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Das Bild, das Stefan B. (27) vor Gericht abgab, wirkte wie das Klischee eines Gewalttäters. Ein großer, plump wirkender Mann in schwarzem Hoodie und langem Fuselbart am Kinn. Mit trotzigem Blick ließ er sich unter dem Geklicke der Fotografen zur Anklagebank führen. Er starrte reglos auf den Staatsanwalt, als der die Anklage verlas. Zuerst ging es um die drei Missbrauchsfälle. Bis auf eine junge Frau sind die Opfer alle minderjährig. Eines der Mädchen kam am Ende wohl nur deshalb ohne körperliche Schäden davon, weil ein Spaziergänger am Autofenster klopfte, als der Mann im Wagen die Brüste seines Opfers „knetete“ und sein Geschlechtsteil „manipulierte“, wie es in der Anklage heißt.

Eine Grabstelle im oberfränkischen Nordhalben, sehr idyllisch gelegen im Tal, gleich hinter der evangelischen Kirche des Ortes. Kindergräber sind immer etwas unheimlich. Man liest Geburts- und Todesdaten und errechnet mit einem gewissen Schauder das Alter des Menschen, der hier begraben liegt. Im Fall des Mädchens, um dessen Grab es hier geht, lautet das Geburtsdatum auf den 6.4.1992 und das Todesdatum auf den 7.5.2001. Das Grab der Peggy Knobloch ist aber kein normales Kindergrab. Denn es ist leer.

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Was ihm durch den Kopf ging, als er von der Festnahme des 26-jährigen Patrick R. (Foto) erfuhr, der eine junge Frau ermordet und verbrannt haben soll, will ich von Oliver Wurdak wissen, dem Sprecher des Polizeipräsidiums Südwest-Sachsen. „Da war ich schon perplex“, antwortet er, was wohl eher tief gestapelt ist, denn erst wenige Tage vorher war Patrick R. in Wurdaks Büro, als Reporter von Radio Zwickau. Bei sich ein Aufnahmegerät, um Wurdack über die Ermittlungen zu genau der Tat zu befragen, die er mutmaßlich selber beging. Und Wurdak sprach mit ihm. „Ja“, sagt der Polizeisprecher, „er hat von mir einen O-Ton bekommen.“

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Der Ermordete hinterließ dieses Schriftstück

„Bestädigung“ steht über diesem Schriftstück, der Mundart folgend, in der die Menschen in Anhalt das Wort Bestätigung aussprechen. Geschrieben hat es ein Mann namens Herbert Scheibe aus Lodersleben, 30 Kilometer südwestlich von Halle. Scheibe wurde vor bald neun Jahren ermordet. Er sei erpresst worden, schreibt er in seiner „Bestädigung“. Der Erpresser habe ihn genötigt, ihm einen wesentlichen Teil seines Vermögens notariell zu überschreiben.

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