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Kampf der Systeme: WDR kündigt Web-Video-Kooperation mit WAZ-Gruppe

Im Prinzip ist es eine gute Nachricht. Der WDR hat die ohnehin merkwürdige Kooperation mit der WAZ-Zeitungsgruppe beendet und liefert keine Videos mehr für das Portal derwesten.de zu. Der Widerspruch zwischen einem privaten Zeitungshaus und einer staatlichen Rundfunkanstalt war offenbar zu groß. Dass der WDR die Klage gegen die Tagesschau-App als Begründung heranzieht – geschenkt. Sollen WAZ und die anderen Verleger etwa tatenlos zuschauen, wie der Staat mit seiner Gebührenpolitik den Medienmarkt und die Medienfreiheit im Land zerstört? Endlich sind die Fronten klar. Angesichts der bevorstehenden Rundfunk-Kopfsteuer (noch können die Landtage sie stoppen!) ist das längst überfällig.

Ist es späte Einsicht, die WAZ-Chef Christian Nienhaus treibt, oder spürt er, dass sein Kooperationspartner WDR ihm die Luft abschnürt? Der dpa sagte der Zeitungsmann, die künftige Mediengebühr, die jeder Deutsche ab 2013 an die staatlichen Rundfunkanstalten zahlen soll, werde fatale Konsequenzen haben. „Wir kommen zu einer staatlich verordneten Mediengesellschaft, wo der öffentliche Sektor die Medien domininiert, weil Politiker in den Aufsichtsgremien eine große Rolle spielen.“ Damit hat Nienhaus zweifellos recht. Nur: Wie passt das dazu, dass ausgerechnet sein Haus so eng mit dem öffentlich-rechtlichen WDR kooperiert und sich als zusätzliche Abspielstation für die Staatsfunker im Netz zur Verfügung stellt?

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