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Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hält Pegida für ein mögliches neues Anschlagsziel von Islamisten. Es brauche nicht viel „Phantasie“, um die Retter des Abendlandes für gefährdet zu halten, sagte er dem Handelsblatt. Das sehe ich anders. Die Pegidisten kennt niemand mit Namen. Sie sind nicht berühmt. Sie stehen für nichts als Plagiat – DDR-Atheisten, die das christliche Abendland beschwören, Opportunisten, die den Markennamen „Montagsdemo“ von mutiven Bürgerrechtlern geklaut haben. Diese Leute können auch nichts Besonderes, z.B. können sie keine scharsinnigen Mohamed-Karrikaturen zeichnen. Mit ein bisschen Phantasie käme man schnell darauf, dass bestenfalls Provokateure in eine Pegida-Demo feuern würden, nicht aber Islamisten. Und Provokateure besitzen selten Kalaschnikoffs. Übrigens ist Rainer Wendt selber durchaus phantasiebegabt. Vor einiger Zeit forderte er, Google müsse virtuelle Streifenfahrten bei Streetview zulassen.

Nachtrag zu Prozesstag 4: Rechtsanwalt Euler hielt dem Leiter der aktuellen Ermittlungen im Fall Peggy eine Passage aus einem Verhör mit der Ehefrau eines der derzeitigen Beschuldigen vor, Anke B. Süffisant merkte Euler an, dass hier eher die Zeugin die Beamtin vernehme. Es ging ums die Frage, warum Ulvi Kulac für Peggys Verschwinden überhaupt verurteilt werden konnte. Das Verhör führte eine Kriminalkommissarin (KOKin). Es erstaunliche Einblicke in die ansonsten verschlossene innere Gedankenwelt mancher Kripo-Ermittler. Ab hier: wörtlich, was der Verteidiger im Gerichtssaal verlesen hat. Weiterlesen

Schon dreist, was sich die Polizei in Emden jetzt schon wieder leistet. Dass die Ermittler einen neuen Verdächtigen für den Mord an der elfjährigen Lena haben, mag als gute Nachricht durchgehen – vorausgesetzt, es ist diesmal der richtige. Aber man würde schon gern mehr erfahren als nur eine Terminankündigung für eine Pressekonferenz morgen, und zwar offensichtlich nur aus dem Grund, dass die Dorfzeitung vor Ort keine Sonntagsausgabe produziert, die Redaktion Samstags  frei hat und die Polizei darum rücksichtsvollerweise davon ihre Informationspolitik abhängig macht.

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Wem in Berlin das Fahrrad gestohlen wird, der muss sich von der Polizei auch noch verspotten lassen

Man könnte fast vergessen, dass die Polizei dazu da ist, Diebe zu fangen. In Kreuzberg ist zurzeit offenbar eine professionelle Fahrrad-Klaubande unterwegs. In den letzten Tagen verschwanden allein aus dem Haus, in dem ich wohne, sechs Räder. Ein Opfer erstattete Anzeige und berichtete, die Beamten hätten sie für ihre Anzeige nur spöttisch belächelt. Als sie den Kaufbeleg für ihr Rad zeigte, das sie gebraucht für 100 Euro gekauft hatte, bekam sie zu hören, das sei ja kein besonders großer Verlust. Dann frage der sogenannte Ermittler, wo das Rad geparkt war. Im Hausflur, antwortete die Bestohlene. Darauf der Polizist: Da dürfe es sowieso nicht stehen, da blockiere es ja den Feuerwehr-Zugang. Da wären ein paar Fragen wohl angebracht: Hat die Berliner Polizei jetzt endgültig vor dem Massenphänomen Fahrraddiebstahl kapituliert? Und wenn dem so ist (es sieht ja so aus): Wäre es dann legitim, eine Privat-Polizei zu gründen, die den Job übernimmt, den die staatliche Polizei verweigert?

Ralph, der Wirt, hinter dem Tresen seiner Dartkneipe in Dommitzsch
Ralph, der Wirt, hinter dem Tresen seiner Dartkneipe in Dommitzsch

Ralph, der Wirt, hinter dem Tresen seiner Dartkneipe in Dommitzsch

„Stadt Dommitzsch“ steht auf dem Ortseingangsschild, das durch die Frontscheibe des Überland-Linienbusses zu sehen ist. Linienbus deshalb, weil Dommitzsch keinen Bahnhof mehr hat. Wer mit der Bahn kommt, steigt in Torgau aus und fährt dann mit dem Bus weiter. Aber Stadtrechte hat Dommitzsch nach wie vor. Es ist Sachsens nördlichste Stadt. Und hat genau zwei Sehenswürdigkeiten: Sachsens zentrale Polizeiakademie und Ralphs Dart-Kneipe.

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Realsatire-Debatte um Google Streetview, nächste Folge, die das Unmögliche möglich macht, nämlich das bisher schon unterirdische Niveau weiter zu unterbieten. Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, wiederholt in der FAS mit Sorgenfalten einen Einwand, als habe es die bisherige Debatte nicht gegeben: „Durch den neuen Internetdienst können Kriminelle die Objekte in aller Seelenruhe betrachten. Sie können sehen: Wie ist das Haus gesichert?“.

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