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Gibt es bisher nur destruktiven Jounalismus? Es drängt sich auf, darauf mit ja zu antworten, glaubt man denen, die neuerdings das Konzept des „konstruktiven Journalismus“ propagieren. Es handelt sich vorzugsweise um Kollegen mit eher grünen oder linken Ansichten und bei öffentlich-rechtlichen Anstalten und bei der Zeit, die mit „konstruktiven“ Ansätzen experimentieren. Die seien eine Chance, die Glaubwürdigkeit der Medien zu erhöhen, heißt es dabei gern. 

Das Konzept des „konstruktiven Journalismus“ predigt „Lösungen statt Probleme“. Kurz gesagt: Journalismus solle nicht nur Missstände anprangern, sondern auch Wege zur Lösung anbieten. Sogar der Focus outet sich neuerdings als Verfechter eines solchen Ansatzes, was glücklicherweise nicht nur ich ziemlich spaßig finde. Offenbar glaubt man jetzt auch in Clickbaithausen, sein Ansehen mit einer schönklingenden Parole und ohne viel Mühe aufpolieren zu können. Durchdacht ist das alles nicht. „Konstruktiv“ klingt schön, aber es ist ist nichts als PR-artiges Geschwätz und schafft nichts als Widersprüche und neue Probleme. Weiterlesen

Für ein Thema, an dem ich schon eine Weile recherchiere, benötige ich eigentlich auch eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft Köln. Wie es aussieht, werde ich nicht anders können, als in dem betreffenden Beitrag einfach festzustellen, dass man dort nicht bereit und/oder in der Lage war, meine Fragen zu beantworten. So was kommt schon mal vor. In diesem Fall ist es aber extra bemerkenswert, weil ich die Kölner Sag-nichts-Masche so noch nicht erlebt habe.

Dabei gibt sich die Pressestelle zunächst sehr offen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Webseite mit den Namen und Durchwahlnummern aller Ansprechpartner ins Netz gestellt. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Andere Staatsanwaltschaften geben sich da nicht so offen. Aber wie sich zeigt, handelt es sich nur um einen Schein von Offenheit. Wählt man die Nummern der Reihe nach ab, dann erreicht man so gut wie nie den gewünschten Gesprächspartner. Auf der Webseite ist auch eine E-Mail-Adresse für Anfragen vermerkt. Die empfiehlt sich ohnehin, weil in den wenigen Fällen, in denen doch mal jemand ans Telefon geht, der Betreffende scheinbar grundsätzlich immer um eine schriftliche Anfrage per E-Mail bittet (leider eine generell gängige Unart). In einer anderen Recherche benötigte ich über eine Woche, bis ich einen Rückruf und dann auch tatsächlich eine Antwort auf meine Frage bekam. Ich akzeptierte übrigens die mündliche Auskunft und bestand meinerseits nicht auf die Schriftform. Weiterlesen

Auch unter deutschen Medienschaffenden wird gerade ein Film des Magazins Vice über die Gewalt in Charlottesville schwer gelobt – was man nur als schwere Heuchelei bezeichnen kann. Dieselben, die diesen Film loben, krakeelen sonst gequirlte Scheiße, wenn gezeigt wird, was dieser Film zeigt. Ereignisse, Gewalt, Verletzte auf Tragen, Täter, sogar redende Täter, sogar redende Täter-Anführer. Der Film zeigt alles und jeden.

Der Film zeigt dagegen nicht: Behördensprecher, Politiker, sogenannte Experten, Klugscheißer, Besserwisser, Medienverhinderer mit Datenschutzkomplex, Gremiensaberfanten. Der einzige Politiker, der zu Wort kommt, wird als einziger nicht im Bild gezeigt. Der ist nur hinter Schwarzbild zu hören.

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Sie habe es es schon wieder getan. Arte kann es nicht lassen, dieses vermeintlich grenzüberschreitende Kulturfernsehen zum Nutzen der Menschheit (oder so). Mit „Gaza: Ist das ein Leben“ haben sie wieder einen antiisraelischen und antijüdischen Hassfilm veröffentlicht. Warum es sich um einen Hassfilm handelt hat mena-watch detailliert beschrieben. 

Wie schon in früheren Fällen weigerte sich Arte, Fragen von Kritikern respektvoll zu beantworten. Mit respektvoll meine ich: So, dass Kritiker ernst genommen werden und sich ernst genommen fühlen können. Arte reagierte wie üblich arrogant und hochherrschaftlich. Man tippte ein belangloses, verharmlosendes, jeden Fragesteller verächtlich machendes sogenanntes Pressestatement zusammen. Auf das verwies Arte dann Fragesteller und Kritiker. Diese Methode heißt: Was hier zu fragen gestattet ist, bestimmen wir.

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Neuerdings kurisert im Internet ein Video, in dem eine Frau in einem gemusterten Kleid behauptet, Deutschland und Ungarn hätten eine gemeinsame Ländergrenze. Dieses Video verbreitete sich sogleich in den sozialen Medien und sorgte dort für aufgeheizte Debatten. Dabei ging es durchaus um heikle Themen. So wurde in manchen Diskussionsbeiträgen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung mit der deutsch-ungarischen Grenze in Verbindung gebracht. Den professionellen Faktenkontrolleuren im Netz, etwa dem Faktenfinder der ARD-Tagesschau, ist das Video mit der behaupteten deutsch-ungarischen Grenze wohl entgangen. Darum fragen wir jetzt: Wie ist das wirklich mit der deutsch-ungarischen Grenze?

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Links, das war der Protest gegen das G20-Treffen. Das G20-Treffen selbst muss demnach rechts gewesen sein, wenn links und rechts als politische Zuschreibungen noch irgendeinen Sinn ergeben sollten. Linke waren es auch, die vorher an gewaltsame Eskalation nicht glauben wollten, voran SPD und Grüne, die in Hamburg gemeinsam regieren. Dass Sicherheitsbehörden oder auch die Polizeigewerkschaften schon im Vorfeld Befürchtungen äußerten ist auch nicht überraschend. Die gehören halt nicht dazu zum linken Lager, sind nach linker Logik also auch rechs. Die Linken redeten die Gefährlichkeit ihrergleichen herunter, die Rechten redeten linke Gefährlichkeit hoch, der übliche politische Tanz. Dann  aber eskalierte die Gewalt. Die Rechte behielt recht, und sie hat die Bilder und Augenzeugenberichte zur Seite, die aus den sozialen Medien in die redaktionellen Medien sickerten und wie nie zuvor eine neue Deutung durchsetzten: Auch Linke können gewalttätig und böse sein.

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Hätten die Kollegen von NDR und Tagesschau mal in den Livestream von Welt-N24 geschaut, dann hätten sie sehen können, wie maskierte Gangster (jedenfalls sahen sie aus wie maskierte Gangster) immer Stinkefinger in die Kamera hielten oder versuchten, das Bild komplett mit der Hand abzudecken. Das war eine coole Aktion der N24-Kollegen. Sie war übrigens auch mutig, im Gegensatz zu allem, was andere so für mutig halten mögen.

Offenbar hatten die Kollegen von NDR und Tagesschau so ihre eigene Wahrnehmung. Wer diesen Zusammenschnitt anschaut, der bekommt einen anderen Schuldigen präsentiert, nämlich die Polizei. Die habe den friedlichen Demonstrationszug grundlos gestoppt, behauptet die Offsprecherin. Das sei der Anfang gewesen. Ihre Behauptung trägt allerdings nicht sehr weit. Ein Polizeiführer kommt ins Bild und erklärt jemandem, die Maskierten müssten ihre Masken abnehmen. Wer der Jemand ist erklärt der ARD-Film nicht. Vielleicht ist es einer der Initiatoren der Demo, vielleicht ein Alien, vielleicht ist es auch egal, jedenfalls den journalistischen Stars der großen Anstalt.

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Es ist wieder einmal eine dieser atemlos hervorgepressten, sensationell klingenden Enthüllungs-Verlautbarungen. „Handydaten könnten neue Spur bringen“, heißt es beim öffentlich-rechtlichen Südwestrundfunk (SWR). Die Redaktionen des Fernsehmagazins „Report Mainz“ und der Hamburger Illustrierten Stern hätten „geheime Polizeiakten“ zugespielt bekommen. Denen sei zu entnehmen, dass während des Mordes an der Polizistin Michéle Kiesewetter „Kontaktleute islamistischer Terroristen möglicherweise am Tatort in Heilbronn gewesen sein“ „könnten“. 

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Mit zwar verständlicher, aber doch unfairer Häme auf die Falschen wird heute viel darüber gespottet, dass der Hessische Rundfunk einen Vertreter des Erdogan-ergebenen türkisch-staatlichen Religionsvereins Ditib als neuen Rundfunkrat begrüßte. Der Hessische Rundfunk kann da nichts für. Der sucht sich seine Rundfunkräte nämlich nicht selber aus. Das tut der hessische Landtag, in diesem Fall die schwarz-grüne Koalition. Die waren es, die bereits vor knapp einem Jahr diese Absonderlichkeit einleiteten. Sie folgten damit dem Koalitionsvertrag, den die beiden Obermuftis Volker Bouffier (CDU) und Tarek Al-Wazir (Grüne) feierlich behandschlagt hatten.

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Gehört es neuerdings zu den Aufgaben des Bayerischen Rundfunks, PR-Texte für die EU-Kommission zu verbreiten? Man kann das durchaus so pointiert fragen, wenn man dieses Stück gelesen hat, das dieser Tage auf der Homepage des BR erschien. Verfasst hat es Holger Romann, Hörfunkredakteur der bayerischen Landesrundfunkanstalt und als ARD-Korrespondent in Brüssel stationiert. Überschrieben ist es mit „Europäische Gerüchteküche“ und der Spitzmarke „#factfox“. Mit „factfox“ bezeichnet der BR sein Faktenchecker-Projekt, das – soweit lobenswert – Fakenews und Gerüchte vorzugsweise auf Social-Media-Seiten aufspüren und entlarven will.

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