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Es ist ein bisschen albern, wenn WDR und ARD jetzt meinen, sie müssten die Filmdoku „Auserwählt und ausgegrenzt“ deshalb zeigen, damit sich das Publikum „ein eigenes Bild machen kann“, wie ARD-Programmdirektor Volker Herres formuliert. Dank Bild konnte das ja jedermann schon tun. Tatsächlich geht es wohl eher darum, letzte Reste von Gesicht zu wahren.

Jetzt sollen es also „handwerkliche Mängel“ der Filmautoren sein, die der WDR gegen den Film vorbringt. Das ist bemerkenswert, denn es war die für Arte zuständige WDR-Redakteurin, die den Film abgenommen und freigegeben hat. Erst danach hatte das Drama begonnen, weil Arte sich wohl nicht an die Spielregeln hielt. Nach Einschätzung des Medienjournalisten Michael Ridder vom epd werden Arte-Filme üblicherweise von den Zulieferern – hier also vom WDR – freigegeben, nicht dagegen von Arte-Leute in Straßburg – so Ridder im NDR-Medienmagazin Zapp (ab 1:47).

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Kampf der Systeme: WDR kündigt Web-Video-Kooperation mit WAZ-Gruppe

Im Prinzip ist es eine gute Nachricht. Der WDR hat die ohnehin merkwürdige Kooperation mit der WAZ-Zeitungsgruppe beendet und liefert keine Videos mehr für das Portal derwesten.de zu. Der Widerspruch zwischen einem privaten Zeitungshaus und einer staatlichen Rundfunkanstalt war offenbar zu groß. Dass der WDR die Klage gegen die Tagesschau-App als Begründung heranzieht – geschenkt. Sollen WAZ und die anderen Verleger etwa tatenlos zuschauen, wie der Staat mit seiner Gebührenpolitik den Medienmarkt und die Medienfreiheit im Land zerstört? Endlich sind die Fronten klar. Angesichts der bevorstehenden Rundfunk-Kopfsteuer (noch können die Landtage sie stoppen!) ist das längst überfällig.