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Lieber Herr Professor Tsokos, in Ihrem neuen Buch und in zahlreichen Interviews, die Sie dazu in letzter Zeit gegeben haben, plädieren Sie für eine grundlegende Reform der Jugendhilfe und, wenn ich Sie da richtig verstehe, für eine deutliche Stärkung der Rechtsmedizin in diesem Feld. In diesem Zusammenhang möchte ich Sie fragen, ob Sie den Fall Lea aus Thüringen kennen. Lea war 5 Jahre alt, als sie mit allen Anzeichen schwerer Misshandlung auffiel. Monatelang stritten sich alle möglichen staatlichen Instanzen, was mit ihr passieren sollte. Sie beschreiben ja selber derartiges und sprechen dann von Systemversagen. Im Fall Lea hat leider auch die Rechtsmedizin versagt. Ich frage Sie nach diesem Fall, weil Sie ja fordern, den Rechtsmedizinern mehr Einfluss in der Jugendhilfe zuzusprechen. Damit würden Sie aber auch die Macht eines offensichtlich schlecht geführten Instituts wie dem in Jena mehr Macht geben, und das können Sie eigentlich nicht ernst meinen.

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Rechtsmediziner Michael Tsokos (rechts) und sein schärfster Kritiker, der Autor Klaus Gietinger

Mit dem Timing ist das immer so eine Sache. Die Fernsehdoku „Leichensache Luxemburg“ ist nicht schlecht gemacht, kommt aber viel zu spät (kommender Mittwoch, 17.3., 23.30 im Ersten), denn zum Thema ist schon lange alles gesagt. Daran krankte auch die heutige Pressevorführung im Berliner RBB-Gebäude. Der Sender hatte die beiden schärfsten Kontrahenten in der Causa dazugeladen, wohl in der Hoffnung, den Journalisten noch einmal gutes Futter zu liefern. Die Debatte war dann aber eher niedlich als kontrovers. Vor allem Rechtsmediziner Michael Tsokos, der den Fall ins Rollen gebracht hatte, räumte entwaffnend offen einige historische Bildungslücken ein.

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Die Potsdamer Staatsanwaltschaft hat das Todesermittlungsverfahren nach dem Tod des Berliner Rechtsmediziners Prof. Helmut Maxeiner beendet. Die Todesursache habe nicht geklärt werden können, sagte ein Sprecher. Klar sei nur, dass kein Fremdverschulden vorliege. Die Todesart lautet auf natürlichen Tod. Einige Rätsel bleiben, vor allem über die letzten Tage im Leben Maxeiners und sein wissenschaftliches Vermächtnis. Auffallend ist zudem die Wurstigkeit, mit der sein Institut und seine Fakultät ihn verabschiedeten.

Maxeiners Leichnam wurde im rechtsmedizinischen Institut in Potsdam untersucht, und zwar, wie zu hören, ungewöhnlich gründlich. Kollegen hatten spekuliert, er könne den Spätfolgen seines Fahrradunfalls im Jahr 2006 erlegen sein, bei dem er sich schwer am Kopf verletzt hatte. Das schlossen seine Obduzenten jetzt aus. Dagegen fanden sich in Bronchien und Luftröhre Anzeichen auf eine Entzündung, die aber keineswegs tödlich gewesen sein soll.

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Aktualisiert +++ Der Chef der Berliner Rechtsmedizin, Michael Tsokos, sagte dieser Tage der Berliner Morgenpost, dank seiner Erfahrung bei der Identifizierung von Toten nach dem Tsunami in Thailand werde er womöglich bald zum Einsatz nach Haiti gerufen. Das dürfte eher nicht der Fall sein – weil seine Tsunami-Tätigkeit sich nachträglich mehr und mehr als Skandal entpuppt und beim BKA äußerst kritisch gesehen wird.

„Fliegen Sie auch nach Haiti?“, fragte die Reporterin, und Tsokos antwortete: „Es müsste einen Auftrag vom Innenministerium an die Identifizierungskommission vom Bundeskriminalamt geben, zu der ich gehöre.“

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Die in Israel lebende Großnichte von Rosa Luxemburg, Irene Borde, hat sich in der Affäre um die unbekannte Wasserleiche in der Charité zu Wort gemeldet. Sie hält dem Leiter der Berliner Rechtsmedizin, Michael Tsokos, vor, er habe seiner Zunft geschadet. „Wird Prof. T. zurücktreten, nachdem er die deutsche Rechtsmedizin beschädigt hat?“, fragt Frau Borde in einer E-Mail an Tsokos‘ Vorgänger Volkmar Schneider.

Frau Borde lebt in Jerusalem und ist trotz ihres betagten Alters von 79 Jahren noch beruflich aktiv – als Wissenschaftlerin und Professorin für mechanisches Ingenieurswesen an der Ben-Gurion-Universität in Beer Sheba. Frau Borde hatte Haar- und Speichelproben für eine DNA-Untersuchung zur Verfügung gestellt, nachdem Tsokos die Behauptung aufgestellt hatte, eine Fettwachsleiche, die als Museumsstück in seinem Institut lag, sei der Torso der KPD-Gründerin Luxemburg. Eine erste Probe hatte sie dem Reporter Wendelin Gabrysch (Bild am Sonntag) in Jerusalem übergeben, eine zweite im August 2009 in Berlin an Schneider. Ob ihre Proben untersucht und mit denen der Wasserleiche verglichen wurden, ist derzeit nicht zu klären. Tsokos äußert sich auf entsprechende Fragen widersprüchlich.

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Der Fall der unbekannten Wasserleiche in der Charité ist gelöst und die Frage, ob es sich um Rosa Luxemburg handelt, ist beantwortet. Sie ist es nicht. Dafür ist eine neue Causa eröffnet: Die Methoden von Berlins oberstem Leichenbeschauer Michael Tsokos und die Zustände in seinen Instituten.

Die letzte Neuigkeit zur Wasserleichen-Affäre ist grotesk. Sie betrifft das Isotopengutachten, das Tsokos in Kiel anfertigen ließ. Er folgert daraus, seine Wasserleiche passe zumindest in das zeitliche und örtliche Lebensumfeld von Rosa Luxemburg. Tatsächlich ist es ein handfestes Indiz dafür, dass Tsokos irrt.

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Für die Überraschung des Tages sorgte der pensionierte Rechtsmediziner Gerhard Bundschuh. Bundschuh war heute Vormittag als Gast einer Pressekonferenz der sächsischen Rosa-Luxemburg-Stiftung und Historikern im Berliner Haus des „Neuen Deutschland“ erschienen, die mit historischen Dokumenten die Behauptung des Chefs der Berliner Rechtsmediziner, Michael Tsokos, widerlegten, eine in seinem Institut lagernde Wasserleiche sei der Korpus der ermordeten Rosa Luxemburg. Bundschuh kündigte ein eigenes Gutachten an, das dem simpelsten aller Indizien auf den Grund ging – nämlich einem Vergleich der Körpergrößen der Charité-Leiche und Rosa Luxemburgs. Sein Resultat: Die Charité-Leiche war zu Lebzeiten ca. 1,65 Meter groß, Rosa Luxemburg dagegen nur 1,49 Meter.

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Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung bringt heute auf Seite 4 einen langen Text über die Affäre um die Wasserleiche in der Berliner Charité. Ich habe ihn mit einiger Erleichterung gelesen. Ich dachte schon, ich stünde mit meiner Einschätzung auf verlorenem Posten. Jetzt aber scheint das PR-Gebilde des Chefs der Berliner Rechtsmediziner ins Wanken zu geraten. Der Schaden, der da entsteht, dürfte beträchtlich sein. Vermutlich werden jetzt auch die Redaktionen der Berliner Zeitungen beginnen, sich zu fragen, ob sie da womöglich dem Falschen auf den Leim gegangen sind.

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Die Wasserleiche in der Berliner Charité – seit dem vergangenen Frühjahr behauptet der Chef der Rechtsmediziner, Michael Tsokos, es handele sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Leiche der KPD-Gründerin Rosa Luxemburg.

Eine Gruppe von Historikern und Autoren kündigt jetzt einen Forschungsbericht an, der Tsokos‘ Behauptung widerlegen soll. „Das Gerücht, wonach es sich um die sterblichen Überreste von Rosa Luxemburg handelt, ist bis heute weder bestätigt noch widerlegt“, schreibt einer der Autoren, Klaus Gietinger. „Das wird sich am 7.1.2010 ändern.“ An diesem Tag will er mit seinen Ko-Autoren den Forschungsbericht vorlegen.

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Man könnte es als heftigen Gelehrtenstreit abtun, der für die Allgemeinheit eher uninteressant sei. Aber das wäre fatal. Der frühere Chef der Berliner Rechtsmediziner, Volkmar Schneider, hat eine 133 Seiten starke Kampfschrift gegen seinen Nachfolger, den heutigen Institutschef Michael Tsokos, verfasst. Folgt man den Details, die Schneider präsentiert, dann stellt sich eine beklemmende Frage: Wer würde sich wünschen, im unerwarteten Fall eines gewaltsamen Ablebens in einem Institut zerlegt zu werden, dessen Chef eher an Presseschlagzeilen und  Buchtantiemen gelegen ist als an wissenschaftlicher Akribie und der sich nicht scheut, dafür Fakten zu manipulieren?

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