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Dass staatliche Stellen gegenüber Journalisten vieles verschweigen ist zwar ärgerlich, aber üblich. Streng genommen, im Sinne der gerichtlichen Definition, beantworten staatliche Stellen journalistische Anfragen damit nicht wahrheitsgemäß. Vor Gericht sind Zeugen verpflichtet, vollständig alles preiszugeben, was sie zu einer Frage beitragen können. Da gilt es schon als Unwahrheit, wenn sie etwas weglassen. Aber seien wir großzügiger als der Staat und akzeptieren Verschweigen als gerade noch hinnehmenbare Taktik. Falsche Auskünfte allerdings sprengen das Maß. Da gibt’s nichts mehr zu beschönigen.

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Man muss einfach mal bei vollem Bewusstsein zur Kenntnis nehmen, was nach dem Totalscheitern der Sicherheitsbehörden im Fall Anis Amri so alles an Unfug gesagt wurde. Da war die Rede von einem „Fahndungserfolg“, was angesichts der Vorgeschichte völlig irrwitzig ist. Ein polizeibekannter Knastbruder plant Terror vor den Augen des Staates. Er soll versucht haben, sich ausgerechnet bei einem V-Mann der Polizei eine Waffe zu besorgen. Er war als Asylbewerber abgelehnt worden, stand monatelang unter Beobachtung, vertickte offenbar im Görlitzer Park in Berlin Drogen und einiges mehr. Und dennoch entließ ihn der Staat eines Tages aus seinem Blickfeld, worauf er dann – vorausgesetzt, die Infos stimmen alle – einen Lkw kaperte, den Fahrer tötete, auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz Menschen totpflügte, anschließend lässig in den nächsten Zug nach Frankreich stieg, anschließend lässig in den nächsten Zug nach Mailand stieg, wo er dann auf Nachfrage eines Polizisten nicht seinen Pass, sondern seine Pistole aus der Tasche zog. Irre.

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Ich persönlich halte es so, dass ich immer möglichst wenig Ausrüstung mit mir herumschleppe. Meine letzte Bergwanderung ist drei Wochen her, da ging es auf den Hochfelln. Meine einzige Ausrüstung war mein schon leicht verschlissenes Paar Laufschuhe. Keine Bergstiefel, die sind auf mehr oder weniger klaren Wegen gar nicht nötig. Auch keine Stöcke, keinen Rucksack, keine Getränkevorräte, kein Proviant, kein Helm, keine Kampfweste – nichts dergleichen. Ich war nach einer guten Stunde am Gipfel. Als übliche Gehdauer sind unten vier Stunden ausgeschildert. Ich habe zahlreiche andere Wanderer überholt. Das lag sicher nicht nur daran, dass ich den Aufstieg sportlich angegangen bin, sondern auch daran, dass die anderen einfach viel zu viel Zeug zu schleppen hatten. Die Ausrüstung mag aufregend aussehen, ist aber komplett hinderlich.

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Nichts ist böser als der richtige Spruch zum richtigen Zeitpunkt. Ein richtiger Spruch stellt diese frömmlerischen IS-Arschlöcher nach ihrer Pariser Blutorgie besser bloß als alle Bomben (die möglicherweise jetzt völlig zurecht fliegen mögen).

Bei uns heißt der Mann der Stunde Jan Böhmermann. Er kritzelte 100 Fragen, die weder lustig noch intelligent und nur in der von der Welt antwortseitig kuratierten Form überhaupt erträglich sind. Ein Kind des Zwangs-Pay-TV made in Germany. Ich empfehle, zuerst Jan Böhmermanns Werk zu konsumieren und erst danach zum nächsten Absatz überzugehen.

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Dieser Herr Breivik, dessen Anblick auf seinen inszenierten Fotos mir inzwischen gehörig auf den Geist geht, leidet offensichtlich an krankhafter Eitelkeit. Man könnte jetzt ein weiteres Mal das Bild zeigen, auf dem er in Uniform zu sehen ist, die Brust mit diversen Orden geschmückt. Und man könnte dazuschreiben, was die einzelnen Orden und Bänder bedeuten. Es steht in seinem über 1500 Seiten dicken wirren sogenannten Manifest. Da hat er sich Farben für die Ordensbänder einfallen lassen, die kenntlich machen sollen, ob der Ordensträger ein Europäer, ein Asiate oder ein Afrikaner ist und welche Sorte Feind und Verräter er tötet, also ob Kultur-Marxisten oder Muslime. Seitenweise schreibt er detailpusselig auf, wer für welchen Verdienst zu ehren sei, eines Tages, wenn seine geheime Ritterloge, die zurzeit und wohl auch für lange Zeit allein aus ihm selber besteht, zuerst den europäischen Bürgerkrieg entfesselt und eine Armee für sich kämpfen lässt.

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Zehn Jahre stand diese Suzuki in einer Garage. Saßen auf diesem Motorrad die Buback-Mörder?

Zehn Jahre stand die Suzuki in einer Garage. Saßen auf diesem Motorrad die Buback-Mörder?

Das wäre ein Knaller im neuen Verfahren über den Mord an Generalbundesanwald Siegfried Buback am Gründonnerstag 1977. Gerade erst hatte der Zeuge des Bundeskriminalamts vor dem Stammheimer Gericht eingeräumt, das Fahrzeug, von dem aus die Täter (-in?) geschossen haben, sei leider spurlos verschwunden. Und heute taucht es offenbar plötzlich wieder auf.

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