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Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hält Pegida für ein mögliches neues Anschlagsziel von Islamisten. Es brauche nicht viel „Phantasie“, um die Retter des Abendlandes für gefährdet zu halten, sagte er dem Handelsblatt. Das sehe ich anders. Die Pegidisten kennt niemand mit Namen. Sie sind nicht berühmt. Sie stehen für nichts als Plagiat – DDR-Atheisten, die das christliche Abendland beschwören, Opportunisten, die den Markennamen „Montagsdemo“ von mutiven Bürgerrechtlern geklaut haben. Diese Leute können auch nichts Besonderes, z.B. können sie keine scharsinnigen Mohamed-Karrikaturen zeichnen. Mit ein bisschen Phantasie käme man schnell darauf, dass bestenfalls Provokateure in eine Pegida-Demo feuern würden, nicht aber Islamisten. Und Provokateure besitzen selten Kalaschnikoffs. Übrigens ist Rainer Wendt selber durchaus phantasiebegabt. Vor einiger Zeit forderte er, Google müsse virtuelle Streifenfahrten bei Streetview zulassen.

RP-Online zeigt vier Rentner vor ihren Häusern, die bei Streetview ihre Häuser pixeln lassen wollen

Leute wie Ludwig Hillesheim, Konrad Richter und das Ehepaar Anne und Erich Jeschkowski wurden zwar von manchen Medien wochenlang als Beispiel für allgemeinen Volkszorn vorgeführt. Aber jetzt stellt sich heraus, dass sie doch nur eine kleine Minderheit sind. Sie gehören zu knapp drei Prozent, die ihre Häuser bei Google Streetview verpixeln lassen. Jetzt, wo die Sache ausgestanden ist, fragt man sich, wie der ganze Lärm um Streetview zustande kam. Der war ja so laut, dass das Umfrageinstitut Emnid in einer nunmehr eher peinlich wirkenden Umfrage ermittelte, eine Mehrheit von 52 Prozent wolle sein Haus wegpixeln lassen. Vielleicht seien die Deutschen nach zwei Diktaturen besonders sensibilisiert, sagte ein Google-Sprecher der Welt online. Schwer zu glauben. Der oberste Anti-Google-Kämpfer, der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar, hatte dem Internetkonzern ja ausgerechnet mangelnde Transparenz und das Agieren mit „falschen Zahlen“ vorgeworfen. Jetzt, wo die echten Zahlen auf dem Tisch liegen, sieht das für mich irgendwie anders aus.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar ist offenbar der einzige, der in der Google-Streetview-Debatte noch bei Verstand ist. Er sehe keine großen Probleme und werde sein Haus nicht wegpixeln lassen, erklärte er mehrfach. Auch Innenminister Thomas de Maizière ist auf die Bremse getreten. Aber das Geschrei der restlichen politischen Klasse von links bis rechts ist aberwitzig – und erscheint angesichts staatlicher Konkurrenzangebote in einem zusätzlich düsteren Licht. Denn Vater Staat bietet das, was Google mit Streetview ins Netz bringen will, schon seit Jahren an. Nur weit höher aufgelöst, aus der Luft fotografiert, mit Blick auf die scheinbar abgeschiedene Terrasse oder den nach hinten gelegenen Balkon. Und, anders als Google Streetview, nur gegen Cash.

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Realsatire-Debatte um Google Streetview, nächste Folge, die das Unmögliche möglich macht, nämlich das bisher schon unterirdische Niveau weiter zu unterbieten. Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, wiederholt in der FAS mit Sorgenfalten einen Einwand, als habe es die bisherige Debatte nicht gegeben: „Durch den neuen Internetdienst können Kriminelle die Objekte in aller Seelenruhe betrachten. Sie können sehen: Wie ist das Haus gesichert?“.

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RP-Online zeigt vier Rentner, die bei Streetview ihre Häuser, auf diesem Bild noch erkennbar, pixeln lassen wollen

Es kann nicht anders sein – die völlig freidrehende Debatte um Google Streetview ist sicher nur so etwas wie ein Sommerloch-Thema. So belangvoll wie Kaimane in Badeseen oder Forderungen à la Deutschland möge Mallorca kaufen. Sogar die ansonsten ernst zu nehmende FAZ springt drauf. „Ist Google der Staat?“, fragt Berthold Kohler, der dem erlesenen Herausgebergremium angehört, „angesichts der Selbstverständlichkeit, mit der das Unternehmen Deutschlands Straßen und Plätzen kartografierte“. Was soll die Frage? Darf so etwas nur der Staat? Soll das Kartografieren genehmigungspflichtig werden? Vielleicht auch das öffentliche Fotografieren?

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Unsere Politiker von links bis rechts laufen gerade Amok gegen Google Streetview. „Ich werde Widerspruch erheben gegen Fotos von meinem Haus und meinem Garten“, sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann. Ebenso will es der Grüne Christian Ströbele halten, der Googles Projekt „ungeheuerlich“ findet, außerdem die sogenannte Datenschützerin der FDP, Gisela Piltz, und auch die Berliner CDU-Parlamentarierin Monika Grütters nutzte die sommerliche Google-Prügel, um auch mal in einem überregionalen Medium vorzukommen. Der saarländische SPD-Politiker Heiko Maas, irgendwie auch in der Versenkung verschwunden, bemüht das übliche antikapitalistische Ressentiment, wenn er sagt, Google sei „keine karitative Organisation“.  Und Bodo Ramelow von der Linken nennt als sogenanntes Argument gegen Googles Straßenfotopanorama: „Streetview ist äußerst heikel, weil der Nutzer die Perspektive eines Fußgängers einnehmen kann“.

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