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Bin ich eigentlich in diesem Land der einzige, der sich leicht verzeifelt fragt, welche Musik er seinem Kind vorspielen kann? Und zwar ohne dem Kind schon zu Beginn seines Lebens jeden guten Geschmack abzugewöhnen?

Ich bezahle inzwischen für mehrere Musik-Abos im Netz. Die Suche nach „Kinderlied“ oder „Kindermusik“ erbringt eigentlich durchgehend billigste Schrottmusik. Schmierige Synthieklänge, entweder durchgeknallte oder uninspirierte Sänger, die als Sänger zu bezeichnen jeden wirklichen Sänger beleidigen würde, überinfantilisierte Stimmung – es ist einfach grauenhaft. Zu den besseren Angeboten gehört ein gewisser Kalle Klang. Da kommt wenigstens hier und da mal eine echte Gitarre vor. Ganz nett musiziert, aber hoffnungslos aus der Zeit ist ein Albm namens „Die kleine Geige“.

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Wäre es um die Interessen von Kindern in Deutschland im großen und ganzen gut bestellt, dann wäre die Lautstärke vielleicht angemessen, mit der alle möglichen Akteure auf Papst Franziskus‘ Aussetzer über würdevolle und weniger würdevolle Haue für Kinder reagierten. Ein Land, in dem die alleinerziehende Mutter zum Ideal und die Patchworkfamilie zur Idylle verklärt werden ist aber kein besonders tolles Land für Kinder. Diese Modelle sind bestenfalls die beste aller schlechten Lösungen für ein Kind. Ich weiß, man darf das nicht so deutlich sagen, weil es Trennungseltern ein schlechtes Gewissen machen könnte. Na und? Wann, wenn nicht nach einer Trennung, unter der Kinder stets und immer leiden, sollte man sonst ein schlechtes Gewissen haben? Da sind immer zwei, die versagt haben. Wer da kein schlechtes Gewissen hat der hat gar keins. Und er hat auf dem Gewissen, dass er sein Kind traumatisiert, Verlustängste schürt und die Kinderseele verletzt. Man mag das als reine Privatsache abtun, aber das ist es natürlich nicht. Es ist der Preis, den Kinder für die individuelle Selbstverwirklichung von Männern und Frauen bezahlen, weil sie die schwächeren sind und nicht gefragt werden, sanktioniert von Staat und Politik. Wer den Papst für seine Wortspende tadelt sollte sich über seine Motive im Klaren sein: Geht’s wirklich um die Kinder oder geht’s um allfällige Kritik an Papst und Kirche?

Foto: National Gallery of Ireland via Flickr

Joggen auf einem öffentlichen und ausgeschilderten Wanderweg, der von Kirchseeon nach Taglaching führt. Als ich das kurze Waldstück verlasse überhole ich einen Mann mit zwei Hunden, der eine eine Art Bassett (langer Rumpf, krumme dicke Kurzbeine, Ohren wie Waschlappen, trauriger Blick, pedantisch), der andere eine Art Straßenköter (straßenköterblond, mittlere Straßenkötergröße, Straßenköter-Kleffmaul).

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