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Bin ich eigentlich in diesem Land der einzige, der sich leicht verzeifelt fragt, welche Musik er seinem Kind vorspielen kann? Und zwar ohne dem Kind schon zu Beginn seines Lebens jeden guten Geschmack abzugewöhnen?

Ich bezahle inzwischen für mehrere Musik-Abos im Netz. Die Suche nach „Kinderlied“ oder „Kindermusik“ erbringt eigentlich durchgehend billigste Schrottmusik. Schmierige Synthieklänge, entweder durchgeknallte oder uninspirierte Sänger, die als Sänger zu bezeichnen jeden wirklichen Sänger beleidigen würde, überinfantilisierte Stimmung – es ist einfach grauenhaft. Zu den besseren Angeboten gehört ein gewisser Kalle Klang. Da kommt wenigstens hier und da mal eine echte Gitarre vor. Ganz nett musiziert, aber hoffnungslos aus der Zeit ist ein Albm namens „Die kleine Geige“.

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Hätte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl nicht gegen viele Widerstände privates Radio und Fernsehen durchgesetzt, dann wäre Stefan Raab Metzger geblieben. Raab hätte noch so tolle Ideen haben können, die grauen Gremienherrschaften in den öffentlich-rechtlichen Anstalten hätten ihn nicht mal auf einen Kaffee empfangen, geschweige denn, ihm die Gestaltung des deutschen Beitrags zum Eurovision Song Contest überlassen. Dank des Privatfernsehens, in diesem Fall Viva und Pro7, konnte sich Raab auch ohne ARD-Gremien auf den Weg machen. Dass der ihn auch zum Grand Prix führen sollte, hatte er bekanntlich schon früh auf dem Zettel. Raab hat sich ja immer in diese Richtung gedrängt, mit Guildo Horn, Max Mutze, seinem eigenen Beitrag und seinem Bundesvision Song Contest, der ja wohl nicht zufällig so hieß. Und jetzt hat er mit Lena einen gigantischen Sieg eingefahren, die grauen Herrschaften maßlos düpiert, Bohlen endgültig zum Proll-Prahler deklassiert und deutschen Pop international konkurrenzfähig gemacht.

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Vorab: Es geht nicht um Musikgeschmack. Wer Peter Maffay gerne hört, wird Nine Inch Nails hassen. Umgekehrt gilt dasselbe. Hier geht es stattdessen um die Frage, wie sich Musik heutzutage verkaufen lässt und welche Rolle das Internet dabei spielt – als Umsatzkiller oder als coole Erfolgsmaschine. Dass Peter Maffay wieder auf Tour geht, lässt sich gerade Anzeigen auf dem Titel der Bild-Zeitung entnehmen (Foto). Weiter ist da zu erfahren, dass Volkswagen die Tour sponsert und dass sich Maffay von einer Kombo namens „Philharmonic Volkswagen Orchestra“ begleiten lässt. Die Anzeige steht offensichtlich nicht zufällig auf dem Cover der Bild. Auch das Logo der Zeitung steht auf der Anzeige. Sie dürfte ebenfalls zu den Sponsoren gehören.

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