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Milliarden-Spekulant George Soros hat diesmal offenbar kräftig daneben gelegen. Die Euro-Krise scheint ihn gerade einiges zu kosten. Anders ist seine Schelte für Deutschland nicht zu erklären. Die Behauptung, Deutschland trage die Hauptverantwortung für die Euro-Krise, ist einfach haltlos. Die Ursache dafür liegt in der Überschuldung der Euro-Länder. Da steht Deutschland zwar auch miserabel da, aber im Vergleich mit den anderen Ländern immerhin nicht ganz so schlimm. Soros‘ Appell im Handelsblatt ist eine Dreistigkeit sondergleichen. Offenbar verlangt er Cash vom deutschen Steuerzahler, um ein missglücktes Investment zu retten. Man sollte ihn ignorieren.

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Ich halt dann mal die Kresse

EZB-Chef Jean-Claude Trichet spricht heute von der „schlimmsten Krise seit dem zweiten Weltkrieg“. Liegen etwa Städte in Schutt und Asche? Ziehen feindliche Truppen durchs Land? Der Mann sollte die Kirche im Dorf lassen und bedenken, dass er mit seinem Gequatsche ebenso zur Krise beiträgt wie mit seinem Kuschen vor den Regierungen. Die von ihm geleitete Euro-Währungsbank hat sich endgültig zum Dealer der regierungsamtlichen Schuldenjunkies degradieren lassen. Trichet hat die Unabhängigkeit der EZB aufgegeben.

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Die wichtigste Erkenntnis aus dem heutigen Börsentag lautet: Die Politik hat ihren Kredit aufgezehrt. Mehr gibt’s nicht – jedenfalls nicht unter den Bedingungen demokratischer Systeme. Auch der Bruch aller Regeln und Absprachen hilft nicht weiter. Ein solcher Bruch war heute die Entscheidung der EZB, italienische und spanische Anleihen zu kaufen. Die Bundesregierung war vom Bundestag darauf verpflichtet worden, keine europaweite Stützungsaktion zuzulassen. Das wird der Regierung demnächst im Bundestag um die Ohren fliegen. Geholfen hat es auch nicht. Die Kurse rauschten trotzdem ab.

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Jetzt haben wir den schwachen Euro, der angeblich die Exporte stärkt. Mit bedrohlichen Folgen

Die Gaspreise steigen in den nächsten beiden Monaten um bis zu 30 Prozent, schreibt Bild unter Berufung auf ein Preisvergleichsportal. Die Benzinpreise sind seit Monaten auf Hochniveau, obwohl der Rohölpreis sinkt und sinkt. Auch Lebensmittel werden gerade teurer. Das ist ökonomisch logisch, denn dank unserer Euro-Währungsretter ist der Wert des Euro im Keller. Tendenz: Weiter sinkend. Sozialdemokraten, Grüne, die Merkel-CDU und die Keynsianer haben immer beteuert, eine billige Währung sei für die Exportwirtschaft auch sehr gut. Sie haben aber immer vergessen, die Kehrseite zu beschreiben. Das müssen sie auch nicht mehr, die spürt jetzt jeder Bürger daran, dass sein Geld immer knapper wird. Auch für die Wirtschaft, egal ob Inland oder Export, ist das keine gute Nachricht, denn auch die muss mehr Geld für Energie und Rohstoffe bezahlen.

Hatz auf die Sündenböcke macht die Euro-Schuldenpolitik nicht besser

Heute früh krähte ein Moderator von Antenne Bayern in Stammtischmanier ins Mikrofon, die Ratingagenturen seien kriminelle Verbrecher. Damit hat er nur nachgebetet, was die politischen Führer in Deutschland und Europa gerade vorbeten, zuletzt EU-Justizkommissarin Viviane Reding. Die verlangte jetzt schlicht die Zerschlagung der Rating-Agenturen. „Europa darf sich den Euro nicht von drei US-Privatunternehmen kaputt machen lassen“. Dieser Satz ist hassgeladenes Ressentiment pur. Den Euro machen die europäischen Regierungen ganz allein kaputt. Die Rating-Agenturen bewerten nur im Auftrag ihrer Kunden, was die Währungen wert sind. Offenbar passt den Politikern nicht, dass sie dabei die „politische und philosophische“ Komponente der Euro-Währung nicht berücksichtigen. Die hat Euro-Mitschöpfer Theo Waigel gerade wieder beschworen. Das war immerhin ehrlich, denn der Euro war ein politisches Projekt, kein wirtschaftliches. Genau darin liegt ja jetzt das Problem. Die einzigen, die beim Anblick von Euro-Scheinen in europatriotische Gefühlswallungen ausbrechen, sind Politiker. Alle anderen bezahlen damit ihre Einkäufe. Dabei zählt nur eines: Der Wert der Währung. Das sehen Leute wie Du und ich nicht anders als die Rating-Agenturen.

Italien ist nicht Griechenland. Warum wollen die EU-Regierungen also den Rettungsschirm auf 1,5 Billionen Euro aufblasen?

Keine Frage, auch Italien ist über beide Ohren verschuldet. Aber es gibt ein paar Unterschiede zu Griechenland. Die meisten italienischen Schulden laufen langfristig und werden von den eigenen Staatsbürgern gehalten. In Griechenland sind die Laufzeiten überwiegend kurzfristig und die Gläubiger meist ausländische Banken. Die wichtigste Folge: Griechenland taumelt von einem Zahltag zum nächsten, Italien nicht. Wenn Italien jetzt der Grund dafür sein soll, dass der sogenannte Rettungsschirm auf 1,5 Billionen Euro verdoppelt werden soll, dann wären es gut, wenn die Finanzminister ein paar wirklich gute Gründe dafür nennen. Diese Gründe müssten auch eindeutig besser sein als die Alternative – die darin besteht, die Euro-Zone in der bisherigen Form aufzugeben. Und sie müssten einen guten Grund nennen, warum wir glauben sollen, dass diesmal wirklich die Obergrenze erreicht ist. Und zwar die endgültige.

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn: Griechenland heute ähnlich wie Deutschland 1929 bis 1933

Wenn Griechenland in der Euro-Zone bleibt, droht nach Ansicht von Ifo-Chef Hans-Werner Sinn schweres Ungemach. „Es ist ähnlich wie in Deutschland unter (Reichskanzler Heinrich) Brüning“, sagte er der Wirtschaftswoche. „Deutschlands Preise fielen von 1929 bis 1933 um 23 Prozent, die Löhne sanken um etwa 30 Prozent. Das Land wurde an den Rand des Bürgerkrieges getrieben“. Wollte Griechenland wettbewerbsfähig werden, müsse es 20 bis 30 Prozent billiger werden. Das sei mit dem Euro kaum zu schaffen. Trete es aus der Gemeinschaftswährung aus, dann schon. Es könne seine Währung abwerten und später zu einem neuen Wechselkurs wieder eintreten. Den Einwand, die Griechen würden dann ihre Bankkonten plündern, ließ Sinn nicht gelten. Das täten sie ohnehin schon.

Kassandra greift in den Lostopf und zieht die Prophezeiung für den Untergang Griechenlands: Fresko aus dem antiken Pompeji | Foto via Wikimedia

Überbringer schlechter Nachrichten haben es manchmal schwer. Jetzt trifft es die Rating-Agenturen. Von Union bis Attac gelten sie als Verstärker der Griechenland-Krise, weil sie Griechenland inzwischen auf die Stufe CCC herabgesetzt haben – nur eine Stufe vor der finalen D-Bewertung, die für Zahlungsausfall steht. Die Agenturen seien zu mächtig, zu unkontrolliert oder zu wenig unabhängig. Darum müsse eine europäische Ratingagentur gegründet werden, die als Gegengewicht zu den Groß-Agenturen aus den USA oder Kanada Kreditratings abgebe. Das ist so schlau und hilfreich wie damals, als die alte Griechin Klytämnestra der Sage nach die Wahrsagerin Kassandra erdolchte – dafür, dass sie den Griechen den Untergang in Troja vorhersagte, so, wie heute die Ratingagenturen den Untergang Griechenlands auf dem Finanzmarkt.

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Das Geheimtreffen der Finanzminister letzten Freitag taugt als Symbol. Die Euro-Regierungen sind höchst beunruhigt, weil der Kern-Widerspruch des Eurokonzepts kaum noch zu übertünchen ist: Der Euro entsprang politischen Motiven, nicht ökonomischen. Er war das Geschenk des Altbundeskanzlers Helmut Kohl an die europäische Staatengemeinschaft. Um zu verstehen, was jetzt in der Griechenland-Krise passiert, muss man darum politische und ökonomische Argumente trennen. Die Politik wird am Ende kapitulieren – weil die Sache zu teuer werden wird. Nachdem meine letzte Griechenland-Wette voll ins Schwarze ging, hier die nächste: Wetten, Griechenland führt die Drachme wieder ein?

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Euro-Kracher Griechenland und kein Ende. Jetzt droht der Luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker mit „Folterwerkzeugen“, die die Staaten gegen Währungsspekulanten einsetzen könnten. Gleichzeitig lehnt Juncker ein Eingreifen des IWF in Griechenland ab, was einige Ökonomen heute fordern. Dass die europäischen Regierungen den IWF vom heimischen Acker fernhalten wollen, ist schon länger bekannt und hat mehr mit Eitelkeit und Prestige zu tun als mit Lösungskompetenz. Auch die IWF-Empfehlung, die Staatsschulden Griechenlands per Inflation zu mildern, lehnte Juncker ab. Damit dürfte er die Stimmung der meisten Europäer treffen, denn Inflation würde ja nur bedeuten, dass dann jeder Einzelne für die Staatsbetrüger in Athen zu zahlen hätte.

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