir dort am Morgen kurz nach acht ein junger Mann entgegen, in dessen Mund ein unangezündeter Joint steckte und dessen Arm um eine etwas pummelige junge Dame griff. Er torkelte direkt auf mich zu, glotzte mit seinen glasigen Augen durch mich hindurch, und als er wackelnd, sich an der Dame festhaltend, vor mir stand, fragte er mich, ob ich Feuer für ihn habe. Er fragte das in diesem neuartigen  Kreuzberger Idiom, das aus einigen wenigen englischen Worten besteht und eine Mindeskommunikation zwischen den aus allen Wohlstandsländern der Welt angereisten Freaks ermöglicht. Der junge Mann stammte, Aussprache und Aussehen berücksichtigend, vermutlich aus Frankreich, Spanien oder Finnland.

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Özcan Mutlu, für die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus | Foto: Böllstiftung via Flickr

Man muss ein bisschen aufpassen, was man über die Causa schreibt, weil der Berliner Grünen-Abgeordnete Özcan Mutlu sich einen der aggressivsten Presseanwälte Deutschlandes leistet, Christian Scherz. Der soll gegen den Focus vorgehen. Mutlu stört sich an einem Bericht über seine Rolle bei der Anbahnung eines großen Immobiliendeals. Der türkische Milliardär Aydin Dogan plane den Kauf von vier Luxushotels der Kempinski-Kette, darunter auch das Berliner Kempinski am Kurfürstendamm. Dafür biete er 380 Millionen Euro. Mutlu und Dogan sollen sich schon lange kennen, weil sie in Nachbardörfern in der Türkei aufwuchsen, schreibt der Tagesspiegel. Dass Mutlu vermittelte, scheint unstreitig. Streitig ist, ob er dafür Geld nahm. Der Focus behauptet es, Mutlu bestreitet es. So in etwa kann man es wohl aufschreiben, ohne belangt zu werden – siehe dazu auch hier und hier.

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  Die Idee ist einfach, die Umsetzung  noch nicht. Man nehme Wasser, mische ein Zauberpulver dazu, lasse die Sonne draufscheinen und, tataa, steigt oben Wasserstoff auf. Den fülle man in Tanks und verwende ihn wie Benzin, Heizlöl oder Kohle. An exakt dieser Idee arbeitet das Team des Berliner Chemieprofessors Reinhard Schomäcker. Im Labor funktioniert sie schon. !--more-- O…

Wie meistens ergeben Herr und Hund auch hier eine stimmige Einheit. iPhone-Foto, vergangene Woche in der Berliner U-Bahn-Linie 7 zwischen Hermannplatz und Schönleinstraße

Auf den ersten Blick sahen sie ja schon martialisch aus, der junge Mann, dessen Gesicht ich verpixelt habe, und der Hund, dessen Gesicht ich vielleicht hätte verpixeln sollen, weil er dem Herrchen verblüffend ähnelt. Aber dann würde niemand erkennen, dass Hundchen eigentlich ziemlich verschüchtert aus der Wäsche guckt, was sich für Herrchen auch sagen lässt, dessen Blick nie an einem Ort blieb, sondern ständig unruhig wanderte.

Ob Renate Künast nächstes Jahr zur Regierenden Bürgermeisterin Berlins gewählt wird oder ob Wowi seine Party fortsetzen darf ist eigentlich völlig egal. Beide gehören zum selben Lager, nämlich dem linken. Beide plädieren für “Rückbau” der Infrastruktur, wollen Tempo 30 auch auf Hauptstraßen, verstehen sich als Hartz-IV-Lobby, betreiben kadermäßige Personalpolitik in der öffentlichen Verwaltung und stehen auf Multikulti. Es ist allein eine Frage von Mode und Sympathie, wer von beiden am Ende gewinnt. Der Mehrheit der Berliner ist das so egal wie mir.

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