Schräger geht’s kaum. China gehört zu den gewalttätigsten Herrschaftssystemen der Welt. Nobelpreisträger Liu Xiaobo sitzt immer noch hinter Gittern. In Tibet wird eingesperrt oder getötet, wer sich den Dalai Lama nicht ausreden lässt, in Xinjian, wer sich für die kulturelle Identität der Uiguren einsetzt. Das Niederkartätschen der Demokratiebewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens darf unter Strafe nicht so genannt werden, Massenmörder Mao wird von den Parteiherrschern immer noch verehrt. Aber wenn der Westen die Schergen von Gaddafi stoppt, mosern sie, die Chinesen, als würde gerade ein Verbrechen geschehen.

Oder Russland: Marschiert mal eben so in Georgien ein. Hat Tschetschenien nur als Völkergefängnis mit einem tödlichen sogenannten Frieden überziehen können und einen offensichtlich geistesgestörten Herrscher installiert. Hat eine auffallende Todesrate unter unabhängigen Journalisten und sperrt unbotmäßige Geister wie Chodorkowski nach Sibirien, wie in den alten Zeiten, zu denen der heutige Ministerpräsident, Gerhard Schröders Chef und Freund Wladimir Putin, sein Handwerk als Geheimdienstler lernte. Aber wenn der Westen die Schergen von Gaddafi stoppt, jammert Russland über angeblich getötete Zivilisten, als hätte Herr Putin urplötzlich sein Herz für lebendige Zivilisten entdeckt, die ihm im eigenen Land bis heute jedenfalls herzlich egal waren.

Aber was wollen wir sagen, wir gehören ja jetzt dazu. Deutschland ist ja jetzt Mitglied der Achse der Erbärmlichen. Frau Merkel und Herr Westerwelle in einer Reihe mit Herrn Schröder an der Seite von Herrn Putin und Herrn Hu, das nennt man Kontinuität, Berechenbarkeit, undsoweiter.

Ich habe mich noch nie so geschämt, Deutscher zu sein. Regiert und repräsentiert von charakterlosen Opportunisten und Feiglingen. Widerlich.

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