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Die Potsdamer Staatsanwaltschaft hat das Todesermittlungsverfahren nach dem Tod des Berliner Rechtsmediziners Prof. Helmut Maxeiner beendet. Die Todesursache habe nicht geklärt werden können, sagte ein Sprecher. Klar sei nur, dass kein Fremdverschulden vorliege. Die Todesart lautet auf natürlichen Tod. Einige Rätsel bleiben, vor allem über die letzten Tage im Leben Maxeiners und sein wissenschaftliches Vermächtnis. Auffallend ist zudem die Wurstigkeit, mit der sein Institut und seine Fakultät ihn verabschiedeten.

Maxeiners Leichnam wurde im rechtsmedizinischen Institut in Potsdam untersucht, und zwar, wie zu hören, ungewöhnlich gründlich. Kollegen hatten spekuliert, er könne den Spätfolgen seines Fahrradunfalls im Jahr 2006 erlegen sein, bei dem er sich schwer am Kopf verletzt hatte. Das schlossen seine Obduzenten jetzt aus. Dagegen fanden sich in Bronchien und Luftröhre Anzeichen auf eine Entzündung, die aber keineswegs tödlich gewesen sein soll.

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UPDATE

Die Aufklärung des Todes des Berliner Rechtsmediziners Helmut Maxeiner verzögert sich weiter. Nach meinen Informationen sollte der Abschlussbericht der Potsdamer Rechtsmedizin vergangenen Freitag vorliegen. Einer der untersuchenden Ärzte bat aber um eine Terminverlängerung.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte die Information. Die Untersuchung sei möglicherweise in ein bis zwei Wochen abgeschlossen, sagte er.

Maxeiner war im Alter von nur 57 Jahren im November tot neben seinem Fahrrad aufgefunden worden. Er galt als einer der besten Rechtsmediziner Deutschlands, wurde allerdings in seinem eigenen Institut an der Berliner Charité massiv gemobbt.

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Für die Überraschung des Tages sorgte der pensionierte Rechtsmediziner Gerhard Bundschuh. Bundschuh war heute Vormittag als Gast einer Pressekonferenz der sächsischen Rosa-Luxemburg-Stiftung und Historikern im Berliner Haus des „Neuen Deutschland“ erschienen, die mit historischen Dokumenten die Behauptung des Chefs der Berliner Rechtsmediziner, Michael Tsokos, widerlegten, eine in seinem Institut lagernde Wasserleiche sei der Korpus der ermordeten Rosa Luxemburg. Bundschuh kündigte ein eigenes Gutachten an, das dem simpelsten aller Indizien auf den Grund ging – nämlich einem Vergleich der Körpergrößen der Charité-Leiche und Rosa Luxemburgs. Sein Resultat: Die Charité-Leiche war zu Lebzeiten ca. 1,65 Meter groß, Rosa Luxemburg dagegen nur 1,49 Meter.

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Die Wasserleiche in der Berliner Charité – seit dem vergangenen Frühjahr behauptet der Chef der Rechtsmediziner, Michael Tsokos, es handele sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Leiche der KPD-Gründerin Rosa Luxemburg.

Eine Gruppe von Historikern und Autoren kündigt jetzt einen Forschungsbericht an, der Tsokos‘ Behauptung widerlegen soll. „Das Gerücht, wonach es sich um die sterblichen Überreste von Rosa Luxemburg handelt, ist bis heute weder bestätigt noch widerlegt“, schreibt einer der Autoren, Klaus Gietinger. „Das wird sich am 7.1.2010 ändern.“ An diesem Tag will er mit seinen Ko-Autoren den Forschungsbericht vorlegen.

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Man könnte es als heftigen Gelehrtenstreit abtun, der für die Allgemeinheit eher uninteressant sei. Aber das wäre fatal. Der frühere Chef der Berliner Rechtsmediziner, Volkmar Schneider, hat eine 133 Seiten starke Kampfschrift gegen seinen Nachfolger, den heutigen Institutschef Michael Tsokos, verfasst. Folgt man den Details, die Schneider präsentiert, dann stellt sich eine beklemmende Frage: Wer würde sich wünschen, im unerwarteten Fall eines gewaltsamen Ablebens in einem Institut zerlegt zu werden, dessen Chef eher an Presseschlagzeilen und  Buchtantiemen gelegen ist als an wissenschaftlicher Akribie und der sich nicht scheut, dafür Fakten zu manipulieren?

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Der Berliner Medizinhistoriker Dr. Dr. Manfred Stürzbecher glaubt nicht daran, dass die Leiche in der Charité etwas mit Rosa Luxemburg zu tun hat. „Nach dem, was ich weiß, spricht alles gegen diese Theorie“, sagte er auf meine Anfrage.

Stürzbecher stützt sich vor allem auf historische Zusammenhänge. „Wäre dieses Gerücht schon früher in der Welt gewesen, dann hätte Erich Mielke Interesse daran gehabt.“ Außerdem spreche der dut dokumentierte Weg der toten Rosa Luxemburg dagegen. Außerdem habe es damals beim Berliner Polizeipräsidenten einen „Leichenkommissar“ gegeben. „In einem politisch so brisanten Fall hätte er nie eine Manipulation gewagt“, sagte Stürzbecher. Er ist daher überzeugt, dass die Gerichtsmediziner damals die echte Leiche der Rosa Luxemburg untersuchten. Für „undenkbar“ hält er es auch, dass die Leiche der Revolutionärin etwa als Anschauungsmaterial für Studenten in der Charité gelandet sein könnte.

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Letzte Woche rauschte die Meldung durch die Zeitungen, die Staatsanwaltschaft habe die Obduktion der angeblichen Rosa-Luxemburg-Leiche angeordnet. Heute teilte mir Justizsprecher Martin Steltner mit, die Leiche sei fertig obduziert. Und, ist es Rosa Luxemburg? Er gehe davon aus, dass davon nichts im Obduktionsbericht stehe, so Steltner.

Dabei hatte die Staatsanwaltschaft ausgerechnet das Berliner Charité-Institut für Rechtsmedizin mit der Obduktion beauftragt, dessen Chef Michael Tsokos gutes Geld mit der Behauptung verdient, er halte da einen „Fall Rosa Luxemburg“ in Händen. Tsokos‘ Vorgänger Volkmar Schneider fragt adazu, ob das Charité-Institut nicht möglicherweise befangen sei. Die Frage stellte ich auch dem Justizsprecher. Der antwortete, die Obduktion sei doch eh nur Routine. Wenn eine Leiche auftauche, deren Todesursache ungeklärt sei, sei das eben so. Die Frage, warum die angebliche Rosa Luxemburg aus der Charité erst und ausgerechnet jetzt obduziert wurde, beantwortete er damit, dass der Vorgang etwas länger auf dem Dienstweg unterwegs gewesen sei.

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UPDATE

Die Untersuchung nach dem rätselhaften Tod des Berliner Rechtsmediziners Helmut Maxeiner dauert an. Das teilte die Potsdamer Staatsanwaltschaft auf meine Anfrage mit. Die Todesursache sei bisher nicht ermittelt. Die Potsdamer Rechtsmediziner benötigten noch Zeit, sagte der Sprecher. Möglicherweise gebe es in der ersten oder zweiten Januarwoche ein Ergebnis. Einen Selbstmord schloss der Sprecher aber „nach derzeitigem Stand“ ausdrücklich aus. Weiterlesen

Erneut berichtet die Berliner Morgenpost über den „Arzt, der das Rätsel um Rosa Luxemburg löst„. Damit ist Michael Tsokos gemeint, Chef der Berliner Rechtsmedizin. Man kann den Artikel sehr fix überreißen, wenn man gleich auf den letzten Absatz kommt. Da steht folgendes:

„Auch, wenn viele Indizien dafür sprechen, dass es sich bei der unbekannten Fettwachsleiche tatsächlich um die tote Revolutionärin handeln könnte – der letzte (DNA-) Beweis fehlt noch immer. Tsokos hofft auf einen Treffer, der ihm eine Übereinstimmung von 99,99 Prozent liefert. Ein Haar von Rosa Luxemburg, ein Hautschuppen oder vielleicht ein Fingernagel.“

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Es klang wie eine Sensation: Mit hoher Wahrscheinlichkeit sei die Leiche der KPD-Ikone Rosa Luxemburg in einem Museumskeller der Berliner Charité gefunden worden, behauptet der Chef der Berliner Rechtsmedizin, Michael Tsokos. Sein Vorgänger Volkmar Schneider und der Buchautor Klaus Gietinger wiederlegen seine Darstellung jetzt detailliert. Demnach ist etwas anderes wahrscheinlich – dass Tsokos einen PR-Coup gelandet hat, um die Auflage seines Buches zu befördern.

Am 25. November stellte das Rechtsmedizinische Institut der Berliner Charité einen Werbelink für das Buch seines Chefs Michael Tsokos ein. „Bestseller: Taschenbuch ‚Dem Tod auf der Spur'“, heißt es da. Der Link ist inzwischen gelöscht. Die Seite, die sich dahinter verbirgt, existiert weiter. Sie zeigt ein Foto des Buchcovers, darauf Autor Tsokos, in dramatischem Licht und diabolischer Pose vor schwarzem Hintergrund fotografiert. Daneben ein Hinweis auf die Sensation im Buch: „Jetzt mit seinem neuesten Fall ROSA LUXEMBURG“.

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