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Man hätte es sich denken können: Zuständigkeitshalber bekam das rechtsmedizinische Institut in Jena die Aufgabe, die toten NSU-Terroristen Mundlos und Böhnhardt zu obduzieren. Dabei gab es eine schwere Panne, wie jetzt das Magazin Focus recherchierte. Instituts-Chefin Gita Mall, Stammlesern meines Blogs aus zahlreichen Artikeln bekannt, musste die beiden Leichen vom Begräbnis zurückrufen, weil ihre Spitzenkräfte (oder sie selbst?) unfassbarerweise vergesse…

Die Staatsanwaltschaft Gera hat das Ermittlungsverfahren gegen die Rechtsmedizinerin Dr. Heike K. ohne Resultat beendet. K. war von der Chefin der Jenaer Rechtsmedizin, Gita-Else Mall, angezeigt worden. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Jens Wörmann, sagte auf meine Anfrage, das Verfahren sei nach Paragraph 170 Strafprozessordnung eingestellt worden. Es habe sich „kein hinreichender Tatverdacht“ ergeben. Der bei Dr. K. beschlagnahmte Aktenordner sei der Polizei übergeben worden, wohl deshalb, damit die ihn seiner Besitzerin zurückgebe.

Für Frau Mall ist das eine kräftige Schlappe. Sie hatte Dr. K. beschuldigt, mir interne Informationen zugesteckt zu haben und wollte sie dafür vor ein Strafgericht bringen. Das ist jetzt erledigt.

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Sonntagsreden sind das eine. Vor einiger Zeit veranstaltete der Bund Deutscher Kriminalbeamter gemeinsam mit der Techniker-Krankenkasse in Erfurt einen Kongress zum Thema Kindesmisshandlung. Ein Ermittler zeigte grausame Bilder von Kindern, die verprügelt, zerkratzt, mit Säure übergossen, verbrüht oder verbrannt worden waren. Auch die Chefin der Jenaer Rechtsmedizin, Gita-Else Mall, war da. Sie wird in der Ost-Thüringischen Zeitung mit diesem Satz zitiert: „Wir haben uns zur Regel gemacht, auch die kleinen Verletzungen wie Hämatome der Kinder anzuzeigen.“

Die Praxis ist anders und hat mit den Sonntagsreden nicht viel zu tun – gerade im Fall von Rechtsmedizinerin Mall, wie ein konkretes Beispiel zeigt.

Teil 2 von 2 Folgen der Serie Wenn die Justiz sich irrt

Er habe seine Frau mit „außergewöhnlicher Brutalität“ mit einer freilich unbekannten Tatwaffe mehrfach geschlagen, als sie schon blutend auf dem Boden lag, urteilte die dritte Strafkammer in Mühlhausen (Thüringen) vor einem Jahr über Gunter A. (57) und verhängte acht Jahre Haft wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge. Als Beweis diente das Gutachten der „sehr guten Rechtsmediziner“ aus Jena, wie der Vorsitzende Richter in der Begründung sagte. Seit gestern ist Gunter A. wieder frei. Eine andere Kammer senkte das Strafmaß auf zwei Jahre mit Bewährung. Eine faustdicke Überraschung, die Gunter A. wohl noch gar nicht richtig verarbeitet habe, sagte sein Anwalt Udo Freier.

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So viel teuren Ärger hat mir in fast 30 Berufsjahren noch keine Geschichte eingebracht: Meine Beiträge über den mysteriösen Tod eines alten Mannes in einer Thüringer Klinik beschäftigen eine Staatsanwaltschaft, die nach meinen Informanten fahndet. Und einer der Texte, ausgerechnet ein Kommentar, für das Verständnis der Geschichte eher unwichtig, führte mich heute zur Verhandlung vor das Hamburger Landgericht. Dort hatte mich die Jenaer Rechtsmedizin-Chefin Gita-Else Mall auf Unterlassung verklagt. Heraus kam ein Vergleich. Ich akzeptiere 11 von 13 Punkten des Unterlassungsbegehrens (zwei hatte das Gericht schon gestrichen), dafür verzichtet die Gegenseite auf eine Richtigstellung (und vermeidet damit natürlich auch, dass das, was in meinem Kommentar stand, wieder lesbar wird, denn dieser Kommentar ist ja längst offline). Jede Seite hat eine Woche Zeit, den Vergleich zu widerrufen. Sauteuer war die Sache zudem. Alles, was hier folgt, darf ich weiter schreiben (jedenfalls hat es mir bisher niemand verboten). Darunter sind auch Details, die bisher unveröffentlicht sind.

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Der Fall gehört zu einer der legendären Fehlleistungen der Jenaer Rechtsmedizin unter ihrer Chefin Gita-Else Mall. Am 14. März 2009 lag ein Toter vor seinem Wohnhaus in Gotha. Die herbeigeeilten Ermittler holten eine Rechtsmedizinerin zum Tatort. Die bescheinigte, der Mann sei erstochen worden. Am nächsten Tag dann die Obduktion. Die Rechtsmedizinerin blieb bis zum Schluss bei ihrem Befund. Als die Leiche dann vom Tisch gehoben wurde, folgte die Überraschung. Da lag eine Pistolenkugel herum. Der Tote wurde zurück gefrachtet und noch einmal aufgeschnitten. Und siehe da: Es fand sich noch eine zweite Kugel.

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Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Gera, die meine Informanten in der Rechtsmedizin Jena aufdecken sollen, laufen jetzt seit fast drei Monaten ohne Resultat.  Das ist insofern bemerkenswert, als ich inzwischen weiß, welche Fülle an Material die Ermittler in dem Fall zu sichten haben: Es handelt sich laut Staatsanwaltschafts-Sprecher Jens Wörmann um einen einzigen Leitz-Hefter. Den ließ die Staatsanwaltschaft bei einer Wohnungsdurchsuchung bei einer Rechtsmedizinerin des Jenaer Instituts beschlagnahmen.

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Die Staatsanwaltschaft Gera versucht offenbar, mit strafrechtlichen Ermittlungen meine Informanten offenzulegen. Ihr Sprecher, Jens Wörmann, sagte auf meine Anfrage, einer Ärztin werde vorgeworfen, sie habe mir Informationen übergeben. Wörmann kündigte an, ich würde demnächst als Zeuge befragt. Da ich „Verfahrensbeteiligter“ sei, dürfe er mir keine weitergehenden Auskünfte in der Sache erteilen.

Das Ermittlungsverfahren läuft jetzt seit über einem Monat. Es beruht auf einer Strafanzeige des Jenaer Instituts für Rechtsmedizin und richtet sich gegen eine Ärztin, die offenbar mehrfach andere Ansichten vertrat als ihre Chefin Gita-Else Mall. Dabei geht es um die Frage, wer mir Informationen zum bis heute ungeklärten und rätselhaften  Todesfall F. gegeben haben könnte. Offenbar verdächtigt die Staatsanwaltschaft die Ärztin, ließ ihre Privatwohnung durchsuchen und beschlagnahmte Unterlagen.

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Teil 1 von 2 Folgen der Serie Wenn die Justiz sich irrt

Seit einem Jahr sitzt Gunter A. in der Haftanstalt Gräfentonna bei Erfurt. Das Foto zeigt ihn nach der Festnahme

Gunter A. aus Herbsleben in Thüringen ist 57 Jahre alt. Zu DDR-Zeiten arbeitete er als Baumaschinist und steuerte große Kräne. Er heiratete, bekam einen Sohn. Die Firma, für die er arbeitete, überlebte die Wende. Ein paar Jahre später wurde sie dann aber doch aufgelöst und A. entlassen. Er arbeitete eine zeitlang als Fahrer, dann säuberte er als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme Waldwege. Seit 2005 bekommt er Hartz IV. Mit dem beruflichen Abstieg steigerte sich der Alkoholkonsum offenbar zur Sucht. Seit einem Jahr sitzt A. in der Haftanstalt Gräfentonna bei Erfurt. Er wurde zu acht Jahren verurteilt, weil er seine Frau Marie-Luise (?51) so schwer verletzt haben soll, dass sie zu Tode kam. Der Bundesgerichtshof hat das Urteil inzwischen teilweise kassiert. Die dritte Strafkammer in Mühlhausen wird „in Kürze“ die Termine für die Neuverhandlung bekanntgeben, sagte eine Sprecherin. A. beteuert bis heute seine Unschuld. Sein Anwalt hatte vergeblich auf Freispruch wegen Mangels an Beweisen plädiert. Sitzt A. zu Unrecht?

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Vor mehr als 14 Jahren fanden spielende Kinder zwischen einer Baumgruppe an der Autobahn Eisenach-Dresden die Leiche einer 19-jährigen Frau. Erst jetzt ist der Fall aufgeklärt. Heute beginnt in Erfurt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter Roland Burggraf (50). Er hat die Tat gestanden.

Es dauerte nicht nur viele Jahre, bis der Täter endlich überführt war. Schon die Suche nach der zunächst vermissten Kathrin Schmidt zog sich über Monate hin. Am 18. Oktober 1995 hatte sie sich in ihrem roten VW Jetta von Erfurt nach Großbrembach aufgemacht. Dort kam sie aber nie an. Die Suche nach ihr blieb ohne Erfolg. Ein paar Wochen später fand die Kripo zwar ihr Auto am Fuchsgrund im Norden Erfurts, von Kathrin Schmidt fehlte aber jede Spur. Über Weihnachten und den Jahreswechsel nagte die Ungewissheit über ihr Schicksal an den Nerven der Familie. Am 1. Februar 1996 stolperten dann spielende Kinder zwischen Egstedt und Rockhausen unweit der Autobahn A4 zufällig über die auf dem Bauch liegende und angesichts der Winterkälte tiefgefrorene Leiche. Sie war mit Jeans, Halbschuhen und einem schwarzen Sweatshirt bekleidet.

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