Wo war Foodwatch eigentlich, als die Bundesregierung den in jeder Hinsicht bescheuerten Biosprit E10 eingeführt hat? Oder Greenpeace? Oder Herr Niebel? Herr Niebel hat diesem Unsinn im Kabinett zugestimt. Er hat auch nichts Kritisches verlauten lassen, als seine Minister-Kollegin Ilse Aigner letzten Januar die Proteste in Tunesien als Teil einer Hungerrevolte bezeichnete, was wiederum bodenloser Quatsch war. Kein Mensch hat in Tunesien hungern müssen. Die Arabellion hat völlig andere Gründe. Richtig an ihrer damaligen Aussage war allein, dass die Preise für Feldfrüchte weltweit steigen. Fast schon böswillig war, dass sie das den als Sündenbock beliebten „Spekulanten“ zuschrieb, nicht aber ihrer eigenen Politik (und der der Bundeskanzlerin und der des Herrn Niebel), die nämlich darin besteht (unverändert!!!), Ackerflächen in Deutschland und der Welt zu einem Tanklager zu verwandeln. Als E10 eingeführt wurde, da hat die Regierung jeden verprügelt, der es wagte, auf die Konkurrenz von Tank und Teller hinzuweisen. Das, was jetzt auf dem Markt passiert, war aber von Anfang an absehbar. Alle haben versagt – auch Greenpeace und Foodwatch. Aber sei’s drum: Lieber spät als gar nicht. Soll ich den Kampagnen-Mainstream nur deshalb ablehnen, weil er mit Verzögerung doch auf den richtigen Gedanken kommt? Nix da. Ich habe gerade das Petitionsschreiben von Foodwatch in Sachen E10 an die Bundeskanzlerin unterzeichnet und empfehle jedem, dasselbe zu tun.

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