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Die überflüssigste Meldung des heutigen Tages verschickte die Christoffel-Blindenmission an die Redaktionen. Ein zweiköpfiges Expertenteam habe sich auf den Weg ins Krisengebiet gemacht, um „die Nothilfe mit den CBM-Partnern vor Ort zu koordinieren“. In der „CBM-Zentrale im hessischen Bensheim“ seien Berichte über „mehrere Todesfälle“ eingegangen, heißt es in der Aussendung.

Zweites Beispiel: Die Pressestelle der Kindernothilfe verbreitet:

„Der deutsche Nothilfekoordinator Ruben Wedel wird morgen in Port-au-Prince erwartet.“

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Skepsis und Misstrauen allerorten: Bundesjustizministerin Sabine Leuttheusser-Schnarrenberger will Dienste der Kommunikations- und Suchfirma Google unter die Lupe nehmen. Frankreich will eine Google-Steuer einführen und dann auch gleich auf die ganze EU ausweiten. Der angelsächsische Zeitungsmogul Rupert Murdoch erwägt, Google die Anzeige seiner Nachrichtenseiten zu versperren und sucht dafür sogar das Bündnis mit Microsoft – ausgerechnet. Es ist unübersehbar: Staaten und die sogenannte vierte Gewalt, die traditionellen Medien, haben ein Problem mit Google.

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Schlagworte gibt es zu Hauf: Kostenloskultur, Räubermentalität, etc. Und die augenfälligsten Folgen, die das Internet für Zeitungen, Fernsehen und Radio hat, sind auch hinreichend bekannt. Nicht die derzeitige Krise lässt Einnahmen und Auflagen schrumpfen. Vielmehr verändert sich das gesamte Gefüge. Warum das so ist, warum es unvermeidlich ist und was daraus folgt, spielt in der Debatte dagegen kaum eine Rolle.

Klassischerweise leben Unternehmen umso besser, je höher die Eintrittshürden für Konkurrenten sind. Auch diese Erkenntnis ist nicht neu, sondern eine ökonomische Binse. Praktisch folgt daraus dies:

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In der angelsächsischen Welt wird das Thema Klimawandel – anders als bei uns – kontrovers diskutiert. In Deutschland steht für Politiker praktisch aller Parteien, die meisten Journalisten und praktisch alle dazu zitierten Organisationen fest, dass der Mensch für eine dramatische Klimaerwärmung verantwortlich sei und praktisch jede Konsequenz angebracht sei, daran etwas zu ändern. Das ist in den USA und England anders. Dort gibt es keinen Konsens in dieser Frage – möglicherweise zu recht.

Wer sich zu dem Thema eine Meinung bilden möchte, steht in England oder den USA vor einem Problem. Wem soll er er glauben? Genau diese Frage stellte sich das Magazin Forbes – und reichte sie weiter an 500 per Zufallsprinzip ausgewählte Mitglieder der American Meteorological Society und der American Geophysical Union. Die Resultate erleichtern die Meinungsbildung nicht, sondern verstärken den Eindruck, dass es zu dem Thema viel weniger Gewissheit gibt, als deutsche Umweltpolitiker behaupten.

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Ich wollte kurz darauf hinweisen, dass die beiden Schweizer Geschäftsleute, die Herr Gadhafi sich neulich gekrallt hatte, jetzt von einem libyschen Gericht zu 16 Monaten Haft verurteilt wurden. Bei dieser Gelegenheit möchte ich daran erinnern, dass die bulgarischen Krankenschwestern, denen es ja ähnlich erging, während ihrer Haftzeit grausam gefoltert und gequält wurden. Jetzt, während Ihr das lest, schreit vielleicht gerade einer der beiden Schweizer vor Schmerz, während sein Folterer schmierig grinst und mit der Lieblingsantwort aller Folterer in Hollywood-Filmen antwortet: Schrei nur, hier hört Dich keiner.

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Das Wehklagen ist ja nicht zu überhören. Der Journalismus werde immer schlechter. Einer schreibe vom anderen ab. Niemand bemühe sich mehr um hartnäckige Recherche. Als Schuldige stehen meist die Verlage (die die Personalbudgets zusammenstreichen) oder die Journalisten (die immer fauler werden) am Pranger.

 Dahin gehören aber auch Behörden, Unternehmen und Verbände. Die von ihnen beschäftigten Pressesprecher werden immer effektiver beim Verhindern unerwünschter Berichterstattung. Die Methode ist simpel. Sie erhöhen einfach die Hürden, die übersprungen werden müssen, um eine Auskunft zu erhalten. Weiterlesen

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