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Es ist zwar eine verbreitete Angewohnheit, Einzelfälle gern zu verallgemeinern, aber manchmal stimmt es einfach nicht. Die faktische Auflösung der Frankfurter Rundschau und weitergehende Verschmelzung mit der Berliner Zeitung ist kein Symptom für den Niedergang der Zeitungsbranche, wie etliche Blogger schreiben, sondern liegt an ULPs (Unique Loser Proposition, das Gegenteil eines USP), die die FR sich über Jahre erarbeitet hatte.

Sie lauten:

  • Schwammige Positionierung im Lesermarkt. Wer sollte die FR eigentlich kaufen? Der linksliberale Akademiker, der offenbar angepeilt wurde, hat auf Papier oder im Netz derart viel Auswahl, dass er profiliertere Medien wählen kann. Schon die Massen-Plattform Spiegel-online gibt dieser Gruppe mehr.
  • Journalistische Langeweile. Die FR war/ist vor allem politisch korrekt. So mögen brave linke Spießer gern reden und sich ihren linken braven Mitspießern präsentieren, aber sowas auch noch lesen? Sogar dann, wenn keiner zuguckt?
  • Keine Relevanz. Mal ehrlich: Kennt jemand jemanden, der die FR liest (und dafür bezahlt)?
  • Zu viel SPD-Stallgeruch. Die FR gehört ja nun schon eine halbe Ewigkeit dem SPD-Medienkonzern DDVG, ganz oder teilweise. Und so war sie auch. Eine Parteizeitung einer Partei, die altbacken und langweilig geworden ist.
  • Tradition im Verlieren. Die FR ist ein Krisenfall, seit ich denken kann. Ständig steht sie irgendwie vor dem Umfallen, seit Jahrzehnten hat sie gefühlt (oder auch wirklich?) nur Verluste eingefahren. Seit Jahrzehnten kommen und gehen Chefredakteure, die ankündigen, jetzt werde alles ganz toll, und dann bleibt alles, wie es war und der nächste kommt und tut dasselbe.

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Schlagworte gibt es zu Hauf: Kostenloskultur, Räubermentalität, etc. Und die augenfälligsten Folgen, die das Internet für Zeitungen, Fernsehen und Radio hat, sind auch hinreichend bekannt. Nicht die derzeitige Krise lässt Einnahmen und Auflagen schrumpfen. Vielmehr verändert sich das gesamte Gefüge. Warum das so ist, warum es unvermeidlich ist und was daraus folgt, spielt in der Debatte dagegen kaum eine Rolle.

Klassischerweise leben Unternehmen umso besser, je höher die Eintrittshürden für Konkurrenten sind. Auch diese Erkenntnis ist nicht neu, sondern eine ökonomische Binse. Praktisch folgt daraus dies:

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