Beiträge

Ich kann mich noch gut an die 80er Jahre erinnern, als meine Redaktion (damals die Berliner Morgenpost) ein Computersystem namens Coyote bekam. Man konnte damit Agenturtexte lesen, eigene Artikel schreiben und die Texte im Stockwerk darunter als ausgedruckte Fahnen ausgeben. Metteure haben sie dann zerschnitten und mit Klebstoff in die Seitenlayouts eingepasst. Ich gehörte zu den wenigen Kollegen, die den Coyoten viel besser fanden als die Schreibmaschinen. Die meisten hatten Angst um ihre Augen, fürchteten um die Arbeitsplätze der Metteure oder beides. Es war ähnlich wie beim Radio, wo ich wenig später als Redakteur anfing. Tonbänder durften nur von Cuttern geschnitten werden. Redakteuren war das verboten. Musik musste von Redakteuren herausgesucht werden, weil Computer dafür zu seelenlos seien. In der politischen Debatte dominierten damals die Gewerkschaften mit dem Schlagwort “Wegrationalisieren”. Technik galt als Feind. In Malta erließ die Regierung des Sozialisten Dom Mintoff ein Gesetz, das den Einsatz von Computern gleich komplett untersagte. Das alles war zwar schon damals Unsinn, aber die Geschichte wiederholt sich gerade dennoch. Diesmal ist es das FAZ-Feuilleton, das fürs Einfrieren der Entwicklung trommelt.

Weiterlesen

Artikel-Services

Aufstieg der Nerds

Die Revolution der Piraten

Von Frank Schirrmacher